Andocken der Drohne am Labor der Asklepios Klinik Bad Oldesloe: Die Aufnahme zeigt das "Landegeschirr" am Fenster für die fliegenden Transporter

© Jedsy

News • Transportlösung

Drohnen-Linienflüge für Laborproben gestartet

Ein Meilenstein im Bereich der medizinischen Labortransporte: Nach kürzlich erfolgter Genehmigung durch das Luftfahrt-Bundesamt und einer Reihe von Testflügen sind nun erstmals in Deutschland Drohnenflüge zwischen Kliniken in den Regelbetrieb gegangen: von der auf Psychiatrie ausgerichteten Asklepios Privatklinik Blomenburg in Selent zur Asklepios Klinik Bad Oldesloe (ca. 60 km Luftlinie je Strecke).

Kooperationspartner der Asklepios Laborgesellschaft Medilys ist das Schweizer Start-up Jedsy. 

Die rein elektrisch und größtenteils autonom fliegenden Transport-Drohnen können bis zu vier Kilo Laborproben (im wesentlichen Blutproben) transportieren und werden ab sofort mindestens einmal täglich zwischen der Asklepios Blomenburg Privatklinik in Selent und der Asklepios Klinik Bad Oldesloe fliegen. Die Flugzeit auf einer Flughöhe von über 100 Metern beträgt knapp 30 Minuten, wobei auf der ca. 60 Kilometer langen Strecke kein einziges Haus überflogen wird. Andocken werden die leise fliegenden Transport-Drohnen jeweils an eigens dafür montierten Halterungen („Landegeschirr“) über den Fenstern, sodass der Zugriff auf das Material ohne zusätzlichen Aufwand möglich ist.

Ich bin sicher, dass der Transport von Laborproben künftig an Bedeutung gewinnt, vor allem für Kliniken und medizinische Einrichtungen, die nicht über entsprechende Laborkapazitäten verfügen

Daniel Amrein

Der erstmals regelhafte Einsatz von Drohnen geschehe nicht nur um der Innovation willen, sondern bedeutet auch eine Verbesserung der Patientenversorgung, erklärt Asklepios-CEO Joachim Gemmel. „Wir werden die Themen Digitalisierung und Robotik auch weiterhin mit großem Engagement vorantreiben.“ Allein in Schleswig-Holstein hat die Klinik-Gruppe in den vergangenen fünf Jahren mit der Eröffnung eines modernen Logistikzentrums und der bundesweit ersten Installation autonomer Laborroboter ihre Expertise auf diesem Gebiet gezeigt. 

„Der Transport der Laborproben mithilfe der Drohnen ermöglicht einen enormen Zeitvorteil bei der Diagnostik, das ist insbesondere bei Notfällen von großer Relevanz. Denn die Behandlung kann so deutlich früher eingeleitet werden, in vielen Fällen steigern wir damit zudem die medizinische Ergebnisqualität, und das ist ganz im Sinne der Patienten“, sagt Priv.-Doz. Dr. Sara Sheikhzadeh, medizinische Vorständin (CMO) der Asklepios Kliniken Gruppe. „Perspektivisch können wir mithilfe der Drohnen sogar lebensrettende Blutkonserven sicher und schnell über größere Distanzen transportieren“, so PD Dr. Sheikhzadeh. 

„Mit der Entscheidung für den Transport von Laborproben mit Drohnen stellen wir sicher, dass auch kleinere und ländlich gelegene Häuser wie unsere auf Psychiatrie ausgerichtete Blomenburg eine exzellente Laborversorgung erhalten, die flexibler, deutlich schneller sowie energieeffizienter und damit umweltverträglicher als der Transport mit Fahrzeugen ist“, erläutert Daniel Amrein, Geschäftsführer der Hamburger Asklepios Kliniken, zu der die Medilys Laborgesellschaft gehört. „Ich bin sicher, dass der Transport von Laborproben künftig an Bedeutung gewinnt, vor allem für Kliniken und medizinische Einrichtungen, die nicht über entsprechende Laborkapazitäten verfügen“, so Amrein.

Beladen der Drohne in der Asklepios Privatklinik Blomenburg in Selent
Beladen der Drohne in der Asklepios Privatklinik Blomenburg in Selent

© Jedsy

„Als Labordienstleister sind wir schon immer sehr innovativ, so haben wir zum Beispiel in der Corona-Zeit Covid-Proben mit autonom fahrenden Robotern in Hamburg bis zur Haustür und von dort zurück ins Labor transportiert“, ergänzt Patrick Hauser, Geschäftsführer der Medilys Laborgesellschaft. „Medilys deckt mit seinen Standorten das gesamte Bundesgebiet ab, von Westerland an der dänischen Grenze bis Bad Tölz an der Grenze zu Österreich. Die Kooperation mit Jedsy wird uns kurzfristig völlig neue Versorgungskonzepte für die Versorgung von Kliniken, aber auch von Arztpraxen und MVZ nicht nur aus dem Asklepios Konzern ermöglichen. Die Drohnen versetzen uns in die Lage, Kunden außerhalb von Ballungsgebieten auch in Zukunft schnell und patientenorientiert zu versorgen, perspektivisch werden wir damit auch Frachtkapazitäten für Dritte anbieten“, so Hauser. 

Dieser Artikel könnte Sie auch interessieren

Photo

News • Zustellaktion in Hamburg

Lieferroboter bringt Corona-Tests an die Haustür

Ab sofort rollen Lieferroboter von Starship Technologies im Auftrag des Asklepios-Großlabors Medilys durch den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Die Roboter bringen kontaktlos Coronatests bis an die Haustür und bringen sie sicher ins Labor. Das Testergebnis wird den Kunden innerhalb von maximal 24 Stunden mitgeteilt.

Christian Bredemeier, CEO des Schweizer Drohnenbetreibers Jedsy sagte beim Start des Drohnen-Linienflugbetriebs: „Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit Asklepios, einem der führenden Gesundheitsanbieter in Deutschland. Mit Jedsy setzen wir neue Maßstäbe für den sicheren und effizienten Transport medizinischer Güter – direkt vom Labor ans Fenster, ohne dass jemand das Gebäude verlassen muss. Gerade für den deutschen Markt sehen wir enormes Potenzial, Prozesse im Gesundheitswesen nachhaltiger, schneller und kosteneffizienter zu gestalten. Gemeinsam mit Asklepios möchten wir zeigen, wie innovative Drohnentechnologie schon heute einen echten Mehrwert für Patienten schafft.“ 


Quelle: Asklepios Gruppe

27.03.2025

Verwandte Artikel

Photo

Sponsored • Automationsstraßen verbinden

Brücke zwischen den (Labor-)Welten

Automatisierte Probenverarbeitung ist ein Kernthema in der Labormedizin – und doch weisen Laborstraßen Lücken auf, die händisches Eingreifen nötig machen, bevor die nächsten Schritte folgen…

Photo

News • Start-up Park

Gründerszene auf der Medica 2023 wieder stark vertreten

Ob KI, Health-Apps, Labormedizin oder Robotik: Start-ups im Gesundheitsbereich sind wieder ein essenzieller Bestandteil der Medica 2023 in Düsseldorf (13.-16. November).

Photo

News •

Operationsraum der Zukunft

Das Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie CUBEX41 wurde auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim offiziell eröffnet.

Verwandte Produkte

Newsletter abonnieren