Bildgebung

Patienten und Radiologen profitieren von Interesse an Screening-Programmen

Screening gewinnt in der Gesundheitsvorsorge immer mehr an Bedeutung.

Das axiale MR
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Bild einer 26
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jährigen Studienteilnehmerin in...
Das axiale MR - Bild einer 26 - jährigen Studienteilnehmerin in FLAIR ( fluid - attenuated inversion recovery) Technik zeigt beidseits multiple, asymmetrische, lineare und ovale Signalvermehrungen. Diese sind auf Balken und Septum hin ausgerichtet und damit charakteristisch für die Multiple Sklerose.
Quelle: Professor Norbert Hosten , Ernst - Moritz - Arndt Universität , Greifswald, Deutschland

Vom neuesten Biomarker bis hin zur Genomik und Metabolomik, das Screening von größeren PatientInnen Gruppen wird ein immer wichtigerer Teil der Vorhersage diverser Erkrankungen, führt Professor Norbert Hosten von der Ernst-Moritz-Arndt Universität in Greifswald, Deutschland während des ECR 2015 aus.

So tragen die aus Screening Studien gewonnen Informationen auf unterschiedlichste Art und Weise zum medizinischen Wissen bei, so Hosten: „Zuerst einmal wird die Relevanz der Ergebnisse durch die lange Laufzeit solcher Studien verstärkt und ebenso können die gewonnenen Ergebnisse mit anderen, gewonnen aus z.B. kognitiven Funktionstests, in Verbindung gebracht werden. Das Screening größerer Gruppen oder der Bevölkerung spielt eine große Rolle für die Radiologie, da durch die große Anzahl an PatientInnen die Akzeptanz der wissenschaftlichen Ergebnisse stark ansteigt“.

Internationale Studien werden durchgeführt
In Deutschland gib es zurzeit einige große multizentrische Studien wie zum Beispiel die Study of Health in Pomerania (SHIP), in der gesamtgesundheitliche Aspekte in Zusammenarbeit mit Epidemiologen, unter der Verwendung von Ganzkörper MRT Scans, untersucht werden. Darüber hinaus arbeiten die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) an einer gemeinsamen Studie zur Trauma-Bildgebung mit der Zielsetzung, Standardprotokolle für die am besten einzusetzende Bildgebungsmethode zu definieren.

In den Niederlanden wurden bereits in den letzten beiden Jahrzehnten größere Bevölkerungsgruppen bildgebend untersucht, darunter 10.000 bis 15.000 EinwohnerInnen nahe Rotterdam, um herauszufinden, ob Frühanzeichen von neurodegenerativen Erkrankungen identifiziert werden könnten. Als Biomarker konnten lokales Gehirnvolumen, Verteilung und Quantifizierung von Schäden an der weißen Substanz des Zentralnervensystems, subklinische Gehirninfarkte sowie Mikroblutungen identifiziert werden. Ebenso konnte die strukturale und mikrostrukturale Integrität der weißen Substanz des Zentralnervensystems genau festlegt werden, deren Beschaffenheit mit der Entwicklung von leichten kognitiven Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Demenz einhergeht, lange bevor andere Symptome auftreten.

Screening erweist sich auch im kardiologischen und onkologischen Bereich als hilfreich, wenn es darum geht, Tumoranzeichen, oder andere Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Zurzeit gibt es weitere Studien in Deutschland und Großbritannien, die auch die Frage nach der Verantwortung der RadiologInnen aufwerfen, sollten im Zuge eines Screenings Anomalien gefunden werden. „Bei traditionellen epidemiologischen Studien kommt es zu keinen Interventionen. Bei radiologischen Screenings wissen die RadiologInnen aber wie ein Tumor der Niere aussieht, wenn sie einen solchen während eines Scans entdecken. Ich denke, wir sind verpflichtet, hier zu intervenieren, aber die große Frage ist, wann machen wir das und wann nicht?“, so Hosten.

05.03.2015

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