Neue Erkenntnisse zur Entstehung von Darmkrebs

Eine Forschergruppe um Prof. Florian Greten von der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar hat eine Entstehungsweise von Dickdarmkrebs untersucht und dabei Faktoren identifiziert, die die Diagnose und Therapie des Kolonkarzinoms verbessern können. Die Arbeit wird heute in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht

Dickdarmkrebs beim Menschen entwickelt sich zu etwa 80 Prozent aus zunächst gutartigen Polypen und Adenomen, die durch eine Aktivierung des Wnt-Signalweges entstehen und über die Jahre bösartig werden können. Eine alternative Entstehungsform des Kolonkarzinoms sind Polypen mit gezackter Oberfläche, die Sägezahnadenome genannt werden. Man geht davon aus, dass diese Polypen durch Mutationen der Gene KRAS oder BRAF entstehen. Warum diese Polypen meist über eine sehr lange Zeit nicht weiter entarten und welche molekularen Veränderungen hierfür verantwortlich sind, ist bisher nur teilweise geklärt.
Die Forscher um Greten konnten erstmalig ein Mausmodell für die alternative Entstehung von Dickdarmkrebs erstellen. Sie zeigten, dass die vermehrte Produktion des Tumorsuppressors p16, eines krebsunterdrückenden Proteins, und ein damit einhergehender Wachstumsarrest (onkogen-induzierte Seneszenz) verhindern, dass Sägezahnadenome aufgrund des mutierten KRAS-Gens bösartig werden. Erst durch einen Verlust des Tumorsuppressors p16 kommt es zu einer rasch fortschreitenden Tumorentwicklung mit einer hohen Metastasierungsrate. Auch in menschlichen gutartigen Sägezahn-adenomen lassen sich eine erhöhte Produktion von p16 und eine onkogen-induzierte Seneszenz nachweisen, welche in bösartigen Tumoren verloren gehen.
Im Mausmodell der Wissenschaftler sind auch andere genetische Marker zu finden, die für Sägezahnadenome charakteristisch sind. Daher stellt es eine geeignete Basis für zukünftige Untersuchungen dar, um die molekularen Veränderungen zu identifizieren, die für die malignen Veränderungen der Sägezahnadenome verantwortlich sind. Darüber hinaus können an dem Modell verschiedene Ansätze erforscht werden, um Diagnostik und Therapie dieser Form des Dickdarmkrebses zu verbessern.

17.08.2010

Mehr zu den Themen:
Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Zusammenhang erforscht

Diabetes: Ein Risikofaktor für frühen Darmkrebs

Um herauszufinden, wie hoch das Darmkrebsrisiko für Diabetiker ist, haben Wissenschaftler die Daten von fast 13 Millionen Personen ausgewertet. Die Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrums…

Photo

Organoide

'Mini-Därme' spüren Schwachstellen von Darmkrebs auf

Darmkrebs zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es große Unterschiede zwischen den Tumoren einzelner Patienten gibt – auf genetischer Ebene und daher auch beim Ansprechen auf die Therapie.…

Photo

Darmkrebs-Forschung

Protein verhindert Tumorbildung in Darmschleimhaut

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Universität und vom Universitätsspital Zürich sowie vom Beatson Institut in Glasgow haben bei Mäusen mit MLC1 ein Protein…

Verwandte Produkte

Eppendorf – Mastercycler nexus X2

Research Use Only (RUO)

Eppendorf – Mastercycler nexus X2

Eppendorf AG
Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

Research Use Only (RUO)

Sarstedt – Low DNA Binding Micro Tubes

SARSTEDT AG & CO. KG
Shimadzu – CLAM-2030

Research Use Only (RUO)

Shimadzu – CLAM-2030

Shimadzu Europa GmbH