Onkologie

Kombinierte Bildgebung sorgt für hochpräzise Krebsdiagnostik

Die Kombination aus Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Magnetresonanz-Tomografie (MRT) hilft, eine Krebserkrankung so präzise wie möglich zu diagnostizieren und damit die Basis für eine wirksame Therapie zu schaffen. Der Umzug des PET-MRT vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf ins Universitätsklinikum Carl Gustav Carus ist nun abgeschlossen: In diesem Jahr sollen rund 1.000 Patienten auf Hochschulmedizin-Campus untersucht werden.

Von dem hochmodernen PET-MRT profitieren nun die Patienten des Dresdner...
Von dem hochmodernen PET-MRT profitieren nun die Patienten des Dresdner Uniklinikums.
Quelle: HZDR

Als die kombinierte PET/MRT-Anlage am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) 2011 in Betrieb ging, handelte es sich um das erste, für Patienten zugelassene Gerät in Deutschland, das zweite in Europa und das dritte weltweit. Bevor das Gerät nun am Universitätsklinikum zum Einsatz kommen konnte, fanden am HZDR intensive Forschungsarbeiten statt, um die neuartige Kombinationstechnologie für den täglichen Klinikbetrieb zu optimieren.

Die Herausforderung für den routinemäßigen Einsatz einer PET/MRT-Anlage im Klinikalltag ist, die sogenannte Schwächungskorrektur weiterzuentwickeln: Da die Strahlung im Patientenkörper abgeschwächt wird, musste ein neuer Ansatz gefunden werden, diese Abschwächung zu korrigieren, damit die Kombi-Anlage korrekte PET-Bilder erzeugen kann. Forscher am PET-Zentrum Dresden-Rossendorf verbesserten in Kooperation mit der Herstellerfirma die Software für die auf MRT-Daten basierende Schwächungskorrektur deutlich. So konnten sie auch Artefakte, die beispielsweise durch künstliche Hüftgelenke, chirurgische Schrauben oder Drähte entstehen, eliminieren.

Langjährige Forschungen als Basis für innovative Diagnostik

„Die medizinische Bedeutung der PET erhielt vor rund 15 Jahren einen Innovationsschub durch die Verbindung der PET mit der Computertomografie in einem Gerät. Von der Kombination mit der Magnet-Resonanz–Tomografie wird ein ähnlicher Impuls erwartet“ führt Prof. Jörg Kotzerke, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Dresdner Uniklinikum aus.

Die Grundlagen für die Überführung des innovativen Diagnostikverfahrens in den Klinikbetrieb lieferten die HZDR-Wissenschaftler in enger Kooperation mit Ärzten des Dresdner Uniklinikums. „In der modernen Krebstherapie ist dies ein Beispiel für ein optimales Zusammenspiel von Wissenschaftlern“, sagt Prof. Michael Baumann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und Direktor des OncoRay Zentrums. „Wir haben bereits vor mehr als zehn Jahren den Schulterschluss mit dem HZDR gesucht und in den Kollegen hervorragende Partner gefunden. Daraus ist eine weltweit vielleicht einmalige Konstellation gewachsen, in der Forschung und Patientenversorgung zeitgleich möglich sind.“

Eine wissenschaftlich äußerst fruchtbare Kooperation, betont auch Prof. Roland Sauerbrey, Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf: „Von Anfang an ging es im PET-Zentrum um gemeinsame Fragen. Grundlagenforschung, wie wir sie bei der Radiopharmaka-Entwicklung und der Optimierung der PET-Bildgebung betreiben, benötigt die Anregungen aus der Klinik, damit die Ergebnisse möglichst schnell beim Patienten ankommen.“


Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

24.04.2015

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