
Bildquelle: DiaMonTech
News • Diabetes-Management
Lasertechnik misst Blutzucker schmerzfrei durch die Haut
Eine klinische Studie am Institut für Diabetes-Technologie Ulm bestätigt erstmals die Zuverlässigkeit einer nicht-invasiven Glukosemessung.
In Deutschland leben immer mehr Menschen mit Diabetes. Aktuell sind etwa 10 Millionen Menschen von der „Volkskrankheit" betroffen. Insbesondere Typ-2-Diabetes, verstärkt durch Lebensstil und Alter, nimmt dabei rasant zu. Fast eine halbe Million Neuerkrankungen gibt es insgesamt pro Jahr. Besorgniserregend ist vor allem die hohe Dunkelziffer: Schätzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen wissen nichts von ihren erhöhten Blutzuckerwerten.
Diese Studie zeigt, dass der Weg zu marktreifen, nicht-invasiven Geräten realistisch ist. Unsere Vision ist es, die Technologie weiter zu miniaturisieren und in Smartwatches zu integrieren
Thorsten Lubinski
„Das ist problematisch, da die Erkrankung eine konsequente Überwachung erfordert und den Betroffenen tägliche Disziplin sowie ein hohes Maß an Eigenverantwortung abverlangt", erklärt Thorsten Lubinski, Mitbegründer und CEO des deutschen MedTech-Unternehmens DiaMonTech. Dabei ist die regelmäßige Überprüfung des Blutzuckers ausschlaggebend. Doch die gängigen Methoden hierzu sind belastend: Fingerstechen ist schmerzhaft, aufwändig und mit Verbrauchsmaterialien verbunden. „Das führt dazu, dass viele Menschen mit Diabetes zu selten messen und dadurch zu wenig Informationen über Ihren Blutzuckerverlauf haben", ergänzt Lubinski.
Seit Jahrzehnten forschen Teams weltweit daher an einer Lösung, die den Blutzucker zuverlässig ohne Nadeln misst. Das Berliner Startup hat nun einen bedeutenden Schritt auf diesem Weg erreicht. In einer klinischen Studie am Institut für Diabetes-Technologie in Ulm konnte DiaMonTech erstmals belegen, dass die Lasertechnologie Glukosewerte schmerzfrei und zuverlässig durch die Haut erfasst. Die Methode stimuliert Glukosemoleküle in der Haut mithilfe eines Infrarotlasers und misst die entstehende Wärme mit einer mehrfach patentierten Technologie. Die Ergebnisse erreichen bereits die Genauigkeit einiger kommerzieller Systeme, die noch auf einen Stich angewiesen sind.

Bildquelle: Kaluza M, Janik S, Lubikski T et al., Communications Medicine 2025 (CC BY-NC-ND 4.0)
„Begonnen hat alles mit einem Prototyp in Kühlschrankgröße. Heute arbeiten wir an einem tragbaren Gerät, das so klein wie ein Mobiltelefon ist. Die Ergebnisse der Studie sind ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer schmerzfreien, zuverlässigen Blutzuckerkontrolle", sieht Lubinski voraus.
Über mehr als 15 Jahre wurde das Verfahren kontinuierlich weiterentwickelt. Jetzt ging es auf den klinischen Prüfstand. In der Studie wurden die Messungen verblindet durchgeführt. Der CEO erklärt, was das bedeutet: „Die Teilnehmenden sehen die Messergebnisse des Geräts nicht, und auch das System selbst hat keinen Zugriff auf spätere Referenzwerte." So konnte unabhängig überprüft werden, ob die Technologie zuverlässig funktioniert, und zwar unter Bedingungen, die dem Alltag der Betroffenen ähneln. Viele frühere Forschungen scheiterten genau daran, dass sie ihre Systeme nur anhand vergangener Daten oder Laborwerte geprüft hatten.
„Noch nie zuvor hat eine vollständig nicht-invasive Technologie in einer prospektiven und damit verblindeten Studie diese Stufe der klinischen Validierung mit so vielen Probanden erreicht", betont Lubinski.
Mit der klinischen Validierung richtet DiaMonTech den Fokus nun konsequent auf die Produktentwicklung. Das Unternehmen arbeitet aktuell an tragbaren Geräten, die die Technologie alltagstauglich machen sollen. Dazu zählt das portable D-Pocket: ein handliches Gerät, das nicht-invasive Glukosemessungen ermöglicht und so eine niedrigschwellige Blutzuckerkontrolle ohne Nadeln und Schmerzen bietet.
„Unser Anspruch ist es, die Versorgung nachhaltig für Menschen mit Diabetes sowie für Ärzte und das Gesundheitssystem zu erleichtern", erläutert Lubinski. Der Geschäftsführer schlussfolgert: „Diese Studie zeigt, dass der Weg zu marktreifen, nicht-invasiven Geräten realistisch ist. Unsere Vision ist es, die Technologie weiter zu miniaturisieren und in Smartwatches zu integrieren. Für viele Betroffene kann das langfristig ein völlig neues Level an Freiheit und Lebensqualität bedeuten."
Quelle: DiaMonTech
30.01.2026









