Das Radiology Operations Command Center (ROCC) von Philips ist die erste...
Das Radiology Operations Command Center (ROCC) von Philips ist die erste Telepräsenz-Lösung für die Radiologie, in die sich auch Systeme von Drittanbietern nahtlos integrieren lassen.

Quelle: Philips

Covid-19 als Motor für neue Wege in der Radiologie

Teleradiologie aus der Unternehmerperspektive

In der Session „Going remote: how collaborative and virtual capabilities are transforming radiology“ auf dem Philips Live Forum während des RSNA 2020 berichteten vier Radiologieunternehmer von ihren Erfahrungen.

„Die konsequente Weiterentwicklung der Radiologie hat die Disziplin widerstandsfähig gemacht, weshalb sie auch in der aktuellen Pandemie bestehen konnte. Allerdings hat Corona in den letzten sechs bis acht Monaten zahlreiche Entwicklungen beschleunigt“, so Vijay Parthasarathy, Business Category Leader des Geschäftsbereichs Precision Diagnosis Ventures bei Philips. 

Virtuelle und kollaborative Technologien sorgen für geänderte Workflows in der Radiologie bei der Patientenvorbereitung, der Bilderstellung, Befundung und in der Nachsorge. Hieraus sind neue Konzepte wie Remote Patient Engagement hervorgegangen. Zudem bewegen sich Bilderstellungs- und Befundungsprozesse sowie die Aus- und Weiterbildung kontinuierlich in den virtuellen Bereich.

Command Center revolutioniert die Remote-Bildgebung

Wir können bei komplexen Untersuchungen unser Fachwissen optimal einsetzen und im Tagesgeschäft alle MTRA unterstützen, die Hilfe benötigen

Lawrence Tanenbaum

Lawrence Tanenbaum, MD, ist Vice President, Chief Technology Officer und Director of Advanced Imaging bei RadNet Inc, einem Betreiber von 350 Bildgebungszentren in den USA. Das RadNet-Radiologenteam befundet jährlich um die 7 Millionen Bilder.

Für Tanenbaum ist der ferngesteuerte Betrieb von Scannern nicht weniger als eine Revolution in der Bildgebung und bringt zahlreiche Vorteile: „Wir können bei komplexen Untersuchungen unser Fachwissen optimal einsetzen und im Tagesgeschäft alle MTRA unterstützen, die Hilfe benötigen.“

Teleradiologie verbessert Ausbildung und Workflows

„Dank Teleradiologie sind wir in der Pandemie genauso leistungsfähig wie vorher“, so Tanenbaum. RadNet vermittelt verfügbare Experten virtuell über das Philips Radiology Operations Command Center (ROCC). Das ROCC funktioniert herstellerneutral und ist an mehreren Standorten über mehrere Modalitäten hinweg einsetzbar. Im Falle von RadNet managen drei Mitarbeiter des Command Centers 17 MRT-Scanner, plus demnächst vier PET CT-Scanner, in den Bundesstaaten New York und New Jersey. Anwendungsbeispiele für das ROCC sind etwa Spezialisten für Herzdiagnostik, die aus der Ferne helfen, das Arbeitspensum an anderen Standorten zu bewältigen. Von der Technologie profitieren auch Neulinge, die beispielsweise bei einer schwierigen Prostata-MRT von erfahrenen Kollegen aus der Zentrale angeleitet werden können. „Wir verbinden Menschen virtuell, damit sie an einem Tag bei mehreren Prüfungen zusehen können“, erklärt der Experte.

Teleradiologie aus der Unternehmerperspektive

Quelle: Philips

Fachwissen und Erfahrung sammeln Radiologen klassisch am Bildschirm. Das Problem: Sieht man außergewöhnliche Fälle nur selten, dauert es lange, bis genug Erfahrung aufgebaut ist. Deshalb hat RadNet seine Command Center in Schulungszentren umgewandelt. Dort sehen die Befunder jeden Tag Hirn-MRTs und Kardioscans, lernen die Details der Brust-MRT kennen und machen sich mit anderen komplexen Befundungsaufgaben vertraut.

