Software

Fluss und Welle präzise messen

Toshiba bringt eine neue Software für die Aplio Serie auf den Markt. Die Aplio Platinum Serie Version 6 ist der erste Software-Upgrade der 2014 eingeführten Aplio Platinum Serie, bei der das Superb Microvascular Imaging (SMI) deutlich verbessert wurde.

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Prof. Thomas Fischer leitet den Bereich Ultraschalldiagnostik im Institut für Radiologie der Charité Berlin.

SMI ist eine von Toshiba entwickelte neuartige Doppler-Imaging-Technik, die um ein mehrfaches empfindlicher auf kleine Flussgeschwindigkeiten reagiert als ein normales Doppler-Imaging – und das auch noch bei gesteigerter räumlicher und zeitlicher Auflösung. Zudem wurde das Hintergrundrauschen des Gewebes, der so genannte Clutter, reduziert, der die Darstellung der Perfusion stören kann. SMI kann jetzt auch mit Kontrastmittel angewendet sowie in 3D dargestellt werden und ist mit mehr Schallköpfen kompatibel.

In der klinischen Diagnostik hat sich das SMI als „game changer“ erwiesen. „Sehr vorsichtig geschätzt könnte sich dank dieses Verfahrens in etwa 20 Prozent der Fälle ein anderer therapeutischer Ansatz ergeben“, berichtet Prof. Dr. Thomas Fischer, Campus Manager Radiologie der Charité Mitte und Leiter des interdisziplinären US-Zentrums Charité/Universitätsmedizin Berlin. Fischer schätzt die breite Einsatzmöglichkeit des SMI: „Das Verfahren kann überall dort eingesetzt werden, wo es um die Diagnostik von Vaskularisation geht.“ Insbesondere bei der Leberdiagnostik sieht er Vorteile. Nach der Anflut- und der Auswaschphase des Kontrastmittels, kann auf SMI umgeschaltet und das Gefäßmuster begutachtet werden. „Für die Feindiagnostik ist es entscheidend zu sehen, wie Gefäße in den Tumor reinziehen und sich der Gefäßbaum des Tumors genau darstellt, was auch in 3D Technik möglich ist.“

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50 Jahre alter Patient mit Hepatitis C und histologisch gesicherter Fibrose im Stadium F3.„Shearwave Propagation“, die ROI wird im artefaktfreien Areal außerhalb der Gefäße platziert und simultan im Bild unten dargestellt um die Messung zu standardisieren. Es lässt sich innerhalb der ROI eine Scherwellengeschwindigkeit von 2,98 m/s messen, was einer Elastizität von 26,9 kPa entspricht und deutlich erhöht ist (MW Normalkollektiv 1,6 m/s).

Eine wesentliche Neuerung bei der Aplio Serie war außerdem die Einführung der Scherwellen-Elastographie mit der Möglichkeit, die Geschwindigkeit der Schwerwelle, die im Gewebe durch Anregungsultraschallimpulse erzeugt wird, als farbkodiertes Bild darzustellen und gleichzeitig den absoluten Wert der Elastizität in einer gewählten Region zu messen. Dank Propagationsmodus gibt der Aplio 500 jetzt sogar an, ob die Elastizitätsmessung erfolgreich war oder nicht.

Mit der neuen Version wurde dieser Modus nochmal verbessert. „Der Propagationsmodus bringt Licht in die Schwerwellenmessung“, betont Fischer. „Früher hat man die ,region-of-interest´ an einer bestimmten Stelle im Bild gesetzt, die Messung gestartet, und gehofft, dass auch wirklich Scherwellensignale gemessen werden. Jetzt kann ich in der Tat, sehen, ob die Qualität der Scherwellenausbreitung adäquat ist und messe natürlich dann in der mich interessierenden Region, wo diese am gleichmäßigsten auftreten.“ Das bedeutet, so mutmaßt Fischer, langfristige Veränderungen auch bei der Diagnostik der Leber. Denn während heute eine Fibrose mithilfe einer Biopsie diagnostiziert wird, dokumentiert die Scherwellenmessung einen viel größeren Ausschnitt des Organs. „Das scheint mir sinnvoller, als einen kleinen Schnipsel zu untersuchen“, so Fischers Einschätzung.

 

Profil:

Prof. Thomas Fischer leitet seit 2007 den Bereich Ultraschalldiagnostik im Institut für Radiologie der Charité Berlin. 2009 gründete er das Ultraschallforschungslabors der Charité, das er bis heute leitet. Das Labor ist auf Studien zu neuen Ultraschallverfahren und -techniken spezialisiert.

22.09.2015

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