Eine Medizinerin sitzt während einer Video-Sprechstunde an einem Schreibtisch...
Videosprechstunde mit Dr. Anne Schedel

Bildquelle: NCT/UCC Dresden; Foto: Michael Kretzschmar/UKD

News • Studie KULT-SH

Telemedizin in der Kinderonkologie: sicher auch bei intensiver Chemotherapie

Randomisierte Studie belegt Sicherheit in Phasen intensiver Chemotherapien / KULT-SH-Studie bildet wichtige Grundlage für weiterführende Forschungsprojekte

Telemedizinische Ansätze sind auch in der kinderonkologischen Intensivtherapie sicher und können betroffene Familien spürbar entlasten. Das zeigen Ergebnisse der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderten Studie KULT-SH, die vor kurzem im Fachjournal JCO Oncology Practice veröffentlicht worden sind

Die von Prof. Denis Schewe, jetzt Leiter des Kinderonkologischen Zentrums am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT/UCC) Dresden, initiierte und über mehrere Jahre am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) durchgeführte randomisierte kontrollierte Studie belegt, dass der Ersatz von Vor-Ort-Besuchen im Krankenhaus durch telemedizinisch durchgeführte Visiten nicht mit einer erhöhten Komplikationsrate verbunden ist, selbst bei sehr vulnerablen Kindern und Jugendlichen, die intensive Chemotherapien bekommen. 

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Die Versorgungsforschungsgruppe AG „Onco Wizz“ (obere Reihe, von links): Dr. Jakob Thiel, Prof. Denis Schewe sowie die Projektkoordinatorinnen (untere Reihe, von links) Julia Zeh, Mandy Gotter und Dr. Anne Schedel

Bildquelle: NCT/UCC Dresden 

Ganz im Gegenteil belegen die Daten einen deutlichen praktischen Nutzen von Telemedizin in der Kinderonkologie: Bei 55 in die Studie eingeschlossenen Kindern konnten insgesamt 337 Krankenhausbesuche und rund 42.000 Fahrtkilometer eingespart werden. Für die betroffenen Familien bedeutet dies eine erhebliche zeitliche Entlastung sowie mehr Freiräume im Alltag, insbesondere auch für Geschwisterkinder und die eigene Berufstätigkeit. Insgesamt kann die ohnehin sehr belastende Therapiephase durch eine telemedizinische Betreuung spürbar erleichtert und das Familiensystem stabilisiert werden. 

„Diese Ergebnisse liefern uns wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der kinderonkologischen Versorgung“, sagt Denis Schewe. „Perspektivisch könnten weitere telemedizinische Modelle folgen, etwa durch Diagnostik im häuslichen Umfeld oder dezentrale Versorgungsstrukturen, in denen qualifiziertes Fachpersonal bei den Familien zu Hause tätig ist und telemedizinisch eng an spezialisierte Zentren angebunden bleibt.“ Auf diese Weise erscheint es möglich, eine hochqualitative, zunehmend zentralisierte kinderonkologische Versorgung auch in der Fläche umzusetzen. 

Die KULT-SH-Studie bildet damit auch eine wichtige Grundlage für weiterführende Forschungsprojekte in Dresden. Dazu gehören: 

  • die Studie „TelKo-Hem-DD“ zur Telemedizin mit Heimblutbildmessung, gefördert über das UKDD sowie Mittel der Stiftung Hochschulmedizin 
  • das Projekt „Ped-Onko-SAX“ zum Aufbau einer digitalen Versorgungsplattform für krebskranke Kinder in Sachsen, gefördert im Rahmen des EFRE-Programms „Innovative Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft“ 
  • sowie das ebenfalls durch den G-BA in der Konzeptentwicklungsphase unterstützte Projekt „KOMNET-SAX – KinderOnkologisches Mobiles Netzwerk“, ein innovatives Modell zur wohnortnahen Versorgung 


Quelle: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden 

14.07.2026

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