Zum Andenken an einen Visionär der Medizin-Technik

Zum zweiten Mal nach 2012 verleiht die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. den Alfred Breit-Preis. Preisträger dieses Jahres ist der Bonner Lehrstuhlinhaber für Radiologie Hans-Heinz Schild.

Prof. Dr. Afred Breit
*16.04.1922 † 20.05.2011
Prof. Dr. Afred Breit
*16.04.1922 † 20.05.2011

Wer war Alfred Breit? Anlässlich der ersten Preisverleihung auf dem letztjährigen Deutschen Röntgenkongress skizzierte sein Nachfolger Prof. Dr. Michael Molls, Direktor der Klinik für Strahlentherapie, Klinikum rechts der Isar, TU München den Werdegang dieses großen Strahlentherapeuten: „Prof. Breit war von 1978 bis 1992 Ordinarius und Direktor des Instituts für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Frühere Rufe auf die Lehrstühle Radiologie in Innsbruck und Heidelberg hatte er abgelehnt.

Als Arzt und Forscher erkannte er früh das große Potential neuer technologischer Entwicklungen der diagnostischen Radiologie und der Strahlentherapie. So führte er diese Innovationen in wissenschaftlicher und klinischer Anwendung zum Wohl der Tumorkranken zusammen. Prof. Breit, der Visionär der Medizintechnik publizierte 1978 weltweit als erster in „Cancer“ eine strahlentherapeutische Isodosenplanung auf der Basis von CT-Bildern. Systematisch nutzte er schon als junger Radiologe die Angiografie, später die Computer- und Kernspintomografie für die Staging-Diagnostik und vor allem auch für die individuelle Strahlentherapie-Planung von Krebspatienten. Ihm wurden hohe Auszeichnungen zuteil, u.a. die „Albers-Schönberg-Medaille“ und die Ehrenmitgliedschaften der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Radioonkologie.

Prof. Breit war viele Jahre und über eine weite Strecke parallel zu seiner Tätigkeit in München, Chefarzt für Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin wie auch Ärztlicher Direktor des Klinikums Passau. Er hatte große Verdienste um die Entwicklung der medizinischen Versorgung im ostbayerischen Raum.

Alfred Breit war ein wunderbarer Gastgeber bei Festen auf seinem Vierseit-Hof. Er liebte die Natur und Jagd und wurzelte tief in der Kultur seiner niederbayerischen Heimat. Bis zu seinem Lebensende nahm er mit großem Interesse und wachem Geist Anteil an politischen Entwicklungen, am wissenschaftlich- technologischen Fortschritt, speziell in der diagnostischen Radiologie und Radioonkologie. Vor diesem Hintergrund und in dem Wissen, dass exzellente und zukunftsfähige Forschung in der Medizin nicht hoch genug bewertet werden können, hat Alfred Breit der Deutschen Röntgengesellschaft wie auch der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie je eine Stiftung von 200.000 Euro vermacht. Im Testament hat er festgelegt, dass jährlich eine Preissumme von 20.000 Euro als Alfred-Breit- Preis ausgeschrieben wird.“

12.06.2013

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