"ProTex": Hochempfindliche tragbare Sensoren messen mit Licht die Sauerstoffsättigung im Blut.

Bild: Empa

Förderung für Forschung

Smarter Stoff soll bettlägerigen Patienten helfen

Tragbare Sensoren, die Verletzungen von Haut und Gewebe bei langem Liegen verhindern: Mit diesem Projekt waren Forschende der Empa und der Universität Bern bei der aktuellen Ausschreibung des BRIDGE-Förderungsangebots des Schweizerischen Nationalfonds SNF und Innosuisse erfolgreich.

Mit dem Förderungsangebot unterstützt der SNF und die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse Projekte, die durch wissenschaftliche Exzellenz, eine klare Umsetzungsstrategie sowie wirtschaftliches und gesellschaftliches Potenzial überzeugen. Bei der aktuellen Ausschreibung wurde eine Bewerbung der Empa und der Universität Bern angenommen. Ursula Wolf, Professorin am Institut für Komplementäre und Integrative Medizin (IKIM), wird zusammen mit Luciano Boesel von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa und Guido Piai von der Interstaatlichen Hochschule für Technik NTB gefördert. Das Projekt "ProTex" erhält insgesamt rund 2 Millionen Franken.

Unsere Sensoren stellen einen neuen Ansatz im Bereich tragbarer Sensoren dar – und sind außerdem ein wichtiger Schritt in Richtung ‘smarte’ Kleidung

Ursula Wolf

Das Forschungsteam rund um das Projekt ProTex entwickelt textile, "smarte" Sensoren, die das Auftreten von Druckverletzungen verhindern. Druckverletzungen oder -geschwüre der Haut und des darunterliegenden Gewebes entstehen, wenn bei Personen mit Querschnittslähmung, die sich nicht gut bewegen können, und bettlägrigen Patienten durch Druckbelastung die Sauerstoffversorgung der Haut und des darunter liegenden Gewebes gestört ist. Die Behandlung ist aufwändig und teuer. "Das macht Druckverletzungen zu einem ernsten Gesundheitsproblem", sagt Ursula Wolf. Umso wichtiger ist es, sie gar nicht erst entstehen zu lassen.

Die ProTex-Sensoren können in Kleidung wie Unterwäsche oder Strümpfe integriert werden und messen kontinuierlich den Druck und die Sauerstoffsättigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Wenn der Sauerstoffgehalt abfällt und die Sensoren das Risiko für ein Wundliegen entdecken, lösen sie ein Alarmsignal aus. Die betreffende Person kann bewegt und umgelagert werden. "Unsere Sensoren stellen einen neuen Ansatz im Bereich tragbarer Sensoren dar – und sind außerdem ein wichtiger Schritt in Richtung ‘smarte’ Kleidung", so Wolf. Die Empa steuert dafür die optischen Fasern bei, die für die Realisierung textiler Sensoren benötigt werden. Die NTB liefert miniaturisierte Schnittstellen zu den optischen Fasern, leichte und tragbare Elektronik und die nötige digitale Signalbearbeitung. "Keiner von uns könnte das Projekt alleine durchführen", sagt Luciano Boesel von der Empa. "Zusammen haben wir die Expertise an Materialien, Optik, Elektronik, Medizin und Technik."


Quelle: Universität Bern/Empa 

20.02.2019

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