Innere Medizin

DGIM: Medizinische Leitlinien per App

Ärzte müssen oft in kurzer Zeit weitreichende Entscheidungen darüber treffen, welche Behandlung und Medikation dem Patienten am besten hilft. Bereits 2012 hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) daher eine Applikation für ihre Mitglieder mit medizinischen Leitlinien auf den Weg gebracht, die Handlungswege nach S2- und S3-Leitlinien empfiehlt und Entscheidungen bei komplexen medizinischen Sachverhalten erleichtert.

DGIM-Generalsekretär Professor Dr. Ulrich R. Fölsch
DGIM-Generalsekretär Professor Dr. Ulrich R. Fölsch
Quelle: Archiv

Im Rahmen der 2012 gestarteten e.Akademie rief die DGIM in Zusammenarbeit mit dem Börm Bruckmeier Verlag die App „Mobile Leitlinien Innere Medizin“ ins Leben. Bisher stand das Angebot exklusiv Mitgliedern der Fachgesellschaft zur Verfügung, nun ist die App frei verfügbar. „Dieses wertvolle Angebot hat sich bei den Fachgesellschafts-Mitgliedern bewährt – und nun möchten wir, dass alle Ärzte davon profitieren“, sagt DGIM-Generalsekretär Professor Dr. med. Dr. h.c. Ulrich R. Fölsch aus Kiel.

Die App umfasst Leitlinien zur Diagnostik und Therapie der Venenthrombose, Lungenembolie,  Chronischer Pankreatitis, Nosokomialer Pneumonie, Chronischen Obstipationen, Lungenkarzinomen und zur Rheumatoiden Arthritis. Interaktive Elemente erleichtern den Medizinern die leitliniengerechte Diagnose und Therapie im Alltag. Dafür fragt die App Symptome und Diagnoseparameter ab und führt die Nutzer je nach Antwort unmittelbar zu den leitliniengerechten Therapiewegen und Medikationen. Die Diagnosepfade sind logisch und übersichtlich aufgebaut, sodass Ärzte sie auch am Krankenbett oder im Patientengespräch nutzen können. „Fachliche Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit wurden bei der Entwicklung der App groß geschrieben“, sagt Ourania Menelaou, stellvertretende Geschäftsführerin der DGIM aus Wiesbaden– „die Nutzer können sich entlang von Entscheidungsbäumen kurzfristig Hilfe zu medizinischen Problemstellungen holen.“  

Praktisch ist zudem, dass die Leitlinien auch ohne Internetverbindung verfügbar sind. Die Inhalte sind innerhalb der medizinischen Fachgesellschaften und Verbände abgestimmt. Die neuen Anwendungen stehen sowohl für iPhone und iPad als auch Android zur Verfügung. Die Leitlinien-App ist ab sofort in den jeweiligen App-Stores frei verfügbar.  


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

21.04.2015

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