Ultraschall-Untersuchung am Bauch einer schwangeren Frau

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News • Fetale Echokardiografie

KI und Ultraschall zur Früherkennung angeborener Herzfehler

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Ultraschall spielen für die Diagnose von Herzfehlern bei Ungeborenen und Neugeborenen eine zentrale Rolle.

Ärzte können damit beispielsweise die Diagnostik von Herzfehlern bei Ungeborenen – die bisher durch den Einsatz der Echokardiografie bei etwa 30% lag – steigern. So verbessern detailliertere Bilder die frühzeitige Erkennung von Herzfehlern – und letztendlich dann auch die Therapie. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) erläutern die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile von KI.

Relativ häufig tritt bei Frühgeborenen beispielsweise ein persistierender Ductus arteriosus (PDA) auf. Hierbei schließt sich ein nur für das ungeborene Kind hilfreiche Blutgefäß – der Ductus arteriosus – nach der Geburt nicht

Dirk-André Clevert

Schwangere können in Deutschland auf Kassenleistung drei Basis-Ultraschalluntersuchungen in Anspruch nehmen: die erste zur Bestätigung der Schwangerschaft und die zweite und die dritte zur Kontrolle der Kindesentwicklung. Entdeckt der Gynäkologe Auffälligkeiten oder handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft, werden weitere Ultraschalluntersuchungen angeraten, zum Beispiel eine fetale Echokardiografie, die in der Regel in der 20. bis 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. 

Die Fetal-Echokardiographie ist eine ungefährliche Ultraschalluntersuchung am ungeborenen Kind durch die Bauchdecke der Schwangeren hindurch. Bisher konnte eine Kinderkardiologin oder ein Kinderkardiologe mittels Fetal-Echo etwa 30% der angeborenen Herzfehler diagnostizieren und das kardiovaskuläre Risiko abschätzen. „Der Einsatz von KI verbessert die bisherige Diagnostik von angeborenen Herzfehlern deutlich“, erklärt Professor Dr. Robert Dalla Pozza, stellvertretender Leiter der Sektion Pädiatrie der DEGUM und stellvertretender Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie und pädiatrische Intensivmedizin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. „Auf diese Weise können behandelnde Ärzte die Geburt beispielsweise in Bezug auf den Geburtsort deutlich genauer planen“, erläutert Dalla Pozza. So könne etwa bei Bedarf gezielt ein Zentrum mit Zugang zur Kinderkardiologie und Kinderherzchirurgie (im Falle komplizierter Herzfehler) ausgewählt werden. Zudem kann durch die so gewählte exakte Diagnose auch der Geburtsmodus des Kindes gewählt und beispielsweise entschieden werden, ob ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss oder nicht. 

Auch bei Neugeborenen hilft die künstliche Intelligenz in Kombination mit der Echokardiografie und diversen weiteren Untersuchungsmethoden (Pulsoxymetrie, Herzauskultation, Röntgenbild des Thorax und EKG) bei der korrekten Diagnose angeborener Herzfehler. „Gerade für eine gute Untersuchung von zu früh geborenen Kindern sind die neuen Untersuchungsmethoden wichtig“, betont Professor Dr. Dirk-André Clevert, stellvertretender Leiter der Sektion Radiologie der DEGUM. „Relativ häufig tritt bei Frühgeborenen beispielsweise ein persistierender Ductus arteriosus (PDA) auf. Hierbei schließt sich ein nur für das ungeborene Kind hilfreiche Blutgefäß – der Ductus arteriosus – nach der Geburt nicht.“ Mit KI-Unterstützung könnten Herzgröße, bestimmte weitere Parameter und daraus abgeleitete Berechnungen verbessert und so die Bedeutung beziehungsweise die Behandlungsbedürftigkeit eines PDA besser beurteilt werden. „Nachdem die Diagnose exakt gestellt wurde, schließen Kinderkardiologen den PDA medikamentös oder über einen Herzkatheter“, erläutert Clevert, Oberarzt im Institut für Klinische Radiologie – Interdisziplinäres Ultraschallzentrum am Klinikum der Universität München-Großhadern. 

Eine weitere große Bedeutung hat künstliche Intelligenz für die Risikoabschätzung von angeborenen Herzfehlern auf das spätere Leben von Patienten. Durch eine detaillierte Analyse des Langzeit-EKGs bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Herz-Operationen können Kardiologinnen und Kardiologen beispielsweise Herzrhythmusstörungen frühzeitig erkennen und eine Vorhersage stellen. „So können wir medikamentöse oder auch chirurgische Behandlungen frühzeitig beginnen – lange bevor sich der Gesundheitszustand des Patienten verschlechtert“, erklärt Dalla Pozza. 

Bisher wird KI in der Kinderkardiologie deutschlandweit nur im Rahmen von Studien an großen Zentren eingesetzt. Eine breite Anwendung von KI in der alltäglichen Diagnose beziehungsweise Verlaufskontrolle ist derzeit noch nicht abzusehen. „Im Moment sind in den Krankenhäusern Rechnerkapazitäten und Digitalisierung noch nicht ausreichend ausgebaut“, so Clevert. „Das sollte sich aus Sicht der DEGUM im Zuge der Digitalisierung in der Krankenversorgung ändern.“ 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin

27.02.2025

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