RadiologieKongressRuhr 2010!

Nachdem wir 2x erfolgreich den RKR bestritten haben und dabei die ursprünglich gesteckten Ziele sogar übertreffen konnten, gehen wir davon aus, dass die Teilnehmer in diesem Jahr eine hohe Erwartungshaltung haben, der wir mit unserem Programm 2010 gerecht werden wollen, sagt Prof. Lothar Heuser, Präsident des Radiologie-KongressRuhr 2010. Hier gibt er einen 1. Themenüberblick des Kongresses, der in diesem Jahr vom 28. bis 30. Oktober an gewohntem Orte, im RuhrCongress Bochum, stattfinden wird.

Photo: RadiologieKongressRuhr 2010!
Photo: RadiologieKongressRuhr 2010!

Interventionelle Radiologie
Der Donnerstag beginnt wie immer mit der interventionellen Radiologie. Hier stehen die akuten und die chronischen Verschlüsse der Beckenbein-Arterien im Vordergrund. Interessant sind vor allen Dingen die neueren Studien zu Medikamenten-freisetzenden Ballons und Stents und eine aktualisierte S-3-Leitlinie, die das generelle Konzept bei der Rekanalisation von Gefäßverschlüssen nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen vorgibt.

Neue Technologien
Der zweite Themenbereich umfasst die Vorstellung der neuen Technologien – beginnend mit der automatisierten Ultraschallbildgebung der weiblichen Brust. Diese neue Technologie stellt die Brust im Ganzen dar und behebt somit einen großen Nachteil der Sonografie, da die bisher angewendeten Verfahren ja handgesteuert und damit nicht so gut standardisierbar sind.
Weiter geht es mit der molekularen Bildgebung; präsentiert wird das Bündel verschiedener Verfahren – optische, nuklearmedizinische, Verfahren der MRT. Schließlich erwarten uns Vorträge über die nuklearmedizinische Diagnostik des Herzens, und über die Neuerung der SPECT-CT.

Neuroradiologie

Der Freitagvormittag ist traditionell der Neuroradiologie gewidmet. Hier geht es um die Diagnostik rund ums Auge und um Venenerkrankungen im Kopf, die nicht zwingend nur Thrombosen sind, sondern auch Fehlbildungen umfassen. Es folgt ein Beitrag über Carotis-Cavernosus-Fisteln, ein dramatisches Krankheitsbild, das man aber gut diagnostizieren und auch interventionell behandeln kann. Die Gehirnnerven-Erkrankungen – der nächste Programpunkt – sind hingegen sehr schwierig zu diagnostizieren. Neben der sicherlich bekanntesten Trigeminusneuralgie können auch die anderen Hirnnerven erkranken; hierüber werden wir informieren.

Radiologische Frühdiagnostik
Ein Punkt, der nicht nur unter medizinischen, sondern auch unter ökonomischen Aspekten diskutiert wird – die Frühdiagnostik. Im Fokus dieser Sitzung stehen die Frühidagnostik von Dickdarmerkrankungen mittels virtueller Koloskopie und das Mammografie-Screening.

Muskuloskelettale Radiologie
Der Themenschwerpunkt der Muskuloskelettal-Session sind die Knochentumoren. Sie stellen keine häufigen Erkrankungen dar, aber man sollte sie unterscheiden können, denn die frühe und genaue Diagnose ist für die Therapie-Entscheidung wichtig.

Pankreasdiagnostik & Radiologische Diagnostik bei Lymphomen
Am Samstag kommt die Pankreasdiagnostik zu Wort. Wir beschäftigen uns mit dem Stellenwert der verschiedenen Modalitäten – denn bei der Pankreasdiagnostik gibt es sowohl sonografische Verfahren als auch die Computertomografie und die MRT. Es wird uns dabei vor allem darum gehen, Stärken und Schwächen der einzelnen Verfahren herauszuarbeiten.
Abschließend werden wir in einer kurzen Sitzung auf die Diagnostik der Lymphome zu sprechen kommen; auch hier werden die neueren Erkenntnisse bezüglich Ausbreitung, Diagnostik und Therapiemonitoring und besonders der Beitrag der PET-CT gewürdigt.

