Entwicklung

Schnelltest zum Nachweis multiresistenter Erreger

Das Forschungsprojekt IDAK, das von Hahn-Schickard koordiniert wird, will ein handliches Analysegerät entwickeln, damit Therapien schneller begonnen und Isolationszeiten verringert werden können.

Hahn-Schickard LabDiskPlayer mit Disk
Hahn-Schickard LabDiskPlayer mit Disk
Quelle: Hahn-Schickard

In Deutschland infizieren sich pro Jahr rund 500.000 Menschen bei Krankenhausaufenthalten mit antibiotikaresistenten Bakterien. Bis zu 15.000 Patienten sterben an den Folgen. Ein Nachweis der gefährlichen Erreger dauert derzeit noch mehrere Stunden bis zu einem Tag.

Diesen Zeitraum auf eine Stunde reduzieren will jetzt ein neues Forschungsprojekt der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW). Beteiligt sind sieben innBW-Institute, 17 Unternehmen und ein Fachverband. Ziel des am 28. September in Freiburg auf einem Projekttreffen gestarteten Vorhabens ist ein besonders schnelles mobiles Diagnostiksystem für die simultane Feststellung von Infektionserregern und deren Antibiotikaresistenzen auf der Ebene einzelner Zellen oder Zellcluster. „Im Erfolgsfall können mit dem neuen Gerät Infektionen schneller erkannt, Schutzmaßnahmen gezielter ergriffen und Therapien rascher gestartet werden“, erklärt innBW-Sprecher Prof. Dr. Hugo Hämmerle.

Auf diese Weise soll das Projekt dazu beitragen, die Ausbreitung von resistenten Erregern, etwa- Methicillin resistente Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA), und die Infektionen mit ihnen in Kranken-häusern signifikant zu reduzieren. Das Finanz- und Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg fördert das dreijährige Forschungsprojekt mit 3,5 Millionen Euro.

Als Experte auf dem Gebiet Lab-on-a-Chip wird Hahn-Schickard in Freiburg das Design des diagnostischen Testträgers entwickeln, so dass alle Analyseschritte der Nachweisrektion auf dem Testträger automatisiert ablaufen können. Hahn-Schickard in Stuttgart wird als Experte für mikrooptische Komponenten zusammen mit dem Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik an der Universität Ulm ein miniaturisiertes optisches Detektionssystem entwickeln, das in einer Vielzahl von Tröpfchen gleichzeitig Fluoreszenzsignale nachweisen soll.

Quelle: Hahn-Schickard

29.10.2015

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