Bundesweite Aktionswoche

Mehr Risikobewusstsein bei jungen Verkehrsteilnehmern

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) startet in Zusammenarbeit mit der AUC – Akademie der Unfallchirurgie vom 15. bis 19. Juni 2015 erstmals eine bundesweite „Aktionswoche P.A.R.T.Y.“– unmittelbar vor dem „Tag der Verkehrssicherheit“ am 20. Juni. P.A.R.T.Y. ist ein ursprünglich aus Kanada stammendes Präventionsprogramm und steht für „Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth“. Junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren verbringen einen Tag in einer Unfallklinik und erleben, wie Opfer von Verkehrsunfällen versorgt werden und welche kurz- und langfristigen Folgen Crashs haben. An der Aktionswoche beteiligen sich deutschlandweit 13 Unfallkliniken. Zum Auftakt der Aktionswoche findet am 15. Juni 2015 eine Pressekonferenz in Berlin statt.

3.368 Menschen verunglückten im Jahr 2014 auf deutschen Straßen tödlich,...
3.368 Menschen verunglückten im Jahr 2014 auf deutschen Straßen tödlich, 389.000 wurden verletzt. Besonders gefährdet sind junge Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren.
Quelle: panthermedia.net/Monkeybusiness Images

3.368 Menschen verunglückten im Jahr 2014 auf deutschen Straßen tödlich, 389.000 wurden verletzt. Besonders gefährdet sind junge Verkehrsteilnehmer zwischen 18 und 24 Jahren: Ihr Unfall- und Sterberisiko im Straßenverkehr ist das mit Abstand höchste. Es liegt etwa doppelt so hoch wie das der Gesamtbevölkerung. Überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Alkoholeinfluss, Handynutzung am Steuer oder schlicht mangelnde Fahrpraxis – die Gründe sind vielfältig, wenn junge Menschen im Straßenverkehr zum Risiko für sich und andere werden.. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt: „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ liegt in dieser Altersgruppe bei den Unfallursachen ganz vorne. Sie ist Auslöser für jeden fünften Unfall. Ähnlich hoch ist das Unfallrisiko bei den 15- bis 17-Jährigen. In dieser Altersgruppe setzt das Präventionsprogramm an. Es klärt Jugendliche über das Risikoverhalten und seine Folgen auf – und das am Ort des Geschehens: in der Unfallklinik.

Am sogenannten „P.A.R.T.Y.-Tag“ verbringen die Jugendlichen im Klassenverband einen ganzen Tag in einer Unfallklinik. Hier erleben sie, welche Stationen ein schwerverletzter Patient durchläuft: Sie besuchen einen Rettungswagen, den Schockraum, eine Intensivstation und die Physiotherapie und treffen auf ehemals schwerverletzte Unfallopfer, die von ihren Erlebnissen berichten. An der „Aktionswoche P.A.R.T.Y.“ beteiligen sich 13 Kliniken an den Standorten Stuttgart, Köln, Ludwigshafen, Koblenz, Münster, Leipzig, Regensburg, Ulm, Bad Pyrmont, Frankfurt, München, Heilbronn und Göttingen.

Wie das Präventionsprogramm P.A.R.T.Y. abläuft, wie Jugendliche das Projekt annehmen und warum junge Verkehrsteilnehmer so häufig in Unfälle verwickelt sind, darüber berichten Unfallchirurgen, Experten für Verkehrssicherheit und ein Vertreter der Polizei bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Aktionswoche P.A.R.T.Y. am 15. Juni 2015 in Berlin.

Vorläufige Themen und Referenten:

Das Präventionsprogramm P.A.R.T.Y..: Warum sich die DGU für Unfallprävention stark macht
Professor Dr. med. Michael Nerlich, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Regensburg und Professor Dr. med. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Ärztlicher Geschäftsführer der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt und Chefarzt der Unfallchirurgie, Frankfurt/Main

P.A.R.T.Y.: An wen richtet sich das Programm und wie läuft es ab?
Dr. PH Ulla Krause, Dipl.- Pol. & Gesundheitswissenschaftlerin, Leiterin Nationale Koordinierungsstelle P.A.R.T.Y. bei der Akademie der Unfallchirurgie GmbH, München

Handy, Alkohol und Raserei: 18-24-Jährige verunglücken auf deutschen Straßen am häufigsten
Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin

Prävention von Unfällen: Wie können wir bei der Aufklärung zusammenarbeiten und junge Menschen besser erreichen?
Christian Kellner, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V., Bonn

Wie steht es um die Verkehrssicherheit in Berlin?
Christian Burkhardt, Leiter der Sachbereichsgruppe Verkehrssicherheit im Stab des Polizeipräsidenten bei der Polizei Berlin, Berlin

Quelle: Pressestelle Aktionswoche P.A.R.T.Y.

11.06.2015

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