Biomarker-Test

Prostatakarzinom genauer diagnostizieren

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Im Rahmen einer europäischen Studie unter Führung des Karolinska-Instituts in Stockholm (Schweden) untersuchen Wissenschaftler, ob durch zusätzliche Risikomarker, Protein- und molekulare Biomarker die Vorhersage eines aggressiven Prostatakarzinoms verbessert werden kann, sodass zur weitergehenden Diagnostik weniger Prostatabiopsien notwendig sind. Deutscher Studienpartner ist die Urologische und Kinderurologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. „Wir erwarten, dass wir am Ende der Studie mit einer um 20 Prozent höheren Genauigkeit als bisher aggressive Prostatakarzinome ohne Biopsie diagnostizieren können“, sagt Prof. Wullich, Direktor der Klinik, der auch den Lehrstuhl für Urologie an der FAU Erlangen-Nürnberg innehat.

Zur sicheren Diagnostik des Prostatakarzinoms ist laut einer interdisziplinären Leitlinie immer eine feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben nötig. Die Prostatabiopsie wird in der Regel ambulant durchgeführt und hat nur eine sehr geringe Komplikationsrate. „Einige Patienten empfinden diesen Eingriff aber als unangenehm“, weiß Prof. Wullich. „Die wichtigste Indikation für eine Biopsie ist momentan der PSA-Wert, aber die positive Vorhersagekraft von PSA allein ist begrenzt, sodass bei der Entscheidung für oder gegen eine Biopsie immer die persönliche Erfahrung und Einschätzung des behandelnden Urologen wichtig ist.“

An diesem Punkt setzt die internationale, multizentrische Studie mit teilnehmenden Zentren in Schweden, Belgien, den Niederlanden und Deutschland an. Ziel ist es, ein klinisches Testsystem zu prüfen, das möglichst schnell zur Marktreife weiterentwickelt werden soll. Über den reinen PSA-Wert hinaus werden klinische, demografische und bildgebende Daten erhoben und weitere Protein- und molekulare Biomarker aus dem Blut gemessen. „Das soll den behandelnden Urologen als zusätzliche Informationsquelle dienen, um die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines aggressiven Prostatakarzinoms genauer abzuschätzen und somit die diagnostischen Maßnahmen entsprechend anzupassen“, so Prof. Wullich. Bis Ende 2018 können Patienten der Erlanger Urologie, die planmäßig zu einer MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie kommen, in diese Studie eingeschlossen werden. Die Studie wird als europäisches Projekt unter Führung des renommierten Karolinska-Instituts in Stockholm (Schweden) durchgeführt. Der „principle investigator“ ist Prof. Tobias Nordström. Finanziert wird die Studie in Erlangen mit 100.000 Euro aus Mitteln des Programms „EIT Health“.

26.10.2017

Mehr aktuelle Beiträge lesen

Verwandte Artikel

Photo

Wearable

ELSAH - Ein ‚Smart Patch‘ zur Bestimmung von Biomarkern

Anfang 2019 startete das EU-Projekt ELSAH mit dem Ziel, innerhalb von vier Jahren ein Wearable zu gestalten, das eine kontinuierliche Bestimmung der Konzentration von Biomarkern ermöglicht. Im…

Photo

Prostatakrebs-Detektion

Mit dem Kernspin sieht man besser

Die MRT spielt bei der Detektion von Prostatakarzinomen zur Zeit noch eine Nebenrolle – zu Unrecht, findet PD Dr. Friedrich Aigner, Leiter des Bereiches Uroradiologie am Department Radiologie der…

Photo

Angst vor Impotenz oder Inkontinenz

Individuelle Lösungen bei Prostatakrebs

Bei vielen Männern wächst mit zunehmendem Alter die Angst vor Prostatakrebs. Daher nimmt das Universitätsklinikum Bonn den Europäischen Prostatakrebs-Tages am 15. September – initiiert von der…

Verwandte Produkte

Atlas Genetics - Atlas Genetics io system

Infectious diseases testing

Atlas Genetics - Atlas Genetics io system

Atlas Genetics Ltd
Beckman Coulter – phi (Prostate Health Index)

Immunochemistry

Beckman Coulter – phi (Prostate Health Index)

Beckman Coulter, Inc.
DiaSys Diagnostic Systems - InnovaStar

Clinical chemistry

DiaSys Diagnostic Systems - InnovaStar

DiaSys Diagnostic Systems GmbH
Image Information Systems – iQ-4VIEW

Mobile RIS/PACS Viewer

Image Information Systems – iQ-4VIEW

IMAGE Information Systems Europe GmbH
Noras – Uni-Lift Prostate Intervention Device

MRT Coils

Noras – Uni-Lift Prostate Intervention Device

NORAS MRI products GmbH