News • Frauengesundheit

ZVEI: Bessere Daten für eine geschlechtersensible Medizin

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI fordert die Bundesregierung auf, die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und industrielle Entwicklung zügig zu verbessern.

Portraitfoto von Sarah Bäumchen
ZVEI-Geschäftsführerin Sarah Bäumchen

© ZVEI - Melanie Bauer 

Deutschland muss die Gesundheit von Frauen in Forschung, Diagnostik und Therapie stärker berücksichtigen: Der ZVEI fordert die Bundesregierung daher auf, die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und industrielle Entwicklung zügig zu verbessern. „Moderne Medizintechnik und KI-gestützte Diagnostik tragen dazu bei, Erkrankungen bei Frauen früher zu erkennen und präziser zu behandeln. Leider fehlt es oft an einer guten Datenbasis. Daher muss die Bundesregierung das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) schnell verabschieden und umsetzen", sagt ZVEI-Geschäftsführerin Sarah Bäumchen. 

Konkret fordert der Verband, im GeDIG einen ausdrücklichen Erlaubnistatbestand für die Nutzung pseudonymisierter und anonymisierter Behandlungsdaten zu Forschungs- und Entwicklungszwecken zu schaffen. Auch die Industrie als größter privater Forschungserbringer muss diese Daten für Forschung und Entwicklung nutzen dürfen. Das ist nach Auffassung des Verbands in sicheren Umgebungen und unter Einhaltung der Datenschutzvorgaben möglich. Entscheidend sei Rechtssicherheit, so Bäumchen: „Wenn unklar ist, ob und unter welchen Bedingungen Daten genutzt werden dürfen, verzögern sich Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder werden in anderen Ländern umgesetzt, in denen es bereits klare Regeln gibt." 

Bäumchen weiter: „Dass die EU die Chance verpasst hat, mit dem KI-Omnibus das Verhältnis von Medizinprodukterichtlinie und KI-Verordnung zu klären, ist vor diesem Hintergrund besonders bitter. Patientinnen und Patienten müssen deshalb länger warten, um vom medizinischen Fortschritt profitieren zu können." 

Von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis Krebs: Frauen sind von vielen Krankheiten anders betroffen als Männer. Dennoch orientieren sich Diagnostik und Therapie bis heute vielfach am männlichen Standard. Bäumchen: „Herzinfarkt-Symptome zeigen sich bei Frauen anders als bei Männern und werden daher oft falsch diagnostiziert. Um hier gegenzusteuern, braucht es belastbare Daten und die Möglichkeit für Forscherinnen und Forscher, sie zu nutzen. Sonst bleiben Versorgungslücken offen. Dann leidet das gesamte System." 


Quelle: ZVEI – Verband der Elektro- und Digitalindustrie 

28.05.2026

Verwandte Artikel

Photo

News • Digitales Assistenzsystem

Herzerkrankungen bei Frauen nach Schlaganfall oder Herzinfarkt verhindern

Frauen haben nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt ein höheres Sterberisiko als Männer. Ein maßgeschneidertes Assistenzsystem soll die geschlechtsspezifische Nachsorge verbessern.

Photo

News • Stigmatisierung und Bedrängung

Aufhebung §219a: Kompetenzen bei FrauenärztInnen umfassend vorhanden

Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe kritisieren, dass die Debatte um fehlende Fertigkeiten ein solides Grundverständnis für die…

Photo

News • Wichtige Erkrankungen ausgeklammert

Kritik an "Bikini-Medizin": Greift unser Bild von Frauengesundheit zu kurz?

Forschung zur Frauengesundheit beschränkt sich auf sogenannte "Bikini-Medizin", bemängelt eine neue Studie. Der Fokus auf die reproduktiven Lebensjahre blendet wesentliche Risiken aus.

Newsletter abonnieren