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News • Digital Health Report 2026
Studie: „Schatten-KI“ im Gesundheitswesen verbreitet
Der Digital Health Report 2026 von Doctolib zeigt: 50% der befragten Ärzte greifen zu privaten KI-Tools bei Recherchezwecken.
Dieses neue Phänomen der Schatten-KI, also die Nutzung nicht zertifizierter Tools, macht den Bedarf an zertifizierten Lösungen deutlich. Gleichzeitig ist die Unzufriedenheit der befragten Patienten hinsichtlich der Digitalisierung im Gesundheitswesen hoch: Sieben von zehn kritisieren hierzulande den langsamen Fortschritt. 63% der Patienten bemängeln ungenutzte Potenziale, wodurch Deutschland im internationalen Vergleich zurückfällt. 64% der befragten Patienten haben schon mindestens einmal auf einen Arzttermin verzichtet, weil die Praxis- oder Terminsuche zu schwierig war. Die Ergebnisse sind Teil des jährlichen Reports des Health-Tech-Unternehmens Doctolib, für den das Marktforschungsinstitut YouGov 1.000 Patienten sowie 414 Ärzte und Medizinische Fachkräfte (MFA) befragt hat.
Die Ergebnisse des Digital Health Report 2026 sind hier abrufbar.
Ein Ergebnis sticht heraus: Ärzte nutzen private KI-Tools wie ChatGPT sogar noch häufiger als Medizinische Fachangestellte (Recherche 50% vs. 30%; Dokumentation 28% vs. 17%). Im Durchschnitt aller befragten Ärzte und MFA liegt die Nutzungsquote für Recherchezwecke bei 40%.
Diese sogenannte Schatten-KI oder Shadow AI offenbart einen Widerspruch: Obwohl 54% der Ärzte und MFA Bedenken bei Datenschutz und -sicherheit bei Nutzung von KI in der Praxis äußern und 44% den Verlust persönlicher Kontrolle beim Einsatz von KI für Verwaltungsarbeit befürchten, greifen viele zu öffentlich verfügbaren Lösungen. Das zeigt: Der Bedarf an KI-Unterstützung ist real und dringend – doch zertifizierte, datenschutzkonforme Alternativen werden noch nicht eingesetzt oder sind noch nicht bekannt.
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News • Generationswechsel und Digitalisierung
Doppelter Wandel im Gesundheitswesen: Wie (digital-)gesund ist Deutschland?
Digitalisierung im Gesundheitswesen bietet für Patienten und Ärzte enorme Chancen – doch längst nicht alle fühlen sich ausreichend auf den Wandel vorbereitet, zeigt eine neue Umfrage.
70% der befragten Patienten sagen, die Digitalisierung im Gesundheitswesen gehe zu langsam voran. 68% sehen Deutschland im internationalen Vergleich abgehängt. Die Folgen sind für viele spürbar: Rund zwei von drei Befragten haben Probleme, einen Arzttermin zu finden. Nur 35% der Befragten empfinden die Suche nach einem Arzttermin als einfach. Mehr als ein Drittel aller Befragten wurde zudem in den letzten 12 Monaten als Neupatient:in in einer Praxis abgelehnt.
Patienten sind offen für KI, wenn sie ihnen das Leben erleichtert: 72% der Patienten würden einen KI-gestützten Assistenten bei der Terminvereinbarung nutzen. Auch bei organisatorischen Fragen würden 63% auf KI-Unterstützung zurückgreifen. Bereits etablierte digitale Services werden von Patienten geschätzt: 70% finden die Online-Terminbuchung hilfreich, 67% das E-Rezept, 65% digitale Terminerinnerungen. Was Patienten sich laut Studie am meisten wünschen: 62% nennen kürzere Wartezeiten auf Termine, 59% eine schnellere Praxis- und Terminsuche, 47% eine bessere Erreichbarkeit der Praxen.
