Der Siemens-Stand auf dem ECR 2022 in Wien

Foto: HiE/Behrends

Artikel • Siemens Healthineers zeigt Neuheiten in Wien

Bildgebungs-Update auf dem ECR 2022

Von MR bis CT, von kompakten Ultraschallsystemen bis zu neuen SPECT/CT-Scannern für die Nuklearmedizin – auf dem Europäischen Radiologiekongress ECR in Wien hatte Siemens Healthineers für jede Spielart der diagnostischen Bildgebung etwas dabei. Dabei setzten die Erlanger nicht nur auf die Strahlkraft ihres neuen Photon Counting CT, sondern präsentierten zahlreiche kleinere und größere Updates für sämtliche Produktfamilien. Ein stärkerer Fokus auf die mobile Radiologie und die Einbindung von KI-Tools zur Diagnose-Unterstützung waren dabei nur zwei der vorgestellten Neuerungen.

Mobiles ‚Arbeitspferd‘ mit einfacher Bedienung

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Siemens Healthineers präsentierte das mobile Röntgensystem 'Mobilett Impact' auf dem ECR 2022

Foto: HiE/Behrends

Die mobile Radiologie gewinnt zunehmend an Bedeutung: Oft können Patienten ihr Bett nicht verlassen oder für eine Untersuchung in die radiologische Abteilung transportiert werden. Das Röntgensystem ‚Mobilett Impact‘ soll hier die klinischen Abläufe erleichtern. „Am häufigsten wird mobiles Röntgen für die Lungenbildgebung auf der Intensivstation genutzt, wenn der Zustand von Patienten ständig überwacht werden muss, um wichtige Therapieentscheidungen zu treffen", sagt Verena Schön, Head of X-Ray Products bei Siemens Healthineers. 

Das mobile System richtet sich nicht nur preislich an einen breiteren Markt, sondern ist mit drahtloser Übertragung von Bilddaten und einer einfachen Benutzeroberfläche als ‚Arbeitspferd‘ für den klinischen Alltag ausgelegt, erklärt Pressesprecher Felix Michelfeit. Die leichte Bedienung verringert die Lernkurve für MTRAs und trägt damit zum einen der hohen Arbeitsbelastung, zum anderen der starken Personalfluktuation auf den Stationen Rechnung.

Dezentes Update für Photon Counting CT

Natürlich räumte das Unternehmen auch seinem Bildgebungs-Flaggschiff gebührenden Raum auf dem ECR ein. Nachdem das photonenzählende CT-System ‚Naeotom Alpha‘ bei seiner Markteinführung im vergangenen Jahr große Wellen unter Radiologen geschlagen hatte, spendierte der Hersteller anlässlich des ECR einige praktische Extras: Insbesondere verfügt der Scanner nun auch über ein 3D-Lasersystem zur präzisen Platzierung von Nadeln, das bereits bei anderen High-End-CTs von Siemens zum Einsatz kommt. Trotz des eher kleinen Updates zählte das Photon-Counting-Modell zu den Publikumsmagneten am Kongresstand von Siemens – immerhin war der ECR für viele Interessierte die erste Gelegenheit, das neue CT-System nicht nur virtuell zu sehen.

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Deep Learning als Turbo für MR-Bildgebung

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Eine hohe Beschleunigung der MR-Bildgebung führt bei konventioneller Bildrekonstruktion zu starkem Rauschen (links). Das auf Deep Learning basierende 'Deep Resolve' soll diesen Qualitätsverlust verhindern (rechts).

Bildquelle: Siemens Healthineers

Mit einer ausgefeilten KI-Lösung greift Siemens seinen Kernspin-Systemen kräftig unter die Arme: Das ‚Deep Resolve‘ genannte Tool kommt bei MRT-Untersuchungen zum Einsatz und verkürzt wahlweise die Scandauer – je nach Untersuchung um bis zu 70% – oder verbessert die Bildqualität bei gleicher Scanzeit durch individuelle Rauschreduzierung. Das Deep-Learning-basierte Tool arbeitet dafür mit den Rohdaten des Scanners, um KI-Algorithmen bereits ab den ersten Schritten der Bildrekonstruktion anzuwenden. 

