Tmax Perfusionskarten: Links die Cone Beam CT Perfusion, rechts im Vergleich...
Tmax Perfusionskarten: Links die Cone Beam CT Perfusion, rechts im Vergleich dazu die konventionelle CT Perfusion.

Bildquelle: Siemens Healthineers; Bild mit freundlicher Genehmigung von Prof. Johannes Kaesmacher, Inselspital, Universitätsklinikum Bern, Schweiz 

News • Cone-Beam CT Perfusionsbildgebung

Zusammenarbeit bei der Schlaganfallbehandlung per CBCT-P

Verfahren ermöglicht die unmittelbare Beurteilung der Gewebevitalität während und nach der Thrombektomie, um Komplikationen zu erkennen

Cercare Medical und Siemens Healthineers geben eine weltweite Zusammenarbeit bekannt, um die Einführung der Cone-Beam-CT-Perfusionsbildgebung (CBCT-P) in der Akutversorgung von Schlaganfällen voranzutreiben. Dieses Verfahren ist in der Lage, den Blutfluss durch das Hirngewebe darzustellen und sichtbar zu machen, wie gut verschiedene Areale mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Cercare Medical Neurosuite (CMN), ein integriertes Portfolio herstellerunabhängiger Bildgebungssoftwarelösungen für eine automatisierte, übergreifende Perfusionsanalyse, kann Daten aus Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Cone-Beam-CT verarbeiten. CBCT-P Daten werden auf Basis des Syngo DynaCT Multiphase Protokolls von Siemens Healthineers erzeugt, einem 3D-Aufnahmeprotokoll zur Erfassung von bis zu zehn CBCT-Angiographiephasen. 

Man kann nur behandeln, was man sehen kann. Die CBCT-P-Bildgebung liefert entscheidende Erkenntnisse direkt im Interventionsraum, wo Standard-Bildgebungsverfahren wie CT oder MRT nicht sofort verfügbar sind

Johannes Kaesmacher

Die Kombination dieser beiden Lösungen ermöglicht eine fortschrittliche Perfusions- und Stoffwechselbildgebung direkt im Interventionsraum und unterstützt die Diagnose, Triage und Behandlung von Schlaganfällen, ohne dass Patienten vom Behandlungsraum zu einem diagnostischen Bildgebungssystem transferiert werden müssen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, Arbeitsabläufe zu optimieren und die Zeit bis zum Behandlungsbeginn zu verkürzen, was ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg vor allem bei Schlaganfällen ist. 

Schlaganfälle sind nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für Todesfälle und Behinderungen weltweit. Etwa jeder vierte Erwachsene erleidet im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall.1 Da dabei jede Minute Millionen von Nervenzellen verloren gehen, ist eine schnelle und präzise Bildgebung für die Behandlungsentscheidung von entscheidender Bedeutung. Die Lösung ermöglicht eine unmittelbare Beurteilung der Gewebevitalität während und nach der Thrombektomie – einschließlich der Erkennung distaler Verschlüsse, mikrovaskulärer Störungen und des No-Reflow-Phänomens. Die CBCT-P-Bildgebung liefert mit Angiographiesystemen nahezu CT-ähnliche Perfusionskarten und bietet während der Intervention wichtige Erkenntnisse anhand konventioneller Perfusionsparameter und fortschrittlicher metabolischer Biomarker.2 

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Schlaganfall im Fokus

Schlaganfälle sind die zweithäufigste Todesursache weltweit und eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen. Aufgrund der immer besseren Versorgung sinkt die Sterblichkeit in Deutschland zwar. Dennoch rechnen Experten angesichts der älter werdenden Bevölkerung mit steigenden absoluten Erkrankungszahlen. Lesen Sie hier mehr zu aktueller Forschung und Behandlungsmöglichkeiten.

Die wissenschaftlichen Grundlagen der Lösung wurden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Johannes Kaesmacher vom Inselspital der Universität Bern erarbeitet. Zusätzliche Projekte laufen derzeit an drei weiteren führenden Krankenhäusern. „Man kann nur behandeln, was man sehen kann. Die CBCT-P-Bildgebung liefert entscheidende Erkenntnisse direkt im Interventionsraum, wo Standard-Bildgebungsverfahren wie CT oder MRT nicht sofort verfügbar sind“, so Prof. Kaesmacher. „Das erleichtert eine bildgestützte Entscheidungsfindung in Echtzeit in der akuten Behandlungsphase. Dazu gehört die Beurteilung von Restverschlüssen, No-Reflow-Phänomenen und Komplikationen sowie die Vorhersage der Lebensfähigkeit des Hirngewebes und des klinischen Ergebnisses.“ 

Henrik Andersen, Chief Commercial Officer bei Cercare Medical, sagte: „Diese Zusammenarbeit ermöglicht uns, die Nutzung der Perfusionsbildgebung weltweit auszuweiten. Mit unserer eigenständigen Cercare Medical Neurosuite eröffnen wir Möglichkeiten zum Einsatz einer reinen Perfusionsbildgebung und bieten gleichzeitig Schlaganfallzentren die Flexibilität, auf eine hochentwickelte Entscheidungshilfe direkt im Interventionsraum zurückzugreifen.“ 

Carsten Bertram, Leiter Advanced Therapies bei Siemens Healthineers, fügte hinzu: „Durch die Kombination der fortschrittlichen Perfusionssoftware von Cercare mit unserer Syngo DynaCT-Technologie bieten wir eine umfassende Lösung, die Kliniker bei der Versorgung ihrer Patienten über den gesamten Behandlungspfad hinweg unterstützt. Gemeinsam setzen wir einen neuen Standard in der interventionellen Schlaganfallversorgung.“ 


  1. World Health Organization. Fact Sheet: Stroke (aufgerufen am 27. April 2026) 
  2. Konventionelle Perfusionsparameter: CBF: zerebraler Blutfluss; CBV: zerebrales Blutvolumen; MTT: mittlere Transitzeit des Blutes (durch einen Voxel); Tmax: der Zeitpunkt, zu dem die Residuenfunktion ihren Maximalwert erreicht. Fortschrittliche (proprietäre) Biomarker: CTH: kapillare Transitzeit-Heterogenität. Zeigt die ungleiche Verteilung des mikrovaskulären Durchflusses an; OEF: Sauerstoffextraktionsanteil. Spiegelt die Effizienz der Sauerstoffverwertung durch das Gewebe wider; CMRO2: Zerebraler Sauerstoffumsatz (CMRO2 = OEF x CBF). Stellt die Rate dar, mit der Sauerstoff vom Hirngewebe verbraucht wird.


Quelle: Siemens Healthineers 

27.05.2026

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