News • Neue Nährlösung

Krebsmedikamente: Auf dem Weg zu besseren Tests

In der Entwicklung neuer Krebsmedikamente sind zunächst Laborversuche angesagt. Doch die Nährlösung, in der Krebszellen dabei schwimmen, unterscheidet sich von Flüssigkeiten in der natürlichen Umgebung des Körpers.

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Krebskranke Zellen (blau) in der Bauchspeicheldrüse
Quelle: National Cancer Institute

Das haben Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der University of Southern California (USC) nun gezeigt. Nährlösungen, die dem natürlichen Vorbild genauer entsprechen, könnten den Forschern zufolge aussagekräftigere Labortests ermöglichen und so die Entwicklung beschleunigen. 

Krebszellen verwerten Nährstoffe aus ihrer Umgebung anders als gesunde Zellen. Das ist seit langem bekannt. Diese Strategie hilft ihnen, immer weiter zu wachsen und sich zu vermehren. In den vergangenen Jahren haben Forscher an Medikamenten gearbeitet, die diesen speziellen Stoffwechsel unterbinden, sodass das Wachstum der Krebszellen gestoppt wird. Die Zellen, die für Labortests genutzt werden, befinden sich in einer Flüssigkeit, die Glukose, Stickstoff und andere Nährstoffe enthalten. Die Forscher um Matthew Vander Heiden, Professor für Biologie am MIT, fanden heraus, dass die Krebszellen auf Medikamente dort anders reagieren als im Körper.

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Um eine vergleichbare Umgebung zu schaffen, isolierte das Team die Flüssigkeit, in der die Krebszellen schwimmen, die die Bauchspeicheldrüsen von Mäusen befallen hatten. Bei Untersuchungen mit dem Massenspektrometer, einem Gerät, mit dem sich selbst kleinste Stoffmengen erkennen lassen, entdeckten sie mehr als 100 Nährstoffe. Die Zusammensetzung unterschied sich von der des Blutes und vor allem von der Nährlösung, die bisher bei Labortests eingesetzt wird. Die gleichen Tests machten die Forscher bei Lungenkrebs. So fanden sie heraus, dass sich die Zusammensetzung der Umgebung der Krebszellen unterscheidet - je nachdem, wo er ausgebrochen ist.

Vander Heiden und sein Team arbeiten jetzt daran, Flüssigkeiten zu produzieren, die denen im Körper von Krebskranken möglichst weitgehend ähneln. Denn die Forscher sind überzeugt, dass Medikamententests im Labor aussagekräftiger sind, wenn die Krebszellen in einer der natürlichen Umgebung entsprechenden Flüssigkeit schwimmen. Aussagekräftigere Labortests könnten letztlich helfen, neue Präparate schneller zur Marktreife zu führen.


Quelle: MIT/USC/pressetext

18.04.2019

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