Schonende Methode zur Behandlung des Keratokonus
Quelle: Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum

Augenerkrankung

Schonende Methode zur Behandlung des Keratokonus

Customized-Crosslinking ist Weiterentwicklung der konventionellen OP-Methode

Deutschlandweit leiden rund 40.000 Menschen an der Augenerkrankung Keratokonus, einer fortschreitenden Ausdünnung und kegelförmigen Verformung der Hornhaut des Auges. Mit dem sogenannten „Customized-Crosslinking“ bietet die Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum Betroffenen nun eine neue und schonende Behandlungsmethode an. Die krankhafte Vorwölbung der Hornhaut tritt in der Regel in jungen Jahren auf und kann unbehandelt zu einer dauerhaften Sehminderung führen. Die konventionelle Methode des Crosslinkings, bei dem die oberste Hornhautschicht, das Epithel, mit einem feinen Operationsmesser abgetragen wird, ist bereits seit vielen Jahren für die Behandlung des Keratokonus etabliert, kann dem Patienten aber subjektive Beschwerden bereiten. Häufig berichten Patienten von einem ausgeprägten Fremdkörpergefühl.

Beim „Customized-Crosslinking“ handelt es sich um eine Weiterentwicklung der konventionellen Methode, wobei die Intensität der Behandlung auf den jeweiligen Befund ganz individuell angepasst werden kann. Dafür wird in das Auge eine speziell hierfür entwickelte Riboflavinlösung (Vitamin B2) in Form von Augentropfen eingeträufelt und im Anschluss unter Sauerstoffzugabe mit UV-Licht beleuchtet. Nach dem Eingriff sind die Beschwerden deutlich geringer und der Heilungsprozess kürzer als bei der konventionellen Methode. Zudem kann die krankhafte Auswölbung der Hornhaut Dank verminderter Lichtenergie auch punktuell behandelt werden und nicht - wie beim konventionellen Verfahren - die Hornhaut als Ganzes.

Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Burkhard Dick wird das „Customized-Crosslinking“ seit 2014 bereits erfolgreich zur Behandlung von Kurzsichtigkeit angewendet. Die Daten, die eine hohe Erfolgsrate bei den mit der Methode behandelten Patienten belegen, wurden erst kürzlich auf einem Kongress von Augenchirurgen in Dresden vorgestellt. Das Team um Dr. Matthias Elling und Sarah Hauschild war maßgeblich an der Entwicklung des Verfahrens beteiligt. Die Universitäts-Augenklinik ist für das „Customized-Crosslinking“ Referenzzentrum und auf diesem Gebiet führend. 


Quelle: Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum

13.04.2018

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