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Biomarker und Gene: Wie Altern messbar und steuerbar wird
Spezielle Biomarker können Risiken für Funktionsverlust, Multimorbidität oder Mortalität im Alter verlässlich vorhersagen.
Für alle wichtigen Erkrankungen spielt der menschliche Alterungsprozess eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig verläuft er sehr heterogen und ist formbar, wie Prof. Eline Slagboom in den letzten 25 Jahren erforscht hat. Die Molekularbiologin vom Medical Center der niederländischen Universität Leiden interessiert sich derzeit vor allem für die Frage: Wie lässt sich das Wissen über biologische Alterungsprozesse konkret nutzen, damit Menschen länger gesund und vital bleiben? Dafür hat sie mit ihrem Forschungsteam einen eigenen Score namens „Personal-MetaboHealth" entwickelt.

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Genvarianten beeinflussen Langlebigkeit
„Wir wissen heute viel darüber, wie Alterungsprozesse und Alterungsmechanismen auf zellulärer Ebene funktionieren", erklärt die Biologin. „Die große Herausforderung ist es, dieses Wissen so zu übersetzen, dass es für die Gesundheit eines einzelnen Menschen nutzbar wird." In oft aufwändigen Studien erforscht Slagboom seit vielen Jahren klinische und molekulare Parameter des physiologischen Abbaus, des Ausbruchs von Krankheiten, der (Multi-)Morbidität, der Mortalität oder der Langlebigkeit.
Die Niederländerin und ihr Team suchen in Familien, deren Lebenserwartung über mehrere Generationen hinweg zu den höchsten zehn Prozent der jeweiligen Generation gehört, nach genetischen Erklärungen. „Unsere Untersuchungen weisen hier auf Genom-Regionen und -Varianten in entzündungs- und immunbezogenen Signalwegen hin", erklärt sie.
Biomarker für altersbedingte Risiken könnten in Gesundheitschecks integriert werden
In der Altersforschung lag der Fokus zunächst auf dem Prozess der sogenannten CpG-Methylierung, bei dem chemische Bausteine an DNA angelagert werden. In jüngerer Zeit wurde stärker mit Proteinen geforscht. In ihrer eigenen Arbeit verbindet Prof. Slagboom die Erforschung von Proteinen mit bestimmten Stoffwechselprodukten, den Metaboliten.
„Aus sehr großen Datensätzen haben wir Scores generiert, die das Risiko für Gebrechlichkeit, kognitiven Verfall, kardiovaskuläre Erkrankungen, Krebs und Ateminsuffizienz anzeigen. Um die Umsetzung solcher Informationen als umfassenden Gesundheitscheck zu erwägen, haben wir uns auf einen Score namens ,Personal-MetaboHealth' konzentriert, der skalierbar, kostengünstig und in Interventionsstudien mit älteren Erwachsenen umsetzbar ist", sagt Eline Slagboom.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
16.09.2026