65% der Patienten würden Gesundheitsdaten mit einer KI teilen, wenn die Nutzung freiwillig ist und sie jederzeit widersprechen können. 59% wären bereit, wenn Ärzten dadurch vor dem Termin alle Informationen haben, um sich besser vorbereiten zu können.
Unterschätzt wird bislang das Potenzial von Vorsorge-Assistenten: 60% der Patienten würden solche digitalen Services nutzen – ein Hinweis auf ungenutztes Präventionspotenzial.
Früher habe ich während der Sprechstunde mehr auf den Bildschirm geschaut als auf die Patienten, weil ich permanent mitschreiben und dokumentieren musste. Das war frustrierend für beide Seiten
Gilbert Büchner
Bei Ärzten und MFA ist die Grundhaltung positiv: 79% sehen die Digitalisierung als hilfreich, wobei der menschliche Kontakt dabei im Mittelpunkt bleiben soll. Die Studie zeigt auch die Grenzen: 60% der Ärzte und MFA haben Bedenken bezüglich der Korrektheit medizinischer Aussagen von KI, etwa bei Diagnosen. 29% nutzen KI im administrativen sowie medizinischen Bereich und sind zufrieden. Bei Verwaltungsaufgaben ist das Vertrauen noch höher: 47% der Befragten vertrauen KI nicht bei medizinischen Entscheidungen, aber sie vertrauen im Bereich Administration.
Nikolay Kolev, Managing Director von Doctolib Deutschland: „Die Studie zeigt: Ärzte und medizinische Fachangestellte wollen mehr Zeit für ihre Patienten, während diese einen besseren Zugang zur Versorgung wünschen. KI-basierte Lösungen erlauben effizientere Dokumentation bei hoher Benutzerfreundlichkeit und erhöhen die Behandlungsqualität entlang des gesamten Versorgungspfades. Als Health-Tech-Unternehmen leisten wir einen Beitrag für das Gesundheitswesen in Deutschland – mit sicheren KI-Lösungen, die Datenschutz, Datensicherheit und medizinische Standards verinnerlichen, um Gesundheitsfachkräfte zu entlasten und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.”
Erfahrungswerte von Doctolib zeigen, dass KI-gestützte Sprechstundenassistenten, die während der Konsultation automatisch dokumentieren, den Dokumentationsaufwand um über 70% reduzieren. Telefonassistenten verringern Unterbrechungen am Praxisempfang um bis zu 60%. Würden KI-gestützte Assistenten Ärzten durchschnittlich zehn Stunden Verwaltungsarbeit pro Woche abnehmen, entspräche das bei 106.623 niedergelassenen Ärzten in Deutschland (Bundesärztekammer 2024) über einer Million zusätzlichen Stunden für die Patientenversorgung pro Woche – hochgerechnet rund 55 Millionen Stunden pro Jahr.
Dr. Gilbert Büchner mit Hausarztpraxis in Berlin Adlershof, erklärt: „Früher habe ich während der Sprechstunde mehr auf den Bildschirm geschaut als auf die Patienten, weil ich permanent mitschreiben und dokumentieren musste. Das war frustrierend für beide Seiten. Jetzt übernimmt die KI die Dokumentation. Ich kann mich vollständig auf das Gespräch mit den Patienten konzentrieren, Blickkontakt halten und wirklich zuhören. Das ist genau die Art von Digitalisierung, die wir brauchen – sie macht uns menschlicher, nicht technischer“.
Maud Penneneach, Vice President Product bei Doctolib, ergänzt: „KI ist ein Werkzeug, das Ärzten Zeit für das Wesentliche zurückgibt – die Arbeit mit Patienten. Unsere Erfahrungen aus den Praxen zeigen konkret: Ein KI-Sprechstundenassistent reduziert die Dokumentationszeit um über 70%. Diese gewonnene Zeit steht dann für die medizinische Versorgung zur Verfügung. Entscheidend ist, dass solche Lösungen gemeinsam mit Ärzten entwickelt werden und höchste Sicherheitsstandards erfüllen.”
Quelle: Doctolib
15.01.2026








