Fuse Full Spectrum Endoskopie

Verbesserte Adenomdetektion in Studie und Praxis

Ist die Koloskopie effektiv genug bei der Adenomdetektion und wie kann mit innovativer Technologie die Adenomdetektionsrate verbessert werden? Diese Fragen sowie aktuelle Studiendaten und Praxiserfahrung mit dem innovativen Fuse-System diskutierten führende Experten auf einem Symposium der Firma EndoChoice im Rahmen des Kongresses „Viszeralmedizin 2014“ der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS) in Leipzig.

Photo: Verbesserte Adenomdetektion in Studie und Praxis
Quelle: EndoChoice

Professor Dr. Ralf Kiesslich, Frankfurt, betonte: „Intervallkarzinome sind für Patienten und Ärzte ein Desaster, weil sie nach einer Koloskopie auftreten, die eigentlich vor Dickdarmkrebs schützen sollte. Ein wichtiger Surrogatmarker für die Güte der Koloskopie ist die Adenomdetektionsrate. Je höher diese ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Intervallkarzinomen.“ Wie eine aktuelle Studie zeigt, kann das neue Fuse®-Koloskopie-System die Adenomdetektionsrate im Vergleich mit der Standardkoloskopie signifikant verbessern.1 Dies spiegele sich auch in der Praxiserfahrung wider, so die Experten übereinstimmend.

Die Koloskopie ist der Goldstandard, um Darmerkrankungen wie Kolorektaltumoren bzw. deren Vorstufen nachzuweisen. „Trotz Fortschritten in der technologischen Entwicklung bleibt die Adenomdetektion die große Herausforderung, um Intervallkarzinome zu verhindern“, erklärte Dr. Christian Friedrich, Offenbach. „Je höher die Adenomdetektionsrate ist, desto geringer ist das Intervallkarzinom-Risiko“, pflichtete ihm Professor Dr. Helmut Neumann, Erlangen, bei. In einer kürzlich publizierten Studie war jeder Anstieg der Adenomdetektionsrate um 1 Prozent mit einer Abnahme des Krebsrisikos um 3 Prozent verbunden.2 Bisher konnten Endoskope lediglich bis zu 170 Grad in der Sicht nach vorne darstellen. Besonders zwischen den Wandfalten des Darms können deshalb Polypen oder Läsionen übersehen werden. Das neue Fuse-System (Full Spectrum Endoscopy) verfügt als einziges Koloskop über drei Kameras an der Distalspitze und deckt damit ein Sichtfeld von breiten 330 Grad ab. Die Aufnahmen werden auf drei Monitoren dargestellt.
 

Fuse: Studie zeigt bessere Adenomdetektion
Eine internationale randomisierte multizentrische Studie hat gezeigt, dass das Fuse-System die Genauigkeit der Untersuchung erheblich verbessert und dafür sorgt, dass deutlich weniger Adenome bei den Koloskopien übersehen werden als mit den üblicherweise verwendeten Koloskopen. In der Studie wurden die Ergebnisse von am selben Tag unmittelbar aufeinander folgenden Tandem-Koloskopien bei 185 Patienten verglichen. Bei den 88 Patienten, die als erstes eine Standardkoloskopie erhielten, wurden zunächst 29 Adenome entdeckt; bei der anschließenden Zweitkoloskopie dieser Patienten mit dem Fuse-System kamen dann noch einmal 20 Adenome hinzu, was einer Befundzuwachsrate von 69 % entspricht. Mit der Standardkoloskopie waren also 41 % der Adenome übersehen worden, mit dem Fuse-System waren es nur 7 %. Diese hohe Miss-Rate bei der Standardkoloskopie stellt für Ärzte wie auch Patienten eine große Sorge dar. Bei 5 Patienten der Studie wurden mit der Standardkoloskopie überhaupt keine Adenome gefunden, bei der anschließenden Fuse-Endoskopie jedoch präkanzeröse Polypen nachgewiesen. Die Standardkoloskopie ergab also bei 6 % der Patienten scheinbar unauffällige, falsch negative Befunde. Bei den Patienten, die als erstes eine Koloskopie mit dem Fuse-System erhielten, ergaben sich in keinem Fall falsch negative Untersuchungen. „Die Leitlinien empfehlen ein Untersuchungsintervall von 10 Jahren bei unauffälliger Koloskopie. Umso wichtiger ist eine hohe Adenomdetektionsrate“, kommentierte Neumann.


Praxiserfahrung bestätigt Studienergebnisse
Die Problematik der versteckten Polypen oder Läsionen hinter der Faltenstruktur verdeutlichte der Experte anhand eines konkreten Falles: Ein Patient wurde vier Monate nach der Entfernung eines kleinen Adenoms im Bereich der Ileozäkalklappe zur Kontrolluntersuchung mit dem Fuse-System wieder vorstellig. Bei der Koloskopie zeigte sich dann auf der rechten Seite eine kleine Läsion von ca. 8-9 mm. Die Läsion stellte sich als kolorektales Adenokarzinom ohne Lymphknotenmetastasierung heraus, das entsprechend weiterbehandelt werden konnte. „Diese Läsion war direkt hinter der Ileozäkalklappe eingeklemmt. Sie wäre mit einer Standardkoloskopie wahrscheinlich übersehen worden. Im Moment gibt es kein anderes System mit diesem Weitwinkel, und je mehr wir sehen, desto besser ist die Detektion“, erklärte Neumann. Ein weiteres Einsatzfeld sieht er bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Bei einem Patienten mit Colitis ulcerosa und schwersten Entzündungen der Schleimhäute im Übergangsbereich zum Analkanal zeigten sich zusätzlich Löcher, die bereits den Sphinkter infiltrierten. Diese waren aufgrund des großen Blickwinkels von 330 Grad auf dem rechten der drei Monitore zu erkennen. Mit dem Fuse-System konnte zudem auf eine Inversionsbewegung verzichtet werden, erklärte Neumann. „Das System mit seiner neuen Rundumsicht auf drei Monitoren ist sehr intuitiv.
 
Vor dem Hintergrund der hohen Anzahl an übersehenen Adenomen unter der Standardkoloskopie stellt Fuse eine erhebliche Verbesserung dar, die die Rate an übersehenen Adenomen reduziert und hilft, Intervallkarzinome zu vermeiden“, fasste Kiesslich zusammen.

 

Quelle:
Pressemitteilung EndoChoice

Satellitensymposium „Fuse® Full Spectrum Endoscopy -Steigerung der Adenomdetektionsrate“; Freitag, 19. September 2014 von 12:00 bis 13:00 Uhr im Rahmen des Kongresses „Viszeralmedizin 2014“, der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs-und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS); Veranstalter: EndoChoice GmbH
Referenzen

1. Gralnek et al. Lancet Oncol. 2014 15: 353–360.
2. Douglas et al. N Engl J Med. 2014: 370:1298-1306.

03.11.2014

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