Illustration einer Hand, an deren Zeigefinger ein Blutstropfen hängt. Vom...
Die Illustration veranschaulicht das IMF-Verfahren: Eine Blutprobe wird mittels Infrarotspektroskopie ausgelesen, um molekulare Signaturen sichtbar zu machen. So lassen sich Krankheiten frühzeitig erkennen.

© LMU / Mihaela Žigman 

News • Infrarot-Blutanalyse

Molekularer „Fingerabdruck“ für bessere Früherkennung von Krebs

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert ein wegweisendes Forschungsprojekt an der LMU München und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik mit rund einer Million Euro.

Ziel des Vorhabens unter Leitung von Prof. Dr. Ferenc Krausz und Prof. Dr. Mihaela Žigman ist es, eine neue Form der molekularen Krebsdiagnostik zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen. Da eine frühzeitige Diagnose bei den meisten Krebsformen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist, eröffnen molekulare Blutanalysen hier neue Möglichkeiten: Sie machen krankheitsbedingte Veränderungen einzelner Organe im Zusammenspiel des gesamten Körpers sichtbar und verbessern so die Früherkennung. 

Besonders vielversprechend sind Ansätze, bei denen die Infrarotspektroskopie aus einer einfachen Blutprobe molekulare Signaturen erfasst. Damit lässt sich die Gesundheit ganzheitlicher bewerten und lassen sich Krankheiten potenziell deutlich früher erkennen als mit bisherigen Standardverfahren. Ziel der Münchner Forschenden ist es, durch die spektroskopische Messung einer Blutprobe Hinweise auf Krebs in sehr frühen Stadien zu erhalten. Diese Proben können im Rahmen einer regulären medizinischen Untersuchung gewonnen werden, ohne eine zusätzliche Belastung für die Patientinnen und Patienten darzustellen. 

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News • Früherkennung

Infrarot-Spektroskopie spürt Krebs im Blut auf

Krebs kann an zahlreichen Stellen in Körpergeweben wachsen und stellt eine enorme Bedrohung für unsere Gesundheit dar. Könnte man Krebswachstum jedoch frühzeitig erkennen, wären die Chancen, ihn zu besiegen, realistischer. Das Broadband Infrared Diagnostics (BIRD) Forschungsteam in der attoworld-Gruppe des Lehrstuhls für Laserphysik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)…

Der Mehrwert des „InfraRed Molecular Fingerprinting“ (IMF) liegt in der ganzheitlichen Ansatz der Methode: Das Verfahren ist minimal-invasiv, benötigt kaum Probenvorbereitung und liefert in kurzer Zeit präzise Messdaten. „Solche Datensätze sind eine wesentliche Voraussetzung, um Krebs zuverlässig früh zu erkennen und damit die Chancen auf erfolgreiche Behandlungen deutlich zu erhöhen“, erklärt Žigman. Entwickelt wurde die Technologie am Lehrstuhl für Laserphysik der LMU gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik. 

In den kommenden zwei Jahren richtet das Forschungsteam in der klinischen Studienplattform Lasers4Life den Fokus auf Lungenkrebs – weltweit eine der häufigsten Tumorerkrankungen und nach wie vor die führende Ursache krebsbedingter Todesfälle. Eine zuverlässige Früherkennung könnte hier entscheidend sein, um frühzeitigere Therapien zu ermöglichen und die Prognose der Betroffenen erheblich zu verbessern. 

Die Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung ermöglicht es nun, Teilnehmende an mehreren Standorten in Deutschland in die Studie einzuschließen. Dies ist entscheidend, um die erforderlichen Fallzahlen schneller zu erreichen und zugleich Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen klinischen Merkmalen aufzunehmen. Das Lasers4Life-Team an der LMU München und am LMU-Klinikum Großhadern treibt diese neue Form der Krebsfrüherkennung nun gemeinsam mit seinen Partnern voran, um robuste und gut übertragbare Ergebnisse für die klinische Praxis zu erzielen. 


Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung 

25.04.2026

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