Bayerischer Röntgenkongress 2012 – Jetzt wird‘s fränkisch

Im nächsten Jahr wird vieles anders auf dem Bayerischen Röntgenkongress: Die 65. Jahrestagung findet bereits Ende September statt und wandert Richtung Norden ins Frankenland, in die Universitätsregion Nürnberg-Erlangen. Der hier beheimatete Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Röntgengesellschaft Prof. Dr. Reinhard Loose übergibt die Kongresspräsidentschaft vertrauensvoll in die Hände gleich zweier Kollegen: PD Dr. Karina Hofmann-Preiß von der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Erlangen/Tennenlohe und Visiting Professor (Wroclaw MU) PD Dr. Michael Cordes vom Radiologisch-Nuklearmedizinischen Zentrum Nürnberg. Damit liegt die Kongressorganisation nach zehn Jahren wieder einmal in der Obhut von Niedergelassenen.

PD Dr. Karina Hofmann-Preiß war fünfzehn Jahre lang an der Universität...
PD Dr. Karina Hofmann-Preiß war fünfzehn Jahre lang an der Universität Erlangen-Nürnberg beschäftigt. Seit 1990 hat sie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen Lehrauftrag im Fach Radiologie. 1993 wechselte sie dann in die freie Praxis, zunächst in eine radiologisch-nuklearmedizinische Gemeinschaftspraxis in Gera, die mit der Gemeinschaftspraxis Erlangen verbunden war. Seit 2004 arbeitet Dr. Hofmann-Preiß im Ärzteteam der Radiologischen Gemeinschaftspraxis in Erlangen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit im Vorstand der Thüringischen Gesellschaft für Radiologie und Nuklearmedizin e.V., deren Vorsitz sie von 2002 bis 2004 übernahm, hat sie bereits Erfahrungen in der Organisation von Röntgenkongressen gesammelt. Sie ist verheiratet mit einem Internisten und Pneumologen, der ebenfalls in Erlangen niedergelassen ist.
Photo: Bayerischer Röntgenkongress 2012 – Jetzt wird‘s fränkisch

Auch wenn sie sich im Wissenschaftlichen Programm des BRK immer gut von den Kollegen aus der Klinik vertreten fühlen, freut sich die präsidiale Doppelspitze über den Wechsel der Verantwortlichkeiten: „Unsere Präsidentschaft spiegelt eine Realität wider, wie sie schon lange gelebt wird. Die überwiegende Zahl der Kongressteilnehmer auf dem BRK kommt aus dem niedergelassenen Bereich.“

Längst gehöre die etwas distanzierte Haltung, die früher zwischen Klinik und Niederlassung bestand, der Vergangenheit an, meint Hofmann-Preiß: „Die Grenzen sind zunehmend fließend. Viele niedergelassene Praxis-Standorte betreiben inzwischen die Radiologie für die Krankenhäuser. Zwar liegen die Ressourcen für die Wissenschaft immer noch klar im klinischen Umfeld, aber auch hier verändern sich die Dinge langsam.“

Und Cordes ergänzt: „Aufgrund der größer werdenden Komplexität der Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sowie der steigenden Anforderungen durch die erforderliche Qualitätssicherung ist auch in der Radiologie seit einiger Zeit ein Trend zur Bildung größerer Einheiten erkennbar. Viele niedergelassene Radiologen besitzen eine Weiterbildungsermächtigung durch die Bayerische Landesärztekammer. So ist es heute schon selbstverständlich, dass junge Assistenzärzte für die Qualifizierung in der Mammographie und anderen Gebieten eine Zeit lang an niedergelassene Standorte wechseln.“

Wer das Kongressplakat für den BRK 2012 aufmerksam studiert, findet bereits einen Hinweis auf eines der beiden Schwerpunktthemen, verrät Dr. Hofmann-Preiß: „Das Poster ist eine Assoziation an das erste Röntgenbild der Geschichte. Die berühmte Aufnahme vom Handskelett von Berta Röntgen ist für viele nicht nur ein Sinnbild für die Radiologie schlechthin, sondern auch ein Bild, das jedem Radiologen durch den Kopf geht, wenn er an die Skelettradiologie denkt. Die Skelettradiologie ist ein altes, aber immer aktuelles Thema, dem wir uns 2012 intensiv widmen werden. Dazu gehören rheumatische Erkrankungen der Gelenke ebenso wie Tumorerkrankungen und die unfall- oder arbeitsbedingten Veränderungen der Knochen.“ Konventionelles Röntgen, Computertomographie und Kernspintomographie können bei der Skelettdiagnostik sehr unterschiedliche Erkenntnisse liefern. Die Frage, bei welcher Indikation man sich also am besten für welche Bildgebungsmodalität entscheidet, soll auf dem BRK 2012 im Mittelpunkt stehen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Hybridbildgebung sein. „Die Schnittstelle zwischen Radiologie und Nuklearmedizin führt zwei Disziplinen wieder zusammen, die sich lange Zeit getrennt entwickelt und jetzt im PET-CT und dem MR/PET wiedergefunden haben,“ so Cordes. „Durch die rasanten technologischen Entwicklungen bietet dieses Feld momentan die größte Dynamik in unserem Fach. Es ergeben sich aufregende neue Synergien. Wir wollen auf dem BRK 2012 die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse abbilden und darüber diskutierten, wo die neuen Hybridsysteme in der Diagnostik, dem Follow-up oder auch bei der Erforschung neuer Therapieformen, z.B. bei der Anwendung von Chemotherapeutika, den größten Nutzen bringen.“ Desweiteren werden die Thoraxradiologie und die Mammadiagnostik auf der Kongressagenda stehen.

Auch für das leibliche und gesellige Wohl ist bereits gesorgt, kündigt Dr. Thomas Frank, Ärztlicher Leiter der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Erlangen/Tennenlohe und Mitorganisator des BRK 2012, an: „Zum Begrüßungsabend am Donnerstag laden wir unsere Gäste herzlich in die urigen Stuben der Traditionskneipe Alter Simpl in Erlangen ein, wo noch original fränkische Spezialitäten serviert werden. Der Gesellschaftsabend am Freitag wird in Nürnberg ausgerichtet. Im Verkehrsmuseum, dem ältesten eisenbahngeschichtlichen Museum in Deutschland, lassen sich Speis und Trank vor der spannenden Kulisse alter Dampfrösser bis zu modernen Elektroloks genießen.“
Damit verspricht auch der Bayerische Röntgenkongress 2012 wieder eine runde Sache zu werden, bei der Wissenschaft, Wissenswertes und Wohlbefinden sich gleichermaßen die Waage halten.

 

12.10.2011

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