Neuer Patientenratgeber zu Bluthochdruck & Hämophilie

Die Entwicklung wirksamer und sicherer Faktorpräparate in der Therapie von Hämophilie und anderen Blutgerinnungsstörungen führt über die letzten Jahre dazu, dass sich die Lebensqualität und auch die Lebenserwartung von Betroffenen erheblich verbessert.

Photo: Neuer Patientenratgeber zu Bluthochdruck & Hämophilie
Photo: Neuer Patientenratgeber zu Bluthochdruck & Hämophilie

Mit der gestiegenen Lebenserwartung geht leider aber auch die Entwicklung von altersbedingten Krankheitsbildern, wie z. B. Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen, Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. So können Hämophilieerkrankte von Bluthochdruck betroffen sein. Es gibt Hinweise, dass sie sogar etwas häufiger daran leiden.

Einen Überblick über die Ursachen, Anzeichen und Folgen von Bluthochdruck gibt das neue Buch von Dr. med. Angela Huth-Kühne und Dr. med. Peter Staritz: "Bluthochdruck & Hämophilie - Symptome, Diagnose und Therapie". Hier erfährt man außerdem, wie mit einem gesunden Lebensstil gegen Bluthochdruck vorgegangen werden kann und wie das Hämophiliezentrum bei der Therapie der Hypertonie mit Rat und Tat zur Seite steht.

Da Bluthochdruck nicht weh tut und häufig keinerlei Beschwerden verursacht, ist eine regelmäßige Blutdruckmessung sehr wichtig. Die Zielwerte können hier, je nach Risikofaktoren und weiteren Begleiterkrankungen, schwanken. Es ist jedoch zweifelsfrei nachgewiesen, dass Betroffene jeden Alters von einer Blutdrucksenkung profitieren; das Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt sinkt dadurch deutlich.

Durch einen gesunden Lebensstil kann jeder Hämophiliebetroffene positiven Einfluss auf seinen individuellen Blutdruck nehmen. Hierzu zählen neben gesunder Ernährung ausreichende Bewegung und Stressbewältigung.

Informationen über das Krankheitsbild Bluthochdruck sowie über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bekommen die betroffenen Patienten auch im Hämophiliezentrum. In Absprache mit dem Hausarzt / Kardiologen übernimmt das Hämophiliezentrum die Aufgabe, Risikofaktoren zu erkennen und ältere Patienten in besonderem Maße zu betreuen.

Bezugsquelle: im Buchhandel TRIAS Verlag, ISBN 978-3-8304-6001-5 oder in den Hämophiliezentren

Über Hämophilie A

Hämophilie A, umgangssprachlich auch "Bluterkrankheit" genannt, ist eine genetische Erkrankung. Durch einen Mangel oder einen Defekt des Gerinnungsfaktors VIII (FVIII) ist die Blutgerinnung gestört. Bei den Betroffenen kommt es daher immer wieder zu Blutungen in Muskeln, Gelenken oder anderen Geweben, die zu Langzeitschäden führen können. Äußere Verletzungen, auch wenn sie trivial sind, können schwerwiegende Folgen haben, da das Blut langsamer gerinnt als bei Gesunden. Das Gen für FVIII liegt auf dem X-Chromosom. Daher leiden in erster Linie Jungen und Männer an Hämophilie A. Frauen sind Konduktorinnen der Krankheit und können sie an ihre Söhne weitergeben. Selbst leiden Frauen selten an den Symptomen der Hämophilie.

Neben Hämophilie A gibt es noch die Hämophilie B, bei der der Blutgerinnungsfaktor IX betroffen ist. Hämophilie A ist die häufigere Form der Erkrankung. Weltweit, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation, gibt es rund 400.000 Bluter.

Hämophilie ist bis heute nicht heilbar. Die frühzeitige Prophylaxe von Blutungen bei Kindern ist der Therapiestandard in Deutschland. Je früher ein Hämophilie-Patient Faktor-VIII vorbeugend erhält, desto seltener sind Gelenkblutungen, wodurch die Lebensqualität jedes einzelnen Patienten steigt. Hämophilie ist so gut behandel- und beherrschbar, dass die Betroffenen ein nahezu normales Leben führen können.

 


Bildquelle: pixelio/Philipp Flury

17.10.2011

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