Nanomaterialien (Symbolbild): Großes Potenzial - aber auch immer ungefährlich?

Bildquelle: Shutterstock/Shilova Ekaterina

Fachkonferenz

Wie sicher sind Nanomaterialien?

Sind Nanopartikel unbedenklich für den Menschen? Auf welchem Weg gelangen sie in den Körper und wie verbreiten sie sich dort? Können Nanopartikel gezielt gegen Krankheiten eingesetzt werden? Welche Auswirkungen hat die Anreicherung von Mikro- und Nanoplastik in der Umwelt? Dies sind einige der Themen der Nanosafety 2020, zu der sich Wissenschaftler aus 29 Ländern vom 5. bis 7. Oktober virtuell treffen.

Organisiert wird die Konferenz vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Forschungsverbund Nanosicherheit und der spanischen Universität Saragossa.

Detaillierte Informationen zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf der Tagungswebseite.

In Vorträgen, Workshops und Posterpräsentationen setzen sich Experten aus Medizin, Toxikologie und Materialwissenschaften mit der Herstellung und Anwendung sicherer Nanomaterialien auseinander. Sie beleuchten die Auswirkungen von Nanopartikeln auf den Menschen, beispielsweise das Herz-Kreislaufsystem, sowie ihre Eintrittspforten in den menschlichen Körper. Ansätze zur Bewertung und Vorhersage der Wirkung von Nanomaterialien werden ebenso diskutiert wie die Möglichkeit, die Materialeigenschaften von Nanomaterialien so präzise zu kontrollieren, dass sie zur Therapie von Krankheiten eingesetzt werden können. Ein weiteres brandaktuelles Konferenzthema ist die Ausbreitung von Plastikpartikeln in der Umwelt, zum Beispiel die Anreicherung von Mikro- und Nanoplastik im Meer und seinen Bewohnern.

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Aktuelle medizinische Fragen sind auch Thema eines der beiden Workshops: Wie ist der Stand der Forschung zum sogenannten Nanocarrier-vermittelten Wirkstofftransport über Nase und Riechnerven ins Zentralnervensystem? Können Nanopartikel gezielt eingesetzt werden, um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, etwa zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson oder Multipler Sklerose? In einem zweiten Workshop wird die für die Forschenden wichtige Frage diskutiert, wie die interdisziplinäre Weiternutzung von Wissenschaftsdaten durch die Digitalisierung von Arbeitsabläufen optimiert werden kann.

Über fünf Kontinente und mehrere Zeitzonen hinweg wird es ein hohes Maß an Interaktion zwischen den über 100 Teilnehmenden geben

Annette Kraegeloh

Annette Kraegeloh, Leiterin des Programmbereichs Nano-Zell-Interaktionen am INM und Koordinatorin des Leibniz-Forschungsverbunds Nanosicherheit, zeigt sich erfreut: „Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen ihre Expertise ein und es stehen hochaktuelle Themen der Materialsicherheitsforschung auf dem Programm. Prof. Flemming Cassee von der Universität Utrecht beschäftigt sich zum Beispiel mit der wichtigen Frage, wie sich Partikel im Körper verteilen, die über die Atmung aufgenommen werden. Und Prof. David Winkler von der La Trobe University in Melbourne wird moderne Modellierungsmethoden vorstellen, die Vorhersagen zur Wirkung von Materialien ermöglichen.“ Zur virtuellen Konferenzform ergänzt sie: „Ich denke, unserem Organisationsteam ist es gelungen, das Beste aus dem neuen Format herauszuholen. Über fünf Kontinente und mehrere Zeitzonen hinweg wird es ein hohes Maß an Interaktion zwischen den über 100 Teilnehmenden geben.“


Quelle: INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien

30.09.2020

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