News • Psychopharmaka-Studie

Schizophrenie-Mittel haben kaum Einfluss auf Kognition

Benzodiazepine und Antidepressiva beeinflussen die Kognition von Schizophrenie-Patienten bei langfristiger Einnahme nicht. Eine Langzeitstudie der University of Oulu und der University of Cambridge zeigt jedoch, dass die langfristige Gabe hochdosierter antipsychotischer Mittel durchaus Folgen hat.

Antipsychotische Mittel in hoher Dosierung jedoch stehen laut der Studie mit schlechteren kognitiven Leistungen in Zusammenhang. Eine lange Pause bei der Einnahme stand mit besseren kognitiven Fähigkeiten in Verbindung. Diese Studie untersuchte die lebenslange Einnahme der Arzneien.

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Quelle: Pixabay/johnhain

60 Patienten untersucht

Die Forscher haben Teilnehmer der "Northern Finnish Birth Cohort 1966" begleitet. Alle Personen waren 1966 geboren. Bei 60 Teilnehmern wurde eine schizophrene Spektrumsstörung diagnostiziert. Sie erhielten langfristig verschiedene Medikamente. Im Alter von 43 Jahren wurde eine ganze Reihe von kognitiven Tests durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Teilnehmer durchschnittlich 16,5 Jahre lang Medikamente eingenommen.

Es zeigte sich, dass eine mäßige langfristige Einnahme von verbreiteten psychiatrischen Medikamenten wie Benzodiazepine und Antidepressiva keine spürbaren Auswirkungen auf die Kognition hatte. Diese Ergebnisse stehen in Gegensatz mit früheren Forschungsergebnissen des Teams, die ergaben, dass hohe Dosierungen von Antipsychotika langfristig mit schlechteren kognitiven Leistungen in Verbindung stehen.

Keine eindeutigen Ergebnisse

Laut Forschungsleiterin Anja Hulkko sind aufgrund der Auswertung von Beobachtungsdaten und der geringen Samplegröße definitive Schlussfolgerungen nur schwer zu ziehen. Auch die Berücksichtigung der Schwere oder Dauer der Krankheit lieferte bei Antipsychotika keine Erklärung für die Ergebnisse im Bereich der Kognition.

Während einer langen Erkrankung nimmt das Risiko des Übersehens von wichtigen anderen Faktoren zu. Schwerer erkrankte Patienten mit mehr kognitiven Problemen könnten auch mehr Medikamente erhalten. "Es ist wahrscheinlich, dass die Krankheit selbst und die Behandlung mit dem Verlauf der kognitiven Leistung in Zusammenhang stehen. Die Ergebnisse wurden in "European Psychiatry" veröffentlicht.


Quelle: Pressetext

06.09.2017

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