Die Finessen der PAVK-Therapie

Die Perkutanen-Arteriellen Verschlusskrankheiten gehören heute zu den viel diskutierten Themen innerhalb der Interventionellen Radiologie. Und dennoch sind längst nicht alle Ecken komplett ausgeleuchtet, nicht alle Möglichkeiten hinlänglich bekannt. Einige dieser dunklen Flecken wird die Session auf dem diesjährigen RadiologieKongressRuhr jedoch erhellen, davon ist Prof. Dieter Liermann, Direktor des Instituts für Diagnostische, Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin am Klinikum der Ruhr-Universität Bochum und neben Prof. Odo Köster Vorsitzender der Veranstaltung, überzeugt.

Prof. Dr. Dieter Liermann
Prof. Dr. Dieter Liermann

Für RadiologieReportRuhr update gab er schon jetzt Einblicke in die Finessen des Faches, die den Kongressbesucher des Radiologie Kongress Ruhr in Bochum erwarten:

„Zunächst einmal wird Prof. Dr. Peter Huppert aus Darmstadt über die Auswirkungen der S3-Leitlinien auf die Diagnostik und Therapie der PAVK berichten. Seit Inkrafttreten der neuen Leitlinien im Mai vergangen Jahres gibt es für den Interventionellen Radiologen deutlich mehr Spielraum bei der Durchführung eingreifender Prozeduren als Alternative zu chirurgischen Verfahren. Ein Umstand, der einerseits dem Patienten zugutekommt, andererseits aufgrund der Evidenz basierten Ergebnisse großen Anklang bei den Kostenträgern findet.

Ein hoch spannendes Feld, auf dem derzeit viele Entwicklungen stattfinden ist die Rekanalisation des Unterschenkels, über die Prof. Dr. Stefan Müller-Hülsbeck, Flensburg, einen Überblick geben wird. Gerade in jüngster Zeit gab es hier ein Umdenken der Anwender: Bis vor kurzen galt ein Eingriff lediglich dann als gerechtfertigt, wenn dadurch eine deutliche Verbesserung in der Klassifizierung und damit der Offenheitsrate zu erwarten stand. Heute geht man dazu über, auch dann zu intervenieren, wenn sich nur eine temporäre Öffnung erzielen lässt, die keine nachhaltige Auswirkung auf die Einstufung sicherstellt. Denn der kurzfristige Druckanstieg und das Bilden neuer Kollateralen bei zunehmendem Verschluss haben enorm positive Auswirkungen auf das Abheilen ulcerativer Veränderungen - was für den Patienten mit einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität und den Erhalt der Extremität verbunden ist. Aufgrund des Risikos eines Komplettverschlusses, der durch Spasmen verursacht wird, hat man solche Eingriffe am Unterschenkel häufig abgelehnt. Der hohe Nutzen für den Patienten und verbesserte kombinierte Therapien rücken die Methode jedoch mehr und mehr in den Vordergrund.

Gleiches gilt für den Einsatz von Drug-Eluting Stents. Prof. Dr. Stefan Duda aus Berlin wird die Frage beantworten, welchen Nutzen sie bei der PAVK-Therapie der unteren Extremitäten wirklich entfalten. Erfahrungen auf diesem Gebiet sind zwar noch relativ frisch, sprechen jedoch deutlich für den Einsatz, um die Gefäße längerfristig offen zu halten bzw. einen sofortigen Re-Verschluss zu verhindern. PD Dr. Peter Landwehr widmet sich der Frage nach PTA und/oder Stent dann mit Blick auf die Rekanalisation des Oberschenkels.

Mein Vortrag schließlich befasst sich mit den Möglichkeiten der intraarteriellen Lyse und Aspirationsthombektomie. Auch wenn dies keine brandaktuelle Entwicklung ist, lohnt es sich die Kenntnisse auf diesem Gebiet aufzufrischen. Denn die Wahl der eingesetzten Thrombolytika und die der geeigneten Thrombusaspirations-Systeme ist relativ groß und reicht vom einfachen Katheter bis hin zur mechanischen Verkleinerung. Mein Ziel ist es einerseits, die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren aufzuzeigen und andererseits das Bewusstsein meiner Kollegen dafür zu schärfen, dass bei rechtzeitigem Einsatz eines Lyseverfahrens, Verschlüsse häufig aufgelöst werden können.“

04.11.2010

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