Berufskleidung in Kliniken könnte mithilfe von Nanopartikeln zu einer effektiven Abwehrschicht gegen Erreger werden.
Quelle: University of Manchester

Nanopartikel

So wird der Arztkittel zur Waffe gegen Bakterien und Viren

Materialwissenschaftler der University of Manchester haben zusammen mit chinesischen Kollegen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Nanopartikel aus Kupfer auf Kleidung anbringen lassen. Somit könnten sich Ärzte, Krankenschwestern und Pflegepersonal vor der Übertragbarkeit von Keimen schützen.

Der Ansatz ist angesichts der Gefahren durch multiresistente Keime in Krankenhäusern wichtig. So geht die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene allein für die Bundesrepublik von 900.000 Infektionen und 30.000 bis 40.000 Todesfällen durch Keiminfektionen aus. Die britische Regierung schätzt die Kosten durch Infektionen in den Krankenhäusern des Landes im Jahr 2015 auf 2,3 Mrd. Pfund (rund 2,6 Mrd. Euro). Kupfer tötet Bakterien und Viren ab, sogar die, die gegen heute eingesetzte Desinfektionsmittel resistent sind. Das nutzen die Forscher aus. Edelmetalle wie Gold und Silber haben noch bessere antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften. Deren Ionen stören den Stoffwechsel der Mikroorganismen so massiv, dass die meisten absterben. Doch diese Metalle sind zu teuer, als dass man sie zur Beschichtung von medizinischen Kleidungsstücken verwenden könnte. Kupfer funktioniert ähnlich gut, ist aber weitaus billiger.

Partikel überstehen viele Wäschen

Unser Material hat exzellente antibakterielle Eigenschaften und ist äußerst haltbar

Xuqing Liu

Die Nanopartikel aus Kupfer schwimmen in einer Lösung. Die Stoffe aus Baumwolle oder Polyester werden eingetaucht. Dabei gehen die Teilchen eine innige Verbindung mit den Fasern ein. Vor diesem letzten Schritt sind zahlreiche Vorarbeiten mit diversen Chemikalien nötig, die teilweise in einer inerten Atmosphäre ablaufen müssen. "Unser Material hat exzellente antibakterielle Eigenschaften und ist äußerst haltbar", sagt Forscher Xuqing Liu. "Deshalb hat es ein hohes Potenzial für Anwendungen im medizinischen Bereich." Tests bestätigen das. Selbst nach 30 Waschgängen hatte Staphylococcus aureus keine Überlebenschance, wenn er mit der präparierten Kleidung in Berührung kam. Das Bakterium ist für Menschen harmlos, außer das Immunsystem ist geschwächt, was bei vielen Patienten der Fall ist. Die Industrie sei schon hellhörig geworden, sagt Liu.


Quelle: University of Manchester/pressetetxt

20.02.2018

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