Digitale Schulungen lohnen sich, so Tanenbaum: „Das digitale Command Center ist neu für uns, zeigt aber bereits jetzt verschiedene Vorteile, etwa weniger Reisezeit bei den Technikern, was auch die Kosten für den Ersatz vor Ort reduziert.“

Einfacher Zugriff auf frühere Untersuchungen

Wir waren gut aufgestellt, als uns die Pandemie erreichte, denn wir hatten ein zentrales Problem gelöst: die Übertragung der Bilder aus der Datenbank des Kunden zu der des Remote-Anbieters

Lawrence Bub

Lawrence Bub, MD, Gründer, Managing Partner und Direktor des Teleradiologieunternehmens Direct Radiology, betreut mit seinem Team von rund 115 Radiologen ca. 400 Einrichtungen und befundet jährlich mehr als eine Million Bilder, meist von Notfallpatienten. „Wir waren gut aufgestellt, als uns die Pandemie erreichte“, so Bub, „denn wir hatten ein zentrales Problem gelöst: die Übertragung der Bilder aus der Datenbank des Kunden zu der des Remote-Anbieters. „Zu Beginn musste jede Untersuchung manuell an unser System geschickt werden, aber auch die relevanten älteren Befunde mussten händisch gesucht und weitergeleitet werden.“

Heute arbeitet Direct Radiology mit einem Tool, das selbständig in jedem beliebigen PACS nach früheren Aufnahmen sucht. „Wir sind nicht unmittelbar an das PACS unserer Kunden angebunden, können aber mithilfe eines Algorithmus Bestandsbilder erkennen. Typischerweise rufen wir fünf relevante Aufnahmen plus die dazugehörigen Befunde pro Patient auf.“ Damit entfällt die Unterstützung durch einen IT-Techniker.

Ein weiteres großes Problem der Teleradiologie ist die Verteilung ankommender Fälle auf verfügbare Radiologen, insbesondere wenn bei Notfällen die Ergebnisse innerhalb von 30 Minuten vorliegen müssen. Bubs Team entwickelte eine Anwendung, die freie und belegte Ressourcen anzeigt. Das Tool errechnet anhand vergangener Auslastungen pro Tag und Stunde freie Kapazitäten und Volumen – und das 2 bis 4 Wochen im Voraus. Radiologen klicken auf einen Weblink und planen ihre Termine selbst. Damit erübrigen sich E-Mails bei Schichtwechsel, denn das System aktualisiert die Daten aller anderen Teammitglieder automatisch. 

Eine Lösung ohne RIS

CEO Randall Stenoien, MD, ist Eigentümer von Houston Medical Imaging (HMI) und Präsident von Innovative Radiology, einem Unternehmen, das mit 17 Radiologen 25 diagnostische Zentren betreut. „Unser Workflow funktioniert ohne Radiologie-Informationssystem (RIS): Wir arbeiten zu 100 Prozent PACS-basiert. HMI ist eine Flaggschiff-Einrichtung in Houston mit vier CTs, PET-CTs und Tomosynthesesystemen. Wir befunden etwa 250.000 Bilder pro Jahr, vergleichsweise wenig, da wir uns die Kunden sehr genau aussuchen, für die wir Leistungen erbringen möchten.“

Jedes neue HMI-Zentrum muss eine sichere VPN-Verbindung einrichten, um Bilder an das PACS zu versenden. „Jede Klinik muss auch ein webbasiertes Bestelltool verwenden, das Bestandteil der Enterprise Imaging Plattform ist. Der Kunde erteilt einen Auftrag mit Patientendaten und der Anfrage zu der geforderten Untersuchung. Der IT-Techniker fügt die Untersuchungsdaten hinzu und lädt die DICOM-Daten zur Befunderstellung hoch.“

Radiologen arbeiten gerne mit dem System, weil es PACS-basiert ist und aussagekräftige Inhalte liefert

Randall Stenoien

Dieses Verfahren ist besonders dann hilfreich, wenn Patienten verschiedene Einrichtungen besuchen und Radiologen mit nur einem Tool arbeiten möchten. „Durch den Umstieg auf ein rein PACS-basiertes System ist unsere Produktivität um 20 Prozent gestiegen. Befunde aus Krankenhäusern sind oft eher allgemein gehalten, unsere Art der Befunderstellung ist daher einzigartig: Wir fügen zahlreiche Bilder, aussagekräftige Inhalte sowie Hyperlinks in die Befunde ein. Patienten können auf ihre Befunde zugreifen und ihren Zuweisern Zugriff auf die Daten geben“, so Stenoien.

