Ein dreiköpfiges OP-Team bei einer Lebertransplantation
In einer Studie im Rahmen des EU-Projektes Lit-Met untersucht Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitätsklinikum Jena die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs-Metastasen.

Bildquelle: Universitätsklinikum Jena; Foto: I. Rodigast 

News • Transplantationsonkologie

Darmkrebs: Lebertransplantation als Therapieoption bei Metastasen

Universitätsklinikum Jena koordiniert internationale transplantationsonkologische Studie

Mit jährlich etwa 55.000 Neudiagnosen gehört Dickdarmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen entwickeln sich im Krankheitsverlauf Lebermetastasen. Deren chirurgische Entfernung bietet zwar die Chance auf Heilung, ist jedoch nur bei etwa 20% bis 30% der Patientinnen und Patienten möglich. Können die Tumoren wegen ihrer Ausbreitung oder ungünstigen Lage nicht operiert werden, verbleibt nur die Systemtherapie mit Zytostatika und den damit verbundenen Nebenwirkungen. 

Wir wollen die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs etablieren und die Bedingungen definieren, unter denen die Betroffenen davon profitieren

Falk Rauchfuß

„In einer Studie gemeinsam mit der Uniklinik Tübingen konnten wir im Rahmen unseres Leberlebendspende-Programms zeigen, dass ausgewählte Patientinnen und Patienten durchaus von einer Lebertransplantation durch eine Lebendspende profitieren. So lassen sich durch innovative Ansätze wie die zweistufige Lebertransplantation bei entsprechender Eignung 5-Jahres-Überlebensraten von bis zu 75% erreichen“, sagt Prof. Dr. Falk Rauchfuß vom Universitätsklinikum Jena. Diese Erfahrungen bringt der Transplantationschirurg in das europäische Forschungsprojekt Lit-Met ein, das die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs-Metastasen untersucht. Er leitet die internationale klinische Studie, die in das Projekt integriert ist. 

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Die randomisierte prospektive Studie vergleicht die Lebertransplantation mit der Teilentfernung der von Metastasen betroffenen Leber. Über 200 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Dickdarmkrebs sollen vom kommenden Jahr an in 30 europäischen Studienzentren an der Untersuchung teilnehmen. Das Ziel der Studie ist es, den Nutzen der Transplantation nachzuweisen und präzise Kriterien für die Patientenauswahl zu etablieren. Dafür entwickeln die Projektpartner KI-basierte Prognosemodelle auf der Basis klinischer und molekularer Daten, evaluieren chirurgisch Prozeduren und beziehen die Lebensqualität der Patienten als Maß für den Behandlungserfolg systematisch ein. 

Falk Rauchfuß: „Wir wollen die Lebertransplantation als Behandlungsoption bei Dickdarmkrebs etablieren und die Bedingungen definieren, unter denen die Betroffenen davon profitieren. Damit möchten wir als Universitätsklinikum Jena maßgeblich zur Weiterentwicklung der Transplantationsonkologie beitragen.“ 


Quelle: Universitätsklinikum Jena 

14.10.2026

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