Tagungspräsident Prof. Dr. Martin Aepfelbacher während der Eröffnung der DGHM-Jahrestagung

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News • DGHM-Jahrestagung

Infektionsmedizin: Neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen

Tagung in Hamburg zeigte neue Erkenntnisse über komplexe Infektionen, künstliche Intelligenz und das Mikrobiom

Die moderne Infektionsmedizin befindet sich im Wandel. Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Prävention. Gleichzeitig stellen Antibiotikaresistenzen und komplexe Infektionen die Medizin vor immer größere Herausforderungen. Welche Antworten die Forschung darauf findet, das haben über 600 Expertinnen und Experten auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) diskutiert. 

Die Tagung in Hamburg bot zahlreiche Gelegenheiten zum wissenschaftlichen Austausch und für persönliche Begegnungen. Neben den fünf gut besuchten Plenarsitzungen war auch das Interesse an den Workshops groß. Diese waren teilweise bis auf den letzten Platz gefüllt. 

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Dirk Bumann sprach auf der Tagung über neue Erkenntnisse zu Staphylokokken-Infektionen

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Zu den wissenschaftlichen Höhepunkten der Tagung zählte die DGHM-Lecture von Dirk Bumann (Basel, Schweiz). Er präsentierte neue Erkenntnisse zur Lokalisation des Bakteriums Staphylococcus aureus in Gewebestücken von menschlichen muskuloskelettalen Infektionen. Seine Untersuchungen zeigen, dass sich die Staphylokokken überwiegend in bestimmten Immunzellen, den Monozyten und Makrophagen, befinden. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie im Gewebe vor allem im Extrazellularraum oder in Biofilmen existieren. Seine hochinteressanten Ergebnisse liefern damit erstmals Hinweise darauf, wo sich Staphylokokken in infizierten menschlichen Geweben wirklich befinden. Sie liefern außerdem erste Erklärungsansätze dafür, warum diese Bakterien trotz antibiotischer Behandlung häufig nicht vollständig aus dem Infektionsherd eliminiert werden können. 

Auch der Vortrag von David Eyre (Oxford, England) in der Plenarsitzung "Infektionskontrolle" erhielt große Aufmerksamkeit. In seiner Forschung zeigt er, wie Krankheitserreger in Krankenhäusern nachverfolgt werden können und wie sich, Antibiotikaresistenzen kartieren und Blutkulturuntersuchungen optimieren lassen. Dazu nutzt er Daten aus der Gesamtgenomsequenzierung von Infektionserregern sowie aus elektronischen Patientenakten. Darüber hinaus beschrieb er, wie KI-unterstützte Systeme medizinische Einträge in elektronischen Patientenakten auswerten können, um bislang übersehene Infektionsrisiken zu erkennen. 

In der Plenarsitzung über "Klinische Metagenomik" sprach Kate Marks (Leeds, England) über das Mikrobiom des Darms. Sie berichtete davon, wie dieses die Entstehung, Früherkennung und Behandlung von Krebs beeinflusst. Gemeinsam mit ihrer Forschungsgruppe führte sie Laboruntersuchungen von Gewebeproben des Darms durch. Im Fokus stand die Identifizierung sogenannte "Onkomikroben" wie Fusobacterium nucleatum oder toxinbildende E. coli, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht werden. Sie erklärte eindrucksvoll, dass Analysen des Darmmikrobioms die etablierten Verfahren der Darmkrebsfrüherkennung künftig sinnvoll ergänzen könnten. In Zukunft sollen innovative Wege entwickelt werden, das Darmmikrobiom zu manipulieren, um die Behandlungsergebnisse für Patienten mit Darmkrebs zu verbessern und Rezidive zu verhindern. 

Neben wissenschaftlichen Vorträgen und Workshops standen auch die Preisverleihungen im Mittelpunkt des Kongresses. Die DGHM zeichnete dabei herausragende Forschungsleistungen von erfahrenen Forschenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus. Letztere konnten ihre Arbeit außerdem beim "Microbe Slam" auf unterhaltsame Weise vorstellen. Die kurzen Präsentationen sorgten für beste Stimmung, viel Applaus und den ein oder anderen Lacher. 

Infektionsmedizin: Neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen

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Tagungspräsident Prof. Dr. Martin Aepfelbacher zog ein positives Fazit: "Die 78. DGHM-Jahrestagung hat eindrucksvoll gezeigt, wie dynamisch sich die moderne Infektionsdiagnostik und -prävention entwickelt. Internationale Plenarvorträge, herausragende wissenschaftliche Leistungen und Formate wie der Microbe Slam haben die hohe Aktualität und die ausgezeichneten Zukunftsperspektiven unseres Fachgebiets unterstrichen." 

Die 79. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie wird im kommenden Jahr im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin stattfinden. Als Tagungspräsidenten laden Prof. Dr. Karsten Becker (Universitätsmedizin Greifswald) und Prof. Dr. Achim Kaasch (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) zur Fortsetzung des wissenschaftlichen Austauschs nach Berlin ein. 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie 

27.10.2026

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