Heinrich-Dräger-Preis

Einfluss von Propofol nach Schädel-Hirn-Trauma untersucht

Der mit 2.500 Euro dotierte Heinrich-Dräger-Preis für Intensivmedizin geht 2014 an Priv.-Doz. Dr. Serge Thal, Klinik für Anästhesiologie an der Universitätsmedizin Mainz.

Prof. Dr. med. Christian Werner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für...
Prof. Dr. med. Christian Werner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) (ganz rechts) und Jürgen-Heiko Borwieck, Geschäftsführer der Dräger Medical Deutschland GmbH (2. v. r.)
überreichten den Heinrich-Dräger-Preis 2014 an Priv.-Doz. Dr. Serge Thal, Klinik für Anästhesiologie an der Universitätsmedizin Mainz (2. v. l.) im Beisein von Prof. Dr. R. Rossaint, Kongress-Präsident DAC 2014 (links). (Foto: Lutz Zimmermann)

Professor Christian Werner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), und Jürgen-Heiko Borwieck, Geschäftsführer der Dräger Medical Deutschland GmbH, Lübeck, übergaben den von Dräger gestifteten Preis anlässlich des Deutschen Anästhesiecongresses (DAC) in Leipzig.
„Die Erkenntnisse sind wegweisend wenn es darum geht, unterstützende Möglichkeiten einer frühzeitig begonnenen Rehabilitation nach Schädel-Hirn-Trauma auszuloten“, kommentierte Werner das ausgezeichnete Forschungsprojekt. Priv.-Doz. Dr. Serge Thal untersuchte in seiner veröffentlichten Arbeit „Propofol impairs neurogenesis and neurologic recovery and increases mortality rate in adult rats after traumatic brain injury“1, ob die Gabe des Hypnotikums Propofol kurz nach der Schädigung des Gehirns die Bildung neuer Neuronen durch körpereigene Stammzellen (endogene Neurogenese) und funktionelle Erholung beeinflusst.
Selbst intensive Therapie stellt durch schweres Schädel-Hirn-Trauma zerstörtes Hirngewebe nicht vollständig wieder her. Endogene, also körpereigene Stammzellen können bis in das hohe Alter kontinuierlich neue Neuronen bilden, die das zerstörte Gewebe ersetzen. Anästhetika können die Bildung der endogenen neuronalen Stammzellen hemmen oder anregen. Im klinischen Alltag werden Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma mittels Propofol sediert.

Dr. Thal konnte zeigen, dass die Gabe des Hypnotikums die Neurogenese beeinträchtigt, die neurologische Funktion des Gehirns verschlechtert und die Sterblichkeit innerhalb von 28 Tagen nach Schädel-Hirn-Trauma erhöht. „Mit den Ergebnissen haben wir maßgeblich zur Erkenntnis beigetragen, daß akute Schädigungen des Gehirns die Empfindlichkeit gegenüber Anästhetika wie Propofol erhöhen. Das Gehirn von gesunden Erwachsenen wird durch Anästhetika nicht geschädigt. In unserer Studie können wir im experimentellen Modell zeigen, dass Propofol in der Frühphase nach einem zerebralen Insult endogene regenerative Prozesse verhindern kann,“ so Dr. Thal.

Heinrich-Dräger-Preis zum zehnten Mal verliehen
Priv.-Doz. Dr. Serge Thal ist der zehnte Träger des Heinrich-Dräger-Preises für Intensivmedizin. Die DGAI ehrt damit herausragende Arbeiten und Projekte auf dem Gebiet der Intensivmedizin. Die Namensgebung des Preises geht zurück auf den Firmengründer, Johann Heinrich Dräger. Mit ihm begann 1889 die Erfolgsgeschichte des Unternehmens.

19.05.2014

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