Großer Bahnhof für neue Technologie im Universitätsklinikum Essen

Essen ist einer von drei Standorten bundesweit, der den PET/MRT im Klinikalltag erforscht

Der 27. September war ein weiterer Meilenstein für die Radiologie am Universitätsklinikum Essen. Er bewies zugleich, dass das Ruhrgebiet eine Vorreiterrolle bei der Einführung und Evaluation neuer Technologien hat und den Vergleich mit anderen Wissenschaftsstandorten nicht zu scheuen braucht. Im Beisein von Helmut Dochter, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen und namhaften Vertretern des Universitätsklinikums Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg Essen sowie der Deutschen Forschungsgesellschaft wurde der Magnetresonanz Positronenemissionstomograph (PET/MRT) offiziell eingeweiht.

Prof. Dr. Dr. Andreas Bockisch (links) und Prof. Dr. Michael Forsting (rechts)...
Prof. Dr. Dr. Andreas Bockisch (links) und Prof. Dr. Michael Forsting (rechts) mit dem neuen PET/MRT im Universitätsklinikum Essen. Quelle: B. Büscher, UK Essen

Das mit rund 4,5 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Großgerät wurde gemeinsam von der Klinik für Nuklearmedizin und dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen eingeworben. Die PET/ MRT-Technologie ist besonders effektiv bei der Diagnostik von Tumoren und der Früherkennung des Ansprechens einer Therapie, in der bildgebenden Hirndiagnostik sowie bei der Untersuchung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Rahmen ihrer Großgeräteinitiative unterstützt die DFG die Anschaffung von PET/MRT. „Unsere Fakultät wurde als einer von drei deutschen Standorten zur Förderung ausgewählt und wird mit rund 4,5 Millionen Euro gefördert“, erklärt Prof. Dr. Michael Forsting, Dekan der Medizinischen Fakultät und Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuoradiologie des Universitätsklinikums Essen. „Die DFG hat das Potenzial dieser neuen diagnostischen Methode hervorgehoben – gleichzeitig aber auch die Notwendigkeit ihrer wissenschaftlichen Evaluierung, bevor sie für die medizinische Versorgung eingesetzt werden kann“, erläutert Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Andreas Bockisch, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums. Im Rahmen umfassender Studien soll diese Evaluierung in Essen maßgeblich mitgestaltet werden. Der gemeinsame Antrag der Radiologie und der Nuklearmedizin überzeugte die unabhängigen Gutachter der DFG unter anderem aufgrund der geplanten Forschungsvorhaben und der sehr großen Erfolge, die in der Kooperation im Bereich der PET/CT bereits erzielt wurden. Die Klinik für Nuklearmedizin ist führend auf dem Gebiet der Schilddrüsentherapie – insbesondere der Therapie des Schilddrüsenkarzinoms – sowie der PET-Diagnostik und der nuklearmedizinischen Therapie – hier speziell der SIRT. Die Forschungs- und Therapiearbeit erfolgt in engster Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie.

Das innovative Kombinationsgerät vereinigt zwei Technologien: die Positronenemissionstomographie (PET) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Die erstmalige Kombination von MRT und PET in einem Gerät macht es möglich, gleichzeitig die Struktur und die physiologische Beschaffenheit von Organen, Tumoren oder Gefäßwänden sowie deren molekulare Eigenschaften und Stoffwechselfunktionen darzustellen. Auf diese Weise sollen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Krebs, Alzheimer oder Parkinson leichter und genauer identifiziert und ihr Verlauf soll besser beobachtet werden können. Der zeitgleiche Einsatz reduziert die Untersuchungsdauer.

29.10.2012

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