Telemedizin

1.000 Videosprechstunden in Pflegeheimen

Im Modellprojekt „elektronische Visite“ kommunizieren seit Mai 2016 neun Pflegeheime und elf Arztpraxen mit der gleichnamigen Videosprechstunde. Kürzlich wurde die 1.000. Sprechstunde durchgeführt.

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Eine begleitende Auswertung bescheinigt die Effektivität des Projektes. Mehrere Hundert Pflegekräfte und ca. 1.200 Bewohner von Pflegeheimen der Region Ostwestfalen-Lippe profitieren vom Einsatz der Videosprechstunden-Software elektronische Visite (elVi). Hinter dem Projekt stehen das Ärztenetz Medizin und Mehr eG (MuM), dem die teilnehmenden Ärzte angehören, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die das Projekt extrabudgetär finanziert, sowie die in der Region ansässige La-Well Systems GmbH als Entwickler der elVi.

Im Modellprojekt ist die Videosprechstunde regulärer Bestandteil der Arzt-Patienten-Kommunikation. Vor allem Routinetermine wie Verlaufskontrollen können aus der Ferne effizient abgehandelt werden, wie die Auswertung der ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH bestätigt. Demzufolge dauert eine elVi-Videosprechstunde durchschnittlich 5,15 Minuten. Die telemedizinische Begutachtung ergänzt den regulären Arztbesuch optimal. In mehr als acht von zehn Fällen (83,2 %) genügt diese sogar. Lediglich bei 16,8 % aller Visiten wird hingegen der Bedarf einer näheren ärztlichen Untersuchung festgestellt.

Untermauert werden diese Werte durch Berichte aus den beteiligten Pflegeeinrichtungen, in denen die elVi mit zunehmender Häufigkeit eingesetzt wird. Bewohner schätzen die Möglichkeit, unkompliziert einen Haus- oder Facharzt zu erreichen. Darüber hinaus können vielfach belastende Fahrten in die Praxis vermieden werden, die für Pflegekräfte oft zeitraubend begleitet werden müssen. Die Vorteile für Ärzte liegen vor allem im Wegfall zahlreicher Hausbesuche. Insgesamt konnten im Rahmen des Projektes mehrere Krankenhauseinlieferungen verhindert sowie unzählige überflüssige Fahrtwege und Arbeitsstunden auf ärztlicher wie pflegerischer Seite eingespart werden. Die freigewordene Zeit ermöglicht eine engere Betreuung, welche sich wiederum positiv auf die Behandlungsqualität auswirkt. Damit ist die Videosprechstunde im pflegerischen Kontext ein echtes Zukunftsmodell.

Die Evaluation dient als Grundlage für die laufende Weiterentwicklung der elVi. Mit dem Meilenstein von 1.000 Videosprechstunden im Rücken planen die Entwickler derzeit mehrere neue Projekte. Denn eines hat sich im Projekt gezeigt: Die Videosprechstunde elVi bedeutet effektive Arzt-Patienten-Kommunikation mit Mehrwehrt für alle Beteiligten.


Quelle: ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH

01.02.2018

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