Endlich verständlich

Was genau ist Krebs eigentlich?

Die Erkrankung Krebs macht vielen Menschen Angst. Dabei ist oft gar nicht klar: Was genau ist eigentlich Krebs? Wie entsteht er? Und wer erkrankt daran?

Fluoreszenz-Aufnahme von Kopf-und-Hals-Krebszellen.

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums erklärt die grundlegenden Abläufe auf verständliche Weise.

Zellen außen Kontrolle

Krebserkrankungen entstehen aus gesunden Zellen unseres Körpers. Diese teilen sich normalerweise nur, wenn „Nachschub" gebraucht wird, zum Beispiel, wenn eine Wunde entstanden ist, die wieder zuwachsen muss. Krebszellen sind dagegen genetisch so verändert, dass sie sich auch ohne Grund vermehren. Stopp-Signale des Körpers überhören sie einfach, häufig bildet sich ein bösartiger Tumor. Er ist gefährlich, weil Krebszellen gesundes Gewebe zerstören und so die Funktion wichtiger Organe stark beeinträchtigen können.

Wie entwickelt sich Krebs?

Krebs ist eine Krankheit der Gene. Damit ist gemeint, dass Krebs weitgehend durch Veränderungen im Erbgut entsteht – es handelt sich also um Fehler in der Bauanleitung unserer Zellen, die im Laufe des Lebens entstehen. Experten gehen davon aus, dass in den meisten Fällen mehrere solcher Fehler zusammentreffen müssen, damit aus einer gesunden Zelle eine Krebszelle wird. Manche dieser Fehler führen dazu, dass sich die betroffene Zelle schneller teilt, andere hebeln natürliche Kontrollmechanismen aus. Es gibt auch Erbgutveränderungen, die dazu führen, dass die Krebszelle dem Abwehrsystem des Körpers entwischen kann.

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Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich in einer Zelle viele Erbgutveränderungen anhäufen. Dann kann aus einer Zelle eine Krebszelle entstehen. Aus diesem Grund tritt Krebs häufiger im höheren Lebensalter auf. Viele Vorgänge sind schon bekannt, aber es bedarf dringend weiterer intensiver Forschung, um der Krebsentstehung bis ins Detail auf den Grund zu gehen. Denn je größer das Wissen um die komplexen Zusammenhänge ist, desto besser können Strategien entwickelt werden, um Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von Krebs zu verbessern.

Woher kommt der Krebs?

Insgesamt sind erbliche Krebserkrankungen eher selten – und für einige der betroffenen Familien, beispielsweise bei erblichem Brust- oder Darmkrebs, gibt es bereits spezielle Beratungs-, Früherkennungs- und Behandlungsangebote

Susanne Weg-Remers

Krebs kann jeden treffen. Bei den genetischen Veränderungen des Erbguts hat häufig der Zufall seine Hand im Spiel. Es gibt aber auch bekannte Risikofaktoren für Krebs, die man vermeiden kann, beispielsweise Rauchen, Alkoholkonsum oder UV-Strahlung. Hierzu informiert der Krebsinformationsdienst in der Broschüre „Was kann ich tun? Gegen Krebs". Manche Menschen haben ein erhöhtes Krebsrisiko, weil sie von ihren Eltern bereits krebsfördernde genetische Genveränderungen geerbt haben. Dabei ist wichtig zu wissen: Nicht die Krebserkrankung selbst wird vererbt, sondern das höhere Erkrankungsrisiko. Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes dazu: „Die Frage nach der Vererbbarkeit von Krebs wird uns häufig gestellt. Dahinter verbirgt sich die verständliche Sorge, nichts gegen die Erkrankung tun zu können. Insgesamt sind erbliche Krebserkrankungen aber eher selten – und für einige der betroffenen Familien, beispielsweise bei erblichem Brust- oder Darmkrebs, gibt es bereits spezielle Beratungs-, Früherkennungs- und Behandlungsangebote."


Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum

14.02.2019

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