Melanomzellen, gefärbt für Zellstrukturen und Zellteilungsmarker
Melanomzellen, gefärbt für Zellstrukturen und Zellteilungsmarker

Bildquelle: Sarah Scharfenberg, AG Tumorheterogenität & Plastizität, UK Essen, UDE

News • Hautkrebs-Forschung

Melanome: Konservierung der Ruhephase verhindert Rückfälle

Das Melanom ist ein Tumor, dessen Zellen sich besonders dynamisch verändern. Ruhephasen und aktive Zellteilung können sich hier schnell abwechseln. Einige Melanomzellen befinden sich in einem eher langsamen Zyklus und scheinen nicht wesentlich zum Krebswachstum beizutragen. Es handelt sich dabei jedoch um Zellen vom sogenannten Persister-Typ, die oft erst während einer Krebsbehandlung in die aktive Zellteilung wechseln.

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen haben in Laborversuchen deshalb eine neue Strategie erfolgreich erprobt und kürzlich im Journal „Nature Communications“ veröffentlicht. Durch einen neuen Wirkstoff konnten sie im Zellkultur-Modell die Persister-Zellen in der Ruhephase halten und somit angreifbar für eine medikamentöse Behandlung machen.

Diese Doppelschlag-Strategie könnte ein großer Fortschritt für die Krebstherapie werden. Der nächste Schritt muss aber zunächst sein, dass wir unsere Erkenntnisse in der klinischen Praxis erproben und hoffentlich bestätigen

Alexander Rösch

„Durch den Wechsel aus der Ruhephase in die aktive Zellteilung entweichen diese Persister-Zellen den meisten Krebsmedikamenten. Indem sie dann verstärkt nachwachsen, verursachen sie den Rückfall“, erklärt Prof. Dr. Alexander Rösch aus der Klinik für Dermatologie an der Universitätsmedizin Essen. Was diese Persister-Zellen auf molekularer Ebene kennzeichnet und wie sich der Wechsel zwischen Aktivität und Ruhephase verhindern lässt, hat er mit seinem Forschungsteam der KFO 337 „PhenoTImE“ und kooperierenden Arbeitsgruppen des SFB 1430 nun genauer untersucht.

Die Forschenden sind in den Persister-Zellen auf das Protein KDM5B gestoßen. Wenn es besonders aktiv ist, verharren die Zellen in der Ruhephase. Die Forschenden vermuten: „Um langfristiges Tumorwachstum aufrechterhalten zu können, müssen Melanomzellen das hohe Aktivitätsniveau von KDM5B wieder verlassen.“ Diese Flexibilität unterbanden die Forschenden nun im Labor durch den Wirkstoff Cpd1. Sie beobachteten einen weiteren vielversprechenden Effekt: Unter Einfluss von Cpd1 konnte ein zusätzlich verabreichtes Krebsmedikament seine volle Wirkung entfalten. „Diese Doppelschlag-Strategie könnte ein großer Fortschritt für die Krebstherapie werden. Der nächste Schritt muss aber zunächst sein, dass wir unsere Erkenntnisse in der klinischen Praxis erproben und hoffentlich bestätigen“, so Prof. Rösch. 


Quelle: Universität Duisburg-Essen

09.06.2022

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

News • Krebsforschung

Überlebensstrategie gefährlicher Tumore entschlüsselt

Vielversprechende Ergebnisse: Forschende der Medizinischen Fakultät der UDE untersuchen, wie es Tumoren gelingt, sich gegen Therapien und Medikamente erfolgreich zu wehren.

Photo

News • Künstliche Intelligenz

Die Bedeutung von KI für die Krebsmedizin

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in den Alltag, auch in der Krebsmedizin. Sie hat das Potential, bei Entscheidungen zu unterstützen und Diagnosen und Therapien zu verbessern.

Photo

News • Vom Bild zum Gen

Minitumoren zeigen künftige Therapieoptionen bei Darmkrebs auf

Forscher am DKFZ kombinieren mikroskopische und genetische Hochdurchsatzverfahren mit maschinellem Lernen und zeigen so im Organoid-Modell, welche Medikamente Potenzial gegen Darmkrebs haben.

Verwandte Produkte

Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

Research Use Only

Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

SARSTEDT AG & CO. KG
Shimadzu – CLAM-2030

Mass Spectrometry

Shimadzu – CLAM-2030

Shimadzu Europa GmbH
Shimadzu – LCMS-8060NX (RUO)

Mass Spectrometry

Shimadzu – LCMS-8060NX (RUO)

Shimadzu Europa GmbH
Shimadzu – MALDImini-1

Research Use Only

Shimadzu – MALDImini-1

Shimadzu Europa GmbH
Newsletter abonnieren