Milde Hypothermie

Mit sovika hat die HVM Medical GmbH aus Rotenburg an der Fulda 2010 ein neuartiges, mobiles und flexibles Thermosystem vorgestellt. Kernstück ist die mobile Kopfkühlung zur schnellen und frühzeitigen Neuroprotektion nach kardiopulmonaler Reanimation oder anderen Indikationen, bei denen eine milde Hypothermie von Nutzen sein kann, wie z. B. Schlaganfall.

Aktuelle Ergebnisse einer Probandenstudie von Priv.-Doz. Dr. Rainer Kollmar, Leiter der Stroke Unit an der Neurologischen Universitätsklinik Erlangen, zeigen: Die Anwendung der sovika® Kopfkühlung an wachen, gesunden Erwachsenen ist sicher und senkt die tympanale Temperatur, die Körperkerntemperatur sowie die Herzfrequenz.


Das neuroprotektive Potenzial der Hypothermiebehandlung nach zerebraler Ischämie ist durch experimentelle und klinische Daten belegt. Eine wesentliche Einflussgröße für die Wirksamkeit ist der unverzügliche Behandlungsbeginn nach neuronaler Schädigung. Daher wurde eine Studie an 10 gesunden Probanden beiderlei Geschlechts zwischen 28 und 42 Jahren (Median 35 Jahre) mit der für den frühzeitigen Einsatz entwickelten sovika Kopfkühlung durchgeführt. Hierzu wurden die Probanden nach einer 20-minütigen
Ruhephase für 190 Minuten mit sovika behandelt. In Abständen von 10 Minuten wurden dabei folgende Parameter erfasst: tympanale Temperatur, Körperkerntemperatur (rektal), Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung (kapillär) sowie subjektives Unbehagen anhand einer visuellen Analogskala von 0-10. Anschließend gab es eine 30-minütige Nachbeobachtungsphase sowie ein standardisiertes telefonisches Follow-up nach 24-48 Stunden.

Signifikante Temperatursenkung
Kein Studienteilnehmer musste die Behandlung vorzeitig abbrechen, bei allen konnte auch das Follow-up komplett durchgeführt werden. Die tympanale Temperatur vor Kühlungsbeginn (Baseline) betrug 36,4 °C +- 0,4 °C. Die tympanale Temperatur sank bei allen Probanden, die niedrigste Temperatur wurde nach 36 Minuten +- 12 Minuten erreicht.
Die mittlere Temperaturdifferenz zu Baseline betrug 1,7 °C (p=0,001) (Abb. 1 mitte). Die rektale Temperatur vor Beginn der Kühlung betrug im Mittel 37,3 °C +- 0,3 °C. Der kleinste Wert wurde hier nach durchschnittlich 60 Minuten erreicht. Die mittlere Differenz zu Baseline lag bei 0,65 °C (p=0,019) (Abb. 1 oben). Bei der Herzfrequenz zeigte sich ein früher Abfall der mittleren Herzfrequenz mit einem erneuten, langsamen Anstieg im weiteren Verlauf. Die geringste Frequenz wurde durchschnittlich nach 49 Minuten erreicht und die mittlere
Differenz betrug 15 / min (p=0,035) (Abb. 1 unten). Bei Blutdruck und kapillärer Sauerstoffsättigung traten keine signifikanten Änderungen auf.

Sicher und verträglich
Die gemessenen Vitalwerte zeigen die Sicherheit von sovika genauso wie die Tatsache, dass bis auf das Auftreten von Kopf- oder Nackenschmerzen mäßiger Intensität bei vier Probanden, die rasch und vollständig regredient waren, keine weiteren unerwünschten Wirkungen auftraten. Weitere Studien mit Schlaganfallpatienten sind aufgrund der vorliegenden Ergebnisse in Planung
 

18.03.2011

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