"UNITE" Gliobastoma

Gemeinsam gegen Hirntumoren

Mit den „Sonderforschungsbereichen" (SFBs) fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinweg. Neu eingerichtet wird nun der SFB 1389 „Understanding and targeting resistance in glioblastoma – UNITEGLIOBLASTOMA", in dem Therapie-Resistenzen bei bösartigen Hirntumoren verstanden und gezielt bekämpft werden sollen.

mri scans of human brain with glioblastoma
MRT-Aufnahmen im Verlauf der Erkrankung bei einem Patienten mit Glioblastom

© P. Kickingereder / Universitätsklinikum Heidelberg

Sprecher des SFB, der mit rund 11 Millionen Euro gefördert wird, ist Wolfgang Wick, Geschäftsführender Direktor der Neurologischen Klinik und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Projektpartner sind neben dem DKFZ die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg.

Das Glioblastom ist bei Kindern und Erwachsenen eine schwere und meist tödliche Erkrankung. Das ultimative Ziel von UNITE ist die Entwicklung neuartiger Therapien für Patienten mit Glioblastom. UNITE postuliert, dass es Subgruppen von Patienten mit einem klaren Therapienutzen gibt – zumindest für einen bestimmten Zeitraum. Die Behandlung erfolgt sowohl durch Bestrahlung, alkylierende Chemotherapie als auch durch experimentelle, zielgerichtete immuntherapeutische Behandlungsstrategien. Allerdings sind selbst für die meisten als Standardtherapien angesehenen Verfahren grundlegende molekulare Mechanismen der primären oder sekundären Resistenz vollständig oder zumindest teilweise unverstanden.

Die dadurch entstehende multidimensionale Matrix von Therapieresistenzfaktoren wird die Vorhersage und longitudinale Verfolgung von Therapieansprechen bzw. -versagen ermöglichen

Stefan Pfister

Wick erklärt: „Das geplante SFB-Konzept ist von der klaren Überzeugung getragen, dass Glioblastome behandelbar sein werden." Diese Behandelbarkeit zu erreichen, benötigt einen umfassenden Ansatz, der durch Innovation, starke strukturelle und inhaltliche Kooperationen sowie den Fokus auf klinische Entwicklung getragen wird. „Kernstück des aus 20 Projekten bestehenden Konzepts ist die UNITE Core Sammlung, für die einheitliche, integrierte Datensätze aus den verschiedenen Hochdurchsatzverfahren, präklinischen Modellen, der Bildgebung und klinischen Daten generiert werden", so Prof. Dr. Michael Platten, einer der beiden Stellvertretenden Sprecher aus der Neurologie in Mannheim. „Die dadurch entstehende multidimensionale Matrix von Therapieresistenzfaktoren wird die Vorhersage und longitudinale Verfolgung von Therapieansprechen bzw. -versagen ermöglichen", erläutert der Kinderneuroonkologe Stefan Pfister vom Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ und vom DKFZ.

Darüber hinaus fördert die DFG zwei bereits bestehende SFB, an denen DKFZ-Forscher beteiligt sind, für die nächste Förderperiode von vier Jahren: Der SFB 1158 "Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation" untersucht, wie aus akuten Schmerzen chronische werden und wie sich dieser Übergang verhindern oder umkehren lässt. Im SFB-Transregio 156 "Die Haut als Koordinator lokaler und systemischer Immunantworten" erforschen die Wissenschaftler in einem überregionalen Forschungsverbund die Rolle der Haut bei der Abwehr von Krankheitserregern.


Quelle: DKFZ

25.05.2019

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