Innovation

„Herzpflaster“ aus Stammzellen zur Reparatur von Herzgewebe

Mit einer neuartigen Technik könnte es in Zukunft möglich sein, Herzmuskelgewebe in einer für das menschliche Herz passenden Größe, Form und Funktion zu produzieren. „Die neue Technologie bereitet den Weg zu einer vereinfachten Herstellung von humanem Herzgewebe mit einer klinisch relevanten Größe, Form und Funktion für eine zukünftige Anwendung in der kardialen Reparatur“, so Dr. Paul Balfanz vom Institut für Pharmakologie der Universitätsmedizin Göttingen.

Photo: „Herzpflaster“ aus Stammzellen zur Reparatur von Herzgewebe

„Die Herstellung von humanem Herzmuskelgewebe könnte eine völlig neue Form der Herzinsuffizienztherapie und kardialen Reparatur durch eine Remuskularisierung des Herzens darstellen“, so der Experte.  Ein derartiger Ansatz ist schon deshalb von besonderem Interesse, weil derzeit verfügbare medikamentöse Therapien das Voranschreiten einer Herzschwäche bestenfalls verlangsamen können. Eine Zurückbildung ist nicht möglich.

Das Göttinger Forscherteam stellt das künstliche Herzgewebe („Engineered Heart Muscle“, EHM) aus menschlichen pluripotenten Stammzellen und menschlichen Bindegewebszellen (Fibroblasten) her, ohne Verwendung tierischer Bestandteile. Die Zellen werden in eine Matrix aus einem Kollagen-Hydrogel gegossen, die Herzgewebe werden auf Stempeln kultiviert, die mit 3D-Druckern hergestellt werden. Dr. Balfanz: „Auf diese Weise entsteht ein EHM-Patch, ein Herzpflaster, mit der herztypischen kontraktilen Funktion.“ In einer Serie von Experimenten konnten die EHM-Patches weiter optimiert und eine Reihe von Qualitätskriterien etabliert werden. „Zu den wesentlichen Sicherheitskriterien zählt die Abwesenheit von pluripotenten Zellen, die unkontrolliert wachsen können,“ berichtet der Experte. „Das Herstellungsverfahren erlaubt flexible Anpassungen sowohl der Größe als auch der Form der Herzpflaster an die Erfordernisse der Patienten.“

In einer ersten Anwendungsstudie konnten die Göttinger Forscher gemeinsam mit Kollegen aus Stanford bei Ratten zeigen, dass die „Herzpflaster“ auf das Herz implantiert werden können und dass damit „große Teile des erkrankten Herzmuskels remuskularisiert werden können“, wie Dr. Balfanz berichtet. Weitere Studien sind geplant.

Literatur: DGK Abstract Balfanz et al., Development of human heart muscle macro-tissue for cardiac repair


Quelle: Pressetext DGK 10/2015

09.10.2015

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

News • Neues Fertigungsverfahren

3D-gedruckte Herzklappen unterstützen Gewebewachstum

Ein Forschungsteam hat Gerüste für künstliche Herzklappen aus dem 3D-Drucker entwickelt, die es ermöglichen sollen, im Patienten neues Gewebe aus körpereigenen Zellen zu bilden.

Photo

News • Behandlungsansatz mit „kardiosphärischen Zellen“

Neue Therapie bringt Hoffnung für Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie

Ein neuer vielversprechender Therapieansatz gegen Duchenne-Muskeldystrophie verlangsamt die Funktionsverschlechterung von Skelettmuskulatur und Herz deutlich, wie eine neue Studie zeigt.

Photo

News • Aus Stammzellen

Organoide: Herzen aus der Petrischale rücken näher

Wissenschaftler der Gladstone Institutes haben herausgefunden, wie sich eine neue Art von Organoid züchten lässt, der nachahmt, wie Darm- und Herzgewebe kooperativ aus Stammzellen entstehen.

Verwandte Produkte

Canon – Alphenix Biplane High Definition Detector

Bi-Plane

Canon – Alphenix Biplane High Definition Detector

Canon Medical Systems Europe B.V.
Canon – Alphenix Core

Single Plane

Canon – Alphenix Core

Canon Medical Systems Europe B.V.
Canon – Alphenix Core+

Single Plane

Canon – Alphenix Core+

Canon Medical Systems Europe B.V.
Canon – Alphenix Core+ High Definition Detector

Single Plane

Canon – Alphenix Core+ High Definition Detector

Canon Medical Systems Europe B.V.
Canon – Vitrea Advanced Visualization

Reading

Canon – Vitrea Advanced Visualization

Canon Medical Systems Europe B.V.
Newsletter abonnieren