Quelle: Philips

On the road

MRT auf vier Rädern

Kein alltäglicher Anblick: Ab Juli ist ein Magnetresonanztomograph der Klinikgruppe Ernst von Bergmann in einem LKW-Gespann unterwegs.

Der Trailer ist Teil des Projekts „Mobiles MRT für Brandenburg“ und soll eine qualitativ hochwertige radiologische Versorgung in strukturschwachen Regionen sicherzustellen - denn die drohende Unterversorgung in der Peripherie ist eines der größten Probleme des Gesundheitssystems. Laut Future Health Index, einer von Philips beauftragten globalen Studie, sind 69% der deutschen Bevölkerung und 79% der Ärzte davon überzeugt, dass Stadtbewohner einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung haben als Menschen in ländlichen Gebieten. Hauptursachen hierfür sind der demographische Wandel und der fehlende ärztliche Nachwuchs, den es eher in die Ballungszentren zieht. Mit dem Projekt „Mobiles MRT für Brandenburg“ zeigt die Klinikgruppe Ernst von Bergmann nun, wie sich regionale Ungleichheiten verringern lassen. Die Idee: Wenn der Patient nicht zum MRT kommt, fährt das MRT eben zum Patienten.

MR-Diagnostik auf 35 Quadratmetern

Tagsüber wird untersucht, nachts wird das System an den nächsten Standort gebracht und am Morgen startklar an das Radiologie-Team übergeben

Alexander Huppertz

Je geringer die Angebotsdichte, desto länger die Anfahrtswege und die Verzögerung bis zum Erhalt einer Diagnose. Insbesondere für ältere Patienten sind die großen Distanzen und Wartezeiten eine Belastung. „Bislang kannte man die mobile Radiologie nur bei Bauvorhaben. Mit 'Mobiles MRT für Brandenburg' haben wir jetzt ein deutschlandweit einmaliges Konzept umgesetzt, um Facharztkompetenz und High End-Diagnostik in die ländlichen Regionen zu bringen. Tagsüber wird untersucht, nachts wird das System an den nächsten Standort gebracht und am Morgen startklar an das Radiologie-Team übergeben“, erklärt Privatdozent Dr. med. Alexander Huppertz, Radiologe und Geschäftsbereichsleiter Medizinische Tochtergesellschaften, Ambulante Versorgung, Kooperationen der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH. Ein Umdenken erfordert das neue Konzept bei den beteiligten Radiologen.

Der LKW-Trailer wurde von Agito Medical für die spezifischen Anforderungen der mobilen Diagnostik und den Transport eines leistungsfähigen MR-Systems umgerüstet. Für die Beförderung von A nach B sowie die Kopplung und Entkopplung an den Standorten ist das Unternehmen Colossus Logistics zuständig. Ab dem 2. Juli wird der Truck das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam, die Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig und die Lausitz Klinik Forst anfahren. Außerdem macht das Gespann Station im Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf und an der Universität Potsdam, wo das MRT in der Forschung und Lehre zum Einsatz kommen soll. Betreut werden die Patienten durch die Fachärzte der radiologischen Praxen vor Ort. Hier erfolgt auch die Terminanmeldung und Koordination. 

inside a truck with mr equipment
So sieht das Innenleben des MR-Trucks aus.
Quelle: Philips

„Wir sind stolz darauf, die Klinikgruppe Ernst von Bergmann mit einem maßgeschneiderten MR-System dabei unterstützen zu dürfen, der Bevölkerung in Brandenburg unabhängig vom Wohnort einen gleichwertigen Zugang zu moderner radiologischer Diagnostik zu sichern“, so Peter Vullinghs, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH, CEO Philips DACH und Market Leader Health Systems. Das 1.5 Tesla-System Ingenia ermöglicht es, im Trailer das gesamte Spektrum der Diagnostik inklusive anspruchsvoller Untersuchungen wie Kardio-, Prostata- und funktionelle MRT durchzuführen. „Diese Leistungen stationär an jedem Klinikstandort vorzuhalten, wäre ineffizient und mit hohen Kosten verbunden. Als kommunale Klinikgruppe sehen wir uns in der Verantwortung, auch in den ländlichen Regionen eine hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Das gelingt uns mit diesem innovativen Projekt gleich zweifach - wir bringen die Technologie und das fachärztliche Knowhow zum Patienten“, sagt Steffen Grebner, Vorsitzender der Geschäftsführung, Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH.

Die besonderen Bedingungen im Trailer verlangen ein robustes, einfach zu bedienendes Gerät mit kompaktem Design, das außerdem ohne Aufwand erweiterbar ist. „Mit dem mobilen MRT in Brandenburg bringen wir unser digitales Ingenia 1.5 Tesla-System direkt zu den Patienten“, so Heiko Borwieck, Leader Health Systems Deutschland Philips DACH. „Dank dStream-Breitbandtechnologie wird das MR-Signal direkt in der Empfangsspule digitalisiert. Das verkürzt die Scanzeiten und erhöht die Bildqualität.“ Das Signal-zu-Rausch-Verhältnis ist um bis zu 40 % besser als bei analogen Systemen. Außerdem zeichnet sich der Ingenia durch das in seiner Klasse größte auf dem Markt erhältliche Field of view und hervorragende Homogenitätswerte aus. Mit seiner großzügigen 70 cm weiten Öffnung und Feet first-Option sorgt es für hohen Patientenkomfort. Die direkt in den Tisch integrierte und verfahrbare posteriore Spule positioniert sich vollautomatisch, so dass der Patient schnell, flexibel und einfach gelagert werden kann.


Quelle: Philips

22.06.2018

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