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News • Technologie-Umfrage

Future Health Index 2026: KI zeigt erste Mehrwerte in der Medizin

Die Ergebnisse für Deutschland der weltweiten Umfrage zeigen, wie KI schon heute Gesundheitsversorgung verändert.

KI spart Fachkräften im Gesundheitswesen Zeit, schafft zusätzliche Behandlungskapazitäten und verbessert klinische Abläufe. Damit aus ersten Erfolgen ein nachhaltiger Nutzen wird, sollten Gesundheitseinrichtungen jetzt in Schulungen, Governance und die Integration von KI investieren. Das sind die zentralen Ergebnisse der deutschen Ausgabe des Future Health Index 2026, den Philips jährlich und in diesem Jahr zum elften Mal veröffentlicht. Befragt wurden Gesundheitsfachkräfte sowie Patientinnen und Patienten dazu, wie KI die Versorgung bereits heute verändert und was notwendig ist, um ihre Vorteile in der Breite zu realisieren.

Der Diskurs über KI im Gesundheitswesen verändert sich. Wir sprechen nicht länger nur darüber, was die Technologie einmal leisten könnte. Wir sehen vielmehr bereits, dass sie konkrete Mehrwerte schafft

Mikko Vasama

Die Ergebnisse zeigen: Dort, wo KI eingesetzt wird, entsteht eine „KI-Dividende“: KI spart Zeit, erweitert Kapazitäten und unterstützt die klinische Entscheidungsfindung. Mehr als drei Viertel der Gesundheitsfachkräfte in Deutschland (77%) glauben, dass KI die Behandlungsergebnisse verbessern kann. 63% sind der Ansicht, dass die Vorteile inzwischen die Risiken überwiegen. 

Besonders deutlich wird der Effekt beim Faktor Zeit: Vier von zehn Fachkräften geben an, dass KI ihnen mindestens 132 Stunden pro Jahr spare. Das entspricht mehr als drei vollen Arbeitswochen. Diese Zeit fließt vor allem in höherwertige klinische Tätigkeiten: 66% können dadurch sorgfältiger arbeiten, 52% mehr Patientinnen und Patienten behandeln. 

„Der Diskurs über KI im Gesundheitswesen verändert sich. Wir sprechen nicht länger nur darüber, was die Technologie einmal leisten könnte. Wir sehen vielmehr bereits, dass sie konkrete Mehrwerte schafft", betont Mikko Vasama, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH. „Die eigentliche KI-Dividende entsteht aber erst, wenn aus einzelnen Anwendungen ein integrierter Bestandteil der Versorgung wird und die gewonnene Zeit dort ankommt, wo sie am wertvollsten ist – bei den Fachkräften und ihren Patientinnen und Patienten.“ 

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Der Nutzen zeigt sich auch unmittelbar in den Versorgungskapazitäten. 41% der befragten Gesundheitsfachkräfte geben an, mithilfe von KI mehr Patientinnen und Patienten behandeln zu können. Unter ihnen liegt der Median bei zehn zusätzlichen Patientinnen und Patienten pro Woche. Zugleich sehen 75% in KI die Chance, Qualitätsunterschiede zwischen Einrichtungen zu verringern und 71% erwarten eine bessere Versorgung in ländlichen und unterversorgten Regionen. 

KI unterstützt zudem die klinische Entscheidungsfindung: 64% berichten von effizienteren Arbeitsabläufen, 59% von einer schnelleren diagnostischen Entscheidungsfindung und 57% von kürzeren Zeiten bis zum Vorliegen diagnostischer Ergebnisse. Ein Drittel der Fachkräfte (34 %) gibt sogar an, dass KI ihnen in den vergangenen drei Monaten mindestens dreimal geholfen habe, einen möglichen medizinischen Fehler zu erkennen oder zu verhindern. 

Auch auf wirtschaftlicher Ebene wird die KI-Dividende sichtbar. 31% der Führungskräfte in deutschen Gesundheitseinrichtungen berichten bereits von Budgeteinsparungen durch KI. 62% sagen, dass der erzielte Nutzen die Investitionskosten decke oder übersteige. Entsprechend ist die Investitionsbereitschaft hoch: 73% der Führungskräfte planen, in den kommenden zwölf bis 24 Monaten weiter in KI-gestützte Anwendungen zu investieren. 

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Doch zwischen der wachsenden Nutzung und den Voraussetzungen für einen flächendeckenden Einsatz besteht weiterhin eine Lücke. Nur 40% der Gesundheitsfachkräfte sind der Meinung, dass ihre Geschäftsleitung die richtigen Schritte zur Einführung KI-gestützter Tools unternimmt. Gleichzeitig nutzen 50% eigene KI-Anwendungen, wenn die von ihrer Organisation bereitgestellten Lösungen ihren Anforderungen nicht genügen.  

Trotz dieser positiven Signale steht das deutsche Gesundheitswesen erst am Anfang, das volle Potenzial von KI auszuschöpfen. Eine große Bremse ist fehlende Qualifizierung: Drei Viertel der Fachkräfte (76%) sagen, dass Schulungen für KI-gestützte Tools in ihrer Einrichtung nicht, nur eingeschränkt oder uneinheitlich verfügbar sind. Auch bei der Governance besteht Handlungsbedarf: 62% berichten beispielsweise, dass es in ihrer Organisation noch keine eindeutigen Prozesse zur Überwachung KI-gestützter Tools gibt. 

„Die Nutzerzahlen zeigen: Technologie allein erwirtschaftet aber noch keine KI-Dividende", sagt Vasama. „Dafür braucht es vertrauenswürdige Lösungen, die sich nahtlos in klinische Prozesse integrieren, Beschäftigte, die sicher damit umgehen können, und klare Verantwortlichkeiten. KI und menschliche Expertise müssen sich ergänzen. Genau dann kann aus technologischem Fortschritt ein messbarer Fortschritt für die Versorgung werden.“ 

Aus den Ergebnissen des Future Health Index 2026 lassen sich fünf Handlungsfelder ableiten, mit denen Gesundheitseinrichtungen den Nutzen von KI in der Breite realisieren können: 

  • KI-Tools in bestehende Arbeitsabläufe integrieren, statt isolierte Einzellösungen nebeneinander zu betreiben, 
  • rollenspezifische Schulungen ausbauen, damit Fachkräfte KI-Empfehlungen sicher einordnen, hinterfragen und nutzen können, 
  • klare Governance und Verantwortlichkeiten etablieren, um Vertrauen, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, 
  • Human-in-the-Loop als festes Prinzip verankern, damit das Fachpersonal die Verantwortung für Entscheidungen behält und Daten, Systeme und Behandlungsteams vernetzen, um fragmentierte Arbeitsabläufe aufzulösen. 


Quelle: Philips 

02.10.2026

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