"Phellow"-Pilotstudie

App für die Nachsorge nach Herztransplantation

Eine neu entwickelte App wird im Rahmen eines Pilotprojektes in der Herztransplantationsambulanz der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Heidelberg getestet.

person holding an iphone with health app running

Bildquelle: phellow seven GmbH/Unsplash/Saulo Mohana

Ziel ist es, für den Patienten und den Arzt wichtige Informationen zu bündeln und aktuell zur Verfügung zu stellen. Dies ist die erste App am Universitätsklinikum Heidelberg, die in bestehende klinische Systeme integriert ist. Sie ist eingebunden in die persönliche, einrichtungsübergreifende Gesundheits- und Patientenakte (PEPA), die auf Basis internationaler Gesundheits-IT-Standards eine Vernetzungsplattform des Universitätsklinikums mit Partnereinrichtungen und den Patienten darstellt. Alle Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit sind umgesetzt. So behalten Patienten die Kontrolle über ihre Daten, Verschlüsselungstechnologien werden genutzt. „Die einjährige Erprobungsphase lief sehr positiv. Unsere Patienten kennen sich mit ihrer Erkrankung gut aus, es handelt sich häufig um eher junge Patienten, die einen sehr engen Draht zu unserer Klinik pflegen“, sagt Privatdozent Dr. Michael Kreußer, Oberarzt der Klinik. Deshalb soll die App nun auch in weiteren Kliniken als Bestandteil des Angebots ausgerollt werden.

Dies erleichtert den kontinuierlichen Austausch nach einer Herztransplantation für unsere Patienten immens

Michael Kreußer

Die Realisierung des Pilotprojekts in der Herztransplantationsambulanz beruht auf der erfolgreichen Zusammenarbeit verschiedener Partner: Die klinischen Partner aus dem Institut für Cardiomyopathien Heidelberg (ICH.) und dem Herztransplantationsteam der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie definierten im Rahmen des Pilotprojekts die auszutauschenden medizinischen Inhalte sowie die Arbeitsabläufe für deren Bereitstellung in der elektronischen Patientenakte PEPA. Die Entwicklung der App erfolgte in der Abteilung Medizinische Informationssysteme (MIS) durch das Team von Dr. Oliver Heinze mit einem EXIST Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWi. Die technische Integration erfolgte schließlich durch MIS und das Zentrum für Informations- und Medizintechnik (ZIM) des Universitätsklinikums Heidelberg.

Die Patienten können mit der App „phellow“ (Android / Apple) jederzeit auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen, Laborwerte prüfen, Befunde einsehen und administrative Unterlagen nachlesen. „Gerade für Herztransplantationspatienten stellt die App in der Nachsorge eine enorme Erleichterung dar“, so Kreußer. Nach einer Herztransplantation muss der Medikamentenspiegel der transplantierten Patienten genauestens überwacht werden. Alle zwei bis vier Wochen, manchmal auch deutlich häufiger, werden deshalb Blutwerte geprüft um die Einnahme von Immunsuppressiva auf Basis der Laborwerte entsprechend anzupassen.

Hier soll die phellow-App unterstützen. Die Patienten haben nun die Möglichkeit, ihr Blut zur Auswertung des Medikamentenspiegels per Post an das Universitätsklinikum Heidelberg zu schicken und innerhalb kürzester Zeit stehen die Laborwerte sowie die Bewertung und Medikamentenempfehlung des Arztes in ihrer App zur Verfügung. „Dies erleichtert den kontinuierlichen Austausch nach einer Herztransplantation für unsere Patienten immens“ so Kreußer.


Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg

13.02.2020

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