Syphilis: Anzahl der Neuerkrankungen signifikant gestiegen

Die Anzahl der dem Robert Koch Institut (RKI) gemeldeten Syphilis-Fälle ist im vergangenen Jahr um fast 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Matthias Borst, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Diagnostica-Industrie...
Matthias Borst, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH)

Berlin –Letztes Jahr wurden bundesweit 3.698 Syphilis-Neuerkrankungen festgestellt, im Jahr 2010 waren es noch 3033 Fälle. Dies entspricht 4,5 Infektionen auf 100.000 Einwohner, der höchsten Zahl von Neuerkrankungen seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. In den Sommermonaten zwischen Juli und September überträgt sich der Erreger am häufigsten, vornehmlich in Großstädten. Obgleich durch Penicillin selten geworden, ist die Seuche also wieder im Kommen.

Die ersten Anzeichen bleiben oft unbemerkt oder heilen zunächst aus. Etwa acht Wochen nach der Infektion treten grippeartige Beschwerden auf. Sicherheit verschafft allein die Labordiagnostik: „Mit verschiedenen Tests lässt sich der Syphilis-Erreger präzise nachweisen“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH), Matthias Borst. „Auch kann mit Hilfe der Diagnostik der Krankheitsverlauf vom Arzt besser beurteilt sowie eine Einschätzung der Behandlungsbedürftigkeit vorgenommen werden.“

Erhöhte sexuelle Risikobereitschaft

Der Verbandschef begrüßt, dass die Schwangerschaftsvorsorge der Gesetzlichen Krankenversicherung Untersuchungen vorsieht, die vor einer Übertragung der Syphilis auf das ungeborene Kind schützen. Bei Blutspenden ist die Infektionsgefahr durch Pflichttestungen so gut wie ausgeschlossen.

Es könne dennoch mehr getan werden, sagt Borst. Experten vermuten als Ursache des Anstiegs eine veränderte sexuelle Risikobereitschaft. „Wenn bekannt ist, dass die sexuelle Risikobereitschaft steigt, ist Prävention umso wichtiger“, so der Verbandschef. „Gründliche Aufklärung über die Übertragungswege und den Schutz sind eines. Regelmäßige Hinweise über die Notwendigkeit, im Zweifelsfall den Arzt aufzusuchen und sich testen zu lassen, wenn man möglicherweise ein Risiko eingegangen ist, gehören dazu“, erklärt Borst abschließend.
 

25.06.2012

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