Welt-Hepatitis-Tag 2010

Die Infektionskrankheiten Hepatitis B und C zählen zu den häufigsten Viruserkrankungen weltweit. Unter dem Motto "Das ist Hepatitis..." ruft die Deutsche Leberhilfe e.V. anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 19. Mai Politik, Mediziner und die Bevölkerung dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Erkrankten zu zeigen.

Photo: Welt-Hepatitis-Tag 2010

An einer chronischen Virushepatitis leidet bereits jeder zwölfte Mensch, allein in Deutschland sind bis zu eine Million Menschen betroffen.Unbehandelt kann die Erkrankung zu gefährlichen Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs führen.

"Viele Betroffene werden leider erst klinisch auffällig, wenn sie  bereits an einer fortgeschrittenen Lebererkrankung leiden", meint  Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe  e.V. "Dabei könnten viele Spätfolgen verhindert werden, wenn erhöhte Leberwerte konsequent abgeklärt würden", so Niederau. Hepatitis B und C verursachen oft keine eindeutigen Symptome. Die überwiegende Mehrzahl der Betroffenen ahnt nichts von ihrer Infektion. Es ist daher zu befürchten, dass in den kommenden Jahren immer mehr Menschen erst im Spätstadium ihrer Erkrankung mit der Diagnose Hepatitis  konfrontiert werden. Die steigende Zahl der Leberkrebsfälle in  Deutschland ist ein Indiz hierfür.

Wirksam behandelbar durch frühe Diagnose

Die Deutsche Leberhilfe e.V. fordert anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement für Prävention, Früherkennung und Behandlung von Hepatitis B und C sowie die Aufnahme des Leberwertes GPT in die Vorsorgeuntersuchung  Check-Up 35. Unterstützt wird diese Forderung auch von der Deutschen Leberstiftung und dem Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) e.V.

Mit besseren Früherkennungsprogrammen für Hepatitis B und C kann das Risiko, Langzeitschäden zu entwickeln, deutlich gemindert werden. Denn beide Erkrankungen lassen sich erfolgreich behandeln: Hepatitis C ist heute oft heilbar, chronische Hepatitis B ist kontrollierbar.

Hepatitis auf der Agenda 2010 der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Nach WHO-Schätzungen sind bereits mehr als 500 Millionen Menschen weltweit chronisch mit Hepatitis B oder C infiziert. Auf der Jahreshauptversammlung wird derzeit eine Resolution geprüft, Hepatitis B und C künftig offiziell auf die WHO-Liste der am dringendsten zu bekämpfenden Infektionskrankheiten aufzunehmen. Es  besteht zudem eine realistische Chance, dass die WHO künftig den Welt-Hepatitis-Tag offiziell unterstützt - eine Auszeichnung, die bisher nur acht anderen Erkrankungen zuteil wurde.

19.05.2010

Mehr zu den Themen:
Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Sinusvenenthrombose

Nebenwirkung nach Corona-Impfung erfolgreich behandelt

Seit Mitte März 2021 sind in Deutschland und anderen Ländern nach Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 mit dem Impfstoff von AstraZeneca (Vaxzevria) seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen…

Photo

Prophylaxe und Therapie

Neuer Inhalator soll vor Covid-19 und dessen Mutationen schützen

Die Corona-Pandemie stellt auch weiterhin eine globale Bedrohung dar: Bislang konnte nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtbevölkerung geimpft werden. Zudem besteht die akute Gefahr von Mutationen des…

Photo

Prävention & Früherkennung

Herzinfarkt-Symptome bei Frauen: Tückisch uneindeutig

Der Herzinfarkt kommt plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel. Umso tragischer, dass pro Jahr über 46.000 Herzinfarkttote in Deutschland zu beklagen sind. Denn viele der Sterbefälle wären zu…

Newsletter abonnieren