„Die Kniebildgebung mit MRT dauert auf einem 3-Tesla-System in der Regel etwa zehn Minuten. Mit Deep-Resolve-Algorithmen haben wir diese Zeit auf unter zwei Minuten reduziert – bei gleicher Bildqualität und gleichem diagnostischem Wert“, nennt Arthur Kaindl, Leiter Magnetresonanztomographie bei Siemens Healthineers, ein Beispiel für die Vorzüge. Auch MRT-Untersuchungen des Gehirns sollen dank der KI signifikant schneller ablaufen. Eine derart verkürzte Scandauer soll vor allem Patienten zugutekommen, die sich in der ‚Röhre‘ schnell unwohl fühlen, wie es etwa im pädiatrischen Setting häufig der Fall ist.

SPECT/CT: Neues für die Nuklearmedizin

Symbia Pro.specta wurde für alle SPECT/CT-Bildgebungsanwendungen entwickelt und kann nach Bedarf mit spezialisierten klinischen Werkzeugen für eine optimierte Bildgebung für Kardiologie, Neurologie, Onkologie, Orthopädie und mehr angepasst werden

Antonis Kalemis

Das Siemens-Portfolio der Molekularbildgebung bekommt mit ‚Symbia Pro.specta‘ Zuwachs: Das auf dem ECR vorgestellte SPECT/CT-System verfügt nicht nur über ‚low-dose‘-CT-Funktionen von bis zu 64 Schichten, sondern erleichtert mit Features wie automatischem SPECT-Bewegungsmanagement zur Korrektur von Atembewegungen und Workflow-Unterstützungssystemen die diagnostische Routine, erklärt Antonis Kalemis, PhD, Business Manager EMEA Molecular Imaging bei Siemens Healthineers. „Symbia Pro.specta wurde für alle SPECT/CT-Bildgebungsanwendungen entwickelt und kann nach Bedarf mit spezialisierten klinischen Werkzeugen für eine optimierte Bildgebung für Kardiologie, Neurologie, Onkologie, Orthopädie und mehr angepasst werden.“ Der Scanner kann darüber hinaus für eigenständige diagnostische CT- oder SPECT-Bildgebung eingesetzt werden; dies könnte für viele Kliniken ein Anreiz sein, ihren Bildgebungs-Fuhrpark von veralteten Gammakameras auf das neue System aufzurüsten, so der Experte.

Ein Dutzend neuer Schallköpfe für die Sonografie

Ein umfangreiches Update erfuhren indes die Ultraschall-Systeme des Herstellers: Nicht weniger als 12 neue Schallköpfe auf vier umfassend überarbeiteten Acuson-Systemen bekamen Besucher des ECR zu Gesicht. Die Erweiterung der Ultraschall-Produktfamilie sei die umfassendste Aktualisierung der letzten zehn Jahre, sagte Ajay Gannerkote, President of Ultrasound bei Siemens Healthineers. „Mit diesen neuen Versionen bieten wir skalierbare und flexible Lösungen, die den Anforderungen in den meisten klinischen Bereichen gerecht werden.“ 

Die Auswahl an Schallköpfen erlaubt eine besonders effektive Anpassung an die jeweilige Art der Untersuchung: So wurde der 9C2-Schallkopf speziell für pädiatrische Patienten entwickelt, während der 18H6-Hockeystick-Schallkopf insbesondere in der muskuloskelettalen Bildgebung Vorteile bringt. Von Speziallösungen wie dem 6C1-Single-Crystal-Schallkopf für kontrastverstärkte Leberelastographien bis zu Allroundern wie dem 14L4-Schallkopf wird nahezu jeder Bereich abgedeckt. Nützliche Zusatzfunktionen wie die Ultraschall-abgeleitete Fettanteilbestimmung (UDFF) und AutoDoppler für eine effektivere Bedienung runden die bemerkenswerten Neuerungen für die Sonografie ab. (WB)

27.07.2022

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