FFF- Das Angebot für Weiterbildungsassistenten
Fit-für-den-Facharzt – auch auf dem RadiologieKongressRuhr! Nachdem wir bereits im vergangenen Jahr den Weiterbildungsassistenten in Bochum einen „FFF“ anbieten konnten, präsentieren wir in diesem Jahr in dem beliebten Veranstaltungsformat die Muskuloskelettale Diagnostik. Dabei geht es um die Wirbelsäule, das Iliosacralgelenk, sowohl um entzündliche als auch degenerative Erkrankungen. Besonderes Augenmerk richtet der Kurs auf das Kniegelenk, denn es ist das Gelenk, das – demografisch betrachtet – am häufigsten erkrankt und daher Radiologen in Klinik und Praxis häufig beschäftigt. Weitere Programmpunkte: die Hüfte, das Sprunggelenk, Schulter und das Handgelenk. Beim Handgelenk gibt es Fortschritte in der Bildgebung, denn mit den modernen Geräten lassen sich auch die feinen Bänder des Handgelenks gut darstellen. FFF heißt Lernerfolgskontrolle – in allen Themenblöcke werden interessante und praxisnahe Fälle vorgestellt und mit TED-System abgefragt.

Radiologie und Management
Wir haben im vergangenen Herbst erstmals einen Workshop aufgelegt, in dem es weniger um Medizin und mehr um Technik und Management geht. In diesem Jahr befassen wir uns mit der Ärztlichen Gebührenordnung für Radiologen. Es ist so, dass sich die GOÄ ständig ändert, sich aber in den meisten Fällen immer noch zu langsam entwickelt. Oft kommen die Abrechnungsziffern nicht hinterher. Auf der anderen Seite gibt es feste Vorgaben, sodass man bestimmte Abrechnungsziffern nicht miteinander kombinieren darf. Unser Workshop wird zeigen, was geht und was nicht geht und wie der Radiologe zu seinem Entgelt kommt.

Bilddatenkommunikation
Auf dem RadiologieKongressRuhr soll der Startschuss zu einem landesweiten DICOM-
E-Mail-Netz gegeben werden. Aus diesem Grund bieten wir einen weiteren Workshop an, in dem die Funktionsweise dieser Technologie erklärt wird. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit erste Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus ist geplant, dass alle Interessierten sich bei einem speziellen Stand auf dem RKR Ihre DICOM-E-Mail-Adresse abholen und dieses selbst einrichten können.

Aktualisierungskurs nach RöV
Last but not least die Pflichtveranstaltungen für alle Radiologen und MTRA alle fünf Jahre nach Facharztprüfung. Der Aktualisierungskurs nach RöV. Den ganzen Samstag und mit Prüfungsteil.

Das Programm für die MTRAs
Bei den Medizinisch-technischen Radiologie-Assistenten (MTRA) steht die Optimierung der verschiedenen Methoden im Vordergrund. Es beginnt mit den Einstelltechniken in der konventionellen Diagnostik und hier vor allem bei Aufnahmen der Schulter, denn die Schulter ist schwierig zu röntgen. Es gibt Beiträge über Dosisindikatoren aus technischer Sicht sowie einen Vortrag über die digitale Projektionsradiografie, den wir für besonders wichtig halten. Denn ein Hauptproblem der digitalen Radiografie besteht darin, dass die Einstellungswerte (Röhrenspannung und Dosis) noch aus der Filmfolientechnik stammen, die digitale Technik aber eine ganz andere Energiekonversionen hat, die Werte also angepasst werden müssen.
Der folgende Teil des MTRA-Programms dreht sich um den Schlaganfall. Hier wird neben der Hirnanatomie auch die Pathophysiologie referiert. Was passiert beim Schlaganfall? Es ist wichtig, dass die MTRAs wissen, was im Gehirn beim Schlaganfall vorgeht, um eine saubere Diagnostik durchführen zu können – und zwar sowohl mit der Computertomografie als auch mit der Magnetresonanztomografie.
Am Nachmittag geht es „um die Radiologie herum“ – sozusagen um Randthemen, die aber wichtig sind: Qualitätsmanagement, Medikamente, die in der interventionellen Radiologie oder im Rahmen der Diagnostik verabreicht werden. Ein Beitrag wird über rückenschonendes Heben und Lagern instruieren.
Abschließend bieten wir auch im MTRA-Programm eine Session über neue Techniken. Brandaktuell ist die Digitale Tomosynthese und ein erster Erfahrungsbericht aus der Arbeit mit dem PET/MR.
 

12.07.2010

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