Bildquelle: Unsplash/Robina Weermeijer

Lungenexperten

Pneumologen-Gesellschaft wählt neuen Vorstand

Professor Dr. Torsten T. Bauer hat das Amt als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) angetreten. Professor Bauer folgt auf Professor Dr. Michael Pfeifer, der die Fachgesellschaft durch die herausfordernde Zeit der Coronapandemie geführt hat und als Pastpräsident den Vorstand für weitere zwei Jahre unterstützen wird.

Zu den Zielen des neuen DGP-Vorstands gehören die Etablierung von Screeninguntersuchungen bei Lungenkrebs sowie die flächendeckende Versorgung mit genetischen Analyseverfahren bei Lungenkrebs, aber auch die Verbesserung der Tabakkontrolle sowie die Strukturierung der Post-Covid-Nachsorge.

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„Als Präsident möchte ich den Fachbereich Pneumologie in Wissenschaft, Forschung sowie Krankenversorgung und Rehabilitation nach rund eineinhalb Jahren Pandemie für eine nachhaltige Post-Covid-Nachsorge aufstellen“, sagt Bauer. „Unter Michael Pfeifer, Klinik Donaustauf und Universitätsklinikum Regensburg, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, konnte die DGP selbst sowie in Kooperation mit anderen Fachgesellschaften maßgeblich eine Vielzahl von wichtigen Leitlinien für die Behandlung von Covid-19 entwickeln. Von diesen Erkenntnissen profitieren wir noch heute. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dieses Thema nachhaltig zu platzieren“, so der neue DGP-Präsident, der seit 2006 Chefarzt der Lungenklinik Heckeshorn am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin ist. 

Ein zentrales Thema wird die Weiterentwicklung und Etablierung eines strukturierten Lungenkrebs-Screenings gemeinsam mit der Deutschen Röntgengesellschaft e. V. (DRG) und der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie e. V. (DGT) sein. Die für die Umsetzung notwendigen Ausführungsbestimmungen werden die DGP und andere Fachgesellschaften wissenschaftlich begleiten. „Auf diese Weise wird es möglich sein, Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen und die Betroffenen bestmöglich zu behandeln“, sagt Pastpräsident Pfeifer. 

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Ebenso wichtig ist der DGP der Ausbau der flächendeckenden Versorgung mit genetischen Analyseverfahren bei Lungenkrebs. „Die durch diese Verfahren ermittelten Daten zeigen uns genetische Veränderungen im Tumor und bilden die Basis für eine zielgerichtete Therapie“, so Bauer. Bereits jetzt bieten viele Diagnostiker diese Analysen beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem nationalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) an und gewähren damit Zugang für viele Patienten zu molekular-genetisch basierten Therapien an. „Diese Form der Diagnostik sollte jedoch allen Patienten zugänglich gemacht werden.“

Nach dem turnusgemäßen Ausscheiden von Professor Dr. Klaus Rabe, LungenClinic Grosshansdorf, als Pastpräsident und PD Dr. Thomas Köhnlein, Leipzig, als Schatzmeister wurden auf dem ersten rein virtuellen Kongress der DGP im Juli zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Professor Dr. Hortense Slevogt vom Universitätsklinikum Jena als Schatzmeisterin und Professor Dr. Wolfram Windisch von den Kliniken der Stadt Köln und der Universität Witten/Herdecke als stellvertretender Präsident. Professor Slevogt ist Pneumologin und Infektiologin sowie Expertin im Bereich der Mikrobiomforschung und der molekularen Pathogenese von Infektionen. Sie ist zeitgleich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e. V. (DGI) und wird mit ihrer Expertise die wichtigen infektiologischen Themen innerhalb des Vorstandes vertreten und weiterentwickeln. „Die Erforschung pulmonaler Pathogene und ihrer Resistenzmechanismen zusammen mit dem Mikrobiom der Erkrankten birgt das Potential, Infektionen der Lunge in Zukunft noch besser behandeln zu können“, sagt Slevogt.

Ein Thema mit großer gesellschaftlicher Relevanz, das Bauer zusammen mit dem neu gewählten stellvertretenden Präsidenten der DGP Professor Windisch besonders am Herzen liegt, ist die Stärkung der Aktivitäten zur Verbesserung der Tabakkontrolle, also vor allem politische Maßnahmen, die Nichtraucher schützen und den Tabakkonsum verringern sollen. „So müsse das Werbeverbot für Tabakprodukte ausgeweitet und über die Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten aufgeklärt werden“, sagt Windisch. Die DGP fordert zudem mehr staatliche Finanzierung von Tabakentwöhnungs-Programmen.

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Den jährlichen Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai nehmen viele zum Anlass, von den Zigaretten wegzukommen. Dabei sollte man aber nicht auf E-Zigaretten als "Ausstiegshilfe" setzen, warnt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Es sei nicht belegt, dass das "Dampfen" den Tabakausstieg tatsächlich erleichtert, betonen die Lungenärzte.

Als Generalsekretär bleibt Professor Dr. Winfried J. Randerath, Krankenhaus Bethanien gGmbH in Solingen, im Amt und wird zusammen mit Professor Windisch die wichtigen Themen Beatmung und Beatmungsentwöhnung und hiermit eng verbunden die Umsetzung des Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPREG) für die DGP im Vorstand führen. „Die DGP wird sich dafür einsetzen, dass sich die guten Ansätze des Gesetzes in den Ausführungsbestimmungen wiederfinden“, so Randerath.

Gemeinsam steht der neue Vorstand vor der Aufgabe, die Digitalisierung im Bereich der Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie der Fort- und Weiterbildung umzusetzen. Dazu gehört zunächst die Planung und Umsetzung des 62. Kongresses der DGP, der vom 25. bis 28. Mai 2022 in Leipzig in Form einer Hybrid-Veranstaltung stattfinden wird.


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

10.08.2021

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