Artikel • SOKO München ermittelt

Die misslungene Untersuchung aus Sicht der MTRA

Eine neue SOKO begibt sich in Garmisch auf Spurensuche, der sich hoffentlich viele medizinisch-technische Radiologieassistenten anschließen werden. Erstmals bietet das Mehrschichtsymposium eine Veranstaltung von und für MTRA.

Brigitte Albert, leitende MTRA, und Mona Schönberger, Bereichsleitung OPZ Großhadern, fahnden mit ihren Kolleginnen und Kollegen nach misslungenen Aufnahmen.

„Es gibt nur wenige gute Fortbildungen für MTRA. Ich habe schon zu oft gesehen, wie man es nicht macht, und meist müssen wir hinter den wissenschaftlichen Veranstaltungen der Ärzte zurückstehen. Es ist deshalb umso erfreulicher, dass in diesem Jahr erstmals in Garmisch eine eigene Veranstaltung für die MTRAs ins Programm aufgenommen wurde“, schildert Mona Schönberger.

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Kontrastverstärktes CT des Abdomens, Verwendung eines falschen Kernels.

Eine Untersuchung ist meist dann misslungen, wenn Abweichungen von der Standarduntersuchung vorliegen. Die Ursache liegt häufig in der Untersuchungsvorbereitung, wenn der Patient zum Beispiel zu nah an der Röhre liegt oder die Kontrastmittelgabe falsch war. „Eigentlich soll der Patient immer isozentrisch gelagert werden, aber das gelingt bei den Intensivpatienten manchmal nicht. Bei Drainagen, Polytrauma oder zu großem Leibesumfang der Patienten steht die MTRA vor besonderen Herausforderungen. Dann gilt die Devise: Aus den Gegebenheiten vor Ort muss man das Beste machen und individuell am Patienten entscheiden, wie die Untersuchung den größten Nutzen bringen kann“, so die Bereichsleiterin. Auch zu viel Routine kann zu einer Gefahr werden. Gerade bei alltäglichen Abläufen können sich Fehler einschleichen, die zunächst häufig unbemerkt bleiben. Es ist wichtig, diese zu erkennen und zu beheben.

Am Ende wird wie bei einem guten Krimi natürlich aufgeklärt, wie es zu dem Fehler kam und was man besser machen muss.

Mona Schönberger

Bei der interaktiven Session werden insgesamt zehn Fälle vorgestellt und kriminaltechnisch aufgerollt. Dabei werden anhand eines fiktiven Patienten dessen Fall und mehrere Lösungsvorschläge vorgestellt. Nach jedem Fall stimmt das Publikum mithilfe von Farbkarten darüber ab, worin der Fehler bei der Aufnahme bestand. Am Ende wird wie bei einem guten Krimi natürlich aufgeklärt, wie es zu dem Fehler kam und was man besser machen muss. Dabei handelt es sich durchweg um reale Fälle aus der Klinik.

Abb. 1: CT der Brustwirbelsäule, Patient wurde nicht isozentrisch...
Abb. 1: CT der Brustwirbelsäule, Patient wurde nicht isozentrisch gelagert.
Abb. 2: CT Angiografie der Halsgefäße, massive Bildartefakte, da Zahnprothese und Ohrringe nicht entfernt wurden.

Eine Voranmeldung für die Session ist nicht erforderlich, die Teilnahme richtet sich nach der Verfügbarkeit der Plätze vor Ort. Mona Schönberger hofft auf eine rege Teilnahme. Sie ist sicher: „Wenn die Veranstaltung gut angenommen wird, werden die Fortbildungen für die MTRAs bei den nächsten Kongressen sicher ausgeweitet werden.“

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Mona Schönberger ist am Campus Großhadern die Bereichsleitung für das OPZ.

Profil:
Mona Schönberger hat von 2005 bis 2008 die Ausbildung zur MTRA an der Berufsfachschule für Radiologieassistenten am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München gemacht und danach in der Klinik von Prof. Dr. Maximilian Reiser angefangen. Sie ist am Campus Großhadern die Bereichsleitung für das OPZ, das größte Operationszentrum Europas mit Notaufnahme, fünf Intensivstationen und 32 OP-Sälen.

Veranstaltung
Freitag, 22.01.2016, 10:30 Uhr
Die missglückte Untersuchung: Beispiele und Fehleranalysen
Mona Schönberger, Brigitte Albert, München

20.01.2016

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