News • Schwarzer Hautkrebs

Malignes Melanom: Studie zeigt Nutzen personalisierter Impftherapie

Das Hauttumorzentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist maßgeblich an der Phase-III-Zulassungsstudie zur personalisierten mRNA-Impfstofftherapie gegen Schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom) beteiligt, deren Ergebnisse beim Europäischen Krebskongress ESMO in Madrid vorgestellt wurden.

Portraitfoto von Prof. Dr. Christoffer Gebhardt
Prof. Dr. Christoffer Gebhardt

Bildquelle: UKE 

Die Studie wurde zur Veröffentlichung im New England Journal of Medicine angenommen. 

In der internationalen Studie INTerpath-001 wurde untersucht, ob eine individualisierte mRNA-basierte Krebstherapie die Wirkung der etablierten Immuntherapie mit Pembrolizumab nach der operativen Entfernung eines Hochrisiko-Melanoms verbessert. Der Impfstoff wurde individuell aus dem jeweiligen Tumorgewebe hergestellt. Er enthielt bis zu 34 tumorspezifische Merkmale (Neoantigene) und sollte das Immunsystem gezielt gegen die verbliebenen Krebszellen richten. 

Weltweit wurden insgesamt 1.137 Patienten mit vollständig entferntem Melanom im Stadium IIB bis IV aufgenommen. Zwei Drittel erhielten die personalisierte Impfung zusätzlich zu Pembrolizumab, ein Drittel ein Placebo plus Pembrolizumab. Weder Behandelte noch Ärzte wussten, wer welche Behandlung bekam. Nach einer medianen Beobachtungszeit von rund zwei Jahren lebten in der Impfstoffgruppe 82,2% der Patienten ohne Rückfall, in der Vergleichsgruppe 70,0%. Das Risiko für einen Rückfall oder Tod sank um 42%, das Risiko für Fernmetastasen oder Tod um 38% (88,5% gegenüber 80,2% ohne Fernmetastasen nach 24 Monaten). Die Impfung war insgesamt gut verträglich. Zusätzliche Nebenwirkungen waren überwiegend leichte bis mäßige Reaktionen an der Einstichstelle und grippeähnliche Beschwerden. Die Therapie ist bislang nicht zugelassen. „Damit liefert INTerpath-001 erstmals in einer großen Phase-III-Studie den Nachweis, dass eine personalisierte mRNA-Krebsimpfung in Kombination mit einer Immuntherapie das Rückfallrisiko beim Melanom deutlich senken kann“, erklärt Prof. Dr. Christoffer Gebhardt, Co-Autor der Studie, Stellvertretender Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie, Leiter des Hauttumorzentrums und des Fleur Hiege Centrums für Hautkrebsforschung des UKE. 

Das Universitäre Hauttumorzentrum Hamburg war bei der Studie das führende deutsche Studienzentrum und gehörte zu den zehn am stärksten rekrutierenden Zentren weltweit, so Gebhardt. Es ist zudem an weiteren Folgestudien und Impfstrategien beteiligt. 


Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 

27.10.2026

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