Klinikflur (Symbolbild)

Bildquelle: Unsplash/Alvin Leopold

Forschungsprojekt PALLADiUM

Wie kann Digitalisierung die Palliativmedizin verbessern?

Palliative Care verfolgt das Ziel, das Leid schwerstkranker und sterbender Menschen am Lebensende in all seinen Facetten – physisch, psychisch, sozial und spirituell – zu lindern. Multiprofessionelle Teams arbeiten in diesem Bereich und noch arbeiten sie in einem vergleichsweise geringen Digitalisierungsgrad.

Das Forschungsprojekt „PALLADiUM – Palliative Care als digitale Arbeitswelt“ hat zur Aufgabe, Digitalisierungsprozesse zur Unterstützung und Verbesserung der Zusammenarbeit von Fachkräften der verschiedenen beteiligten Berufsgruppen zu analysieren und zu gestalten. Das Projekt vereint hierfür drei fachliche Perspektiven – Soziologie, Medizin und Wirtschaftsinformatik. Die Forschenden haben den Auftrag, die traditionell technik- und digitalisierungsferne Arbeitswelt der Palliativ Care zu analysieren und Prozesse für die digitale Arbeitswelt Palliative Care zu definieren.

Im Kern des Projekts „PALLADiUM“ steht somit die Gestaltung eines digital-unterstützten Arbeitssystems zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Fachkräften der verschiedenen beteiligten Professionen. Der vergleichsweise geringe Digitalisierungsgrad von Palliative Care stellt dabei die herausragende Chance dar, prototypisch zu erforschen, wie Informations- und Kommunikationstechnologie und Digitalisierungsprozesse in einem frühen Stadium gestaltet werden können und welche Arbeitsbedingungen sowie Kompetenzen geschaffen werden müssen, um Akzeptanz und souveränen Umgang mit digitalen Technologien zu ermöglichen.

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Die Soziologie, vertreten durch Prof. Dr. Werner Schneider, Universität Augsburg, zielt auf das Verständnis sozialer Prozesse bei der interaktiven Herstellung und Vermittlung von Wissen im Zusammenspiel von medizinischem, pflegerischem sowie therapeutischem Personal. Die Medizin, vertreten durch Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Palliativmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, steuert das Wissen zur Palliativmedizin insgesamt bei. Und die Wirtschaftsinformatik, vertreten durch Prof. Dr. Henner Gimpel, Inhaber des Lehrstuhls für Digitales Management an der Universität Hohenheim, übernimmt das Thema Technologiekompetenz gepaart mit Mensch-Maschine-Interaktion und kollaborativer IT-basierter Arbeit.

Im interdisziplinären Zusammenspiel entstehen versorgungsrelevantes Wissen und Artefakte (Work System Design, Funktionsdemonstrator eines KI-basierten Assistenzsystems) für die Arbeitswelt Palliative Care aber auch andere Arbeitswelten in Gesundheitsversorgung und Pflege, die ähnlichen Logiken und Herausforderungen folgen (Personenzentrierung, multiprofessionelle Zusammenarbeit, heterogene Informations- und Wissens- sowie Kompetenzlagen etc.).

Das Projekt ist im April 2021 gestartet und wird in Höhe von € 745.000 mit Zwischenevaluation für die Dauer von drei Jahren durch das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) gefördert.


Quelle: Universitätsklinikum Augsburg

20.05.2021

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