Der webbasierte Auftragseingang für Befundanfragen ermöglicht einen Workflow ohne RIS; er senkt die Integrationskosten zwischen den Systemen am Remote-Standort und dem Leistungserbringer. Auf weitere Daten kann von jedem Viewer aus zugegriffen werden. Mit Bildern und quantitativen Daten angereicherte Untersuchungsbefunde haben echten Mehrwert für zuweisende Ärzte und stärken das Engagement der Radiologen, erklärt Stenoien: „Radiologen arbeiten gerne mit dem System, weil es PACS-basiert ist und aussagekräftige Inhalte liefert.“ 

Die Untersuchung findet den Radiologen – nicht umgekehrt

Andrew Deutsch, MD, MBA, ist Gründer, Chairman und CEO von Renaissance Imaging Medical Associates (RIMA). Sein Team aus mehr als 120 Radiologen betreut rund 70 Kunden und befundet ca. 1,8 Millionen Bilder pro Jahr. „Als wir unser Unternehmen vor 22 Jahren gründeten, kamen wir alle aus der akademisch-wissenschaftlichen Ecke der Radiologie und wollten den akademischen Herangang in die nicht-akademische Welt bringen“, erklärt er. Das Unternehmen bietet seinen Radiologen eine einheitliche Untersuchungs- und Befundoberfläche an, versteht sich aber nicht als Teleradiologieunternehmen, betont Deutsch: „Wir arbeiten nur von unterschiedlichen Stellen aus und betreiben kein Outsourcing unserer Aufträge.“

RIMA nutzt zwei Tools von Philips: das interaktive Multimedia-Befundsystem und den Orchestrator für den Workflow. Deutsch und sein Team wollten ein System entwickeln, das drei Schlüsselaspekte der Workflow-Orchestrierung löst: Erstens, die Priorisierung von Untersuchungen, zweitens die Befundung durch Subspezialisten und drittens das Beziehungsmanagement, denn der Zuweiser möchte den Radiologen gerne kennen, der seine Fälle befundet. „Wir möchten Zuweiser und Radiologen zusammenführen, die bereits miteinander gearbeitet haben. Diese spezielle Aufgabe löst jetzt unser System: Nicht der Radiologe wählt die Untersuchung, sondern die Untersuchung wählt den Radiologen.“

Wir arbeiten auf verschiedene Standorte verteilt und können überall befunden

Andrew Deutsch

Bei 54 Prozent der von RIMA bearbeiteten Untersuchungen liegt in weniger als 30 Minuten ein vollständiger Befund vor. Die zusätzliche Workflow-Orchestrierung, so Deutsch, hat die Bearbeitungszeit reduziert und den Prozentsatz an Untersuchungen, bei denen das Service-Level Agreement eingehalten wurde, um 20 Prozent erhöht.

Vor allem in der ersten Phase der Pandemie war das schiere Untersuchungsvolumen eine echte Herausforderung, berichtet Deutsch. Doch das RIMA-System erwies sich als „perfekt für das Covid-Szenario, nichts musste geändert werden. Wir arbeiten auf verschiedene Standorte verteilt und können überall befunden. In den letzten 20 Jahren hatten wir keinen einzigen Crash. Einige Krankenhäuser, mit denen wir zusammenarbeiten, hatten mehrere Tage mit Schadsoftware zu kämpfen, wir aber konnten weitermachen, und das sogar, als das Internet des Kunden zusammenbrach. Wir haben den interventionellen Radiologen zur Unterstützung ins Krankenhaus geschickt, während die übrigen Radiologen weiter von zu Hause aus befundet haben. Das System ist perfekt auf diese Art von Workflow zugeschnitten.“

15.01.